Gesundheit

Party und Prävention am Beispiel Wildenwart

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wie passen Party und Prävention zusammen? Um auf die Gefahren von K. O.-Tropfen aufmerksam zu machen, waren Katrin Posch, Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregionplus, und Simeon Spahr von der Kommunalen Jugendarbeit mit der Kampagne „K.O.mmt mir nicht ins Glas!“ zu Gast bei der Gummibärli-Party in Wildenwart. Mit über 1.000 Gästen war nicht nur die Feier der KLJB ein großer Erfolg. Auch die Präventionskampagne fand Zuspruch vom Partyvolk.

Lukas Stocker, Vorsitzender der KLJB Wildenwart und Organisator der Gummibärli-Party, betont: „Wir freuen uns, dass es diese Kampagne gibt, und sind zuversichtlich, dass unsere Gäste für dieses Thema sensibler werden.“ Auch Simeon Spahr von der Kommunalen Jugendarbeit erklärt: „Wir sind sehr neugierig, wie unsere Präventionskampagne in Wildenwart wahrgenommen wird und welche Reaktionen sie bei den Festgästen auslöst. Gemeinsam mit den Veranstaltern wollen wir dem Missbrauch vorbeugen und besonders Jugendliche und junge Erwachsene befähigen, im Akutfall schnell und richtig zu reagieren“. Zur Kampagne gehören Plakate und wiederverwendbaren Silikon-Kronkorken. Über einen QR-Code auf dem Kronkorken gelangen Interessierte zur Infoseite von aROund, dem Jugendmagazin für Stadt und Landkreis Rosenheim.

Das Projekt ist eine Kooperation des Kreisjugendamts und der Gesundheitsregionplus für Stadt und Landkreis Rosenheim. Simeon Spahr und Katrin Posch wollen mit der Kampagne in der anstehenden Festl-Saison weiterhin präsent sein, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Zudem haben Veranstalter die Möglichkeit, über das Kreisjugendamt Kampagnenmaterial zu beziehen.

KO.-Tropfen ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten betäubender Substanzen, die unbemerkt in Getränke gemischt werden können. Sie wirken oft sehr schnell und führen zum Beispiel zu plötzlicher Müdigkeit, Orientierungslosigkeit, Erinnerungslücken oder Bewusstlosigkeit. Weitere Warnsignale können sein: ungewöhnliche Benommenheit nach wenig Alkohol, Schwindel, Übelkeit, Kontrollverlust, Lücken im Gedächtnis oder auch ein „komisches Gefühl“ nach einem Getränk, das man nicht selbst im Blick hatte. K. O.-Tropfen sind besonders gefährlich, weil sie farb- und geruchlos sein können und Betroffene sich häufig nicht mehr gut erinnern können.

Für Betroffene wie auch für Beobachtende gilt: Bei einem akuten Verdacht, dass ein Missbrauch von K. O.-Tropfen stattgefunden hat, sollten Betroffene nicht alleine gelassen werden! Sobald als möglich sollte daher medizinische und soziale Hilfe geholt werden. Betroffene und Hilfesuchende können sich jederzeit an die nächstgelegene örtliche Polizeidienststelle wenden. Zudem gibt es die Möglichkeit einer medizinischen Spurensicherung, die in den Notaufnahmen der RoMed-Kliniken möglich ist und im Nachgang die Beweislage für eine Strafanzeige sein kann. Psychosoziale Beratung bekommen Betroffene zudem in Rosenheim bei der Fachberatungsstelle MaVia e. V. (Tel. 08031-268888), wenn gleichzeitig der Verdacht von sexualisierter Gewalt im Raum steht.

Bericht und Foto: LRA Rosenheim – (v. l. n. r.) Katrin Posch (Gesundheitsregionplus), Lukas Stocker (KLJB Wildenwart), Simeon Spahr (Kommunale Jugendarbeit) mit dem Infomaterial zur Kampagne „K.O.mmt mir nicht ins Glas!“.


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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