Auch im Öffentlichen Nahverkehr kommt die Elektromobilität an: Das Busunternehmen Brodschelm und die Stadt Burghausen setzen auf Strom und bringen moderne, umweltfreundliche Fahrzeuge auf die Straße. Drei neue E-Busse stehen bereits für den Einsatz bereit, drei weitere sollen bis Ende April 2026 folgen.
Die neuen Fahrzeuge vom deutschen Hersteller MAN sind Teil eines umfassenden Gesamtprojekts, das neben den Bussen auch die notwendige Ladeinfrastruktur umfasst. Dazu zählen mehrere Ladepunkte, eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung sowie ein leistungsfähiger Energiespeicher. Die Ladezeit der Busse beträgt rund zwei bis drei Stunden.
Mit der Investition in Höhe von mehreren Millionen Euro setzt das Unternehmen ein deutliches Zeichen für nachhaltige Mobilität in der Region. Möglich gemacht hat das Vorhaben, dass es Fördermittel des Freistaats Bayern gab. Bundesfördermittel konnten nicht abgeschöpft werden, weil das Programm bereits ausgeschöpft war. „Zu Beginn stehen natürlich hohe Investitionen an – etwa in Infrastruktur, Schulungen und Wartung. Auf lange Sicht rechnen wir jedoch mit Einsparungen bei Betrieb und Instandhaltung. Auch die Erstellung der Infrastruktur wurde durch den Freistaat gefördert“, erklärt Isabelle Brodschelm. „Insgesamt fallen die Lebenszykluskosten bei E-Bussen deutlich günstiger aus.“ Von der Zuverlässigkeit – auch bei großer Hitze oder Kälte – ist die Brodschelm-Chefin überzeugt, „zudem haben wir umfangreiche Batteriewartungspakete mit dem Hersteller vereinbart.“
Auch organisatorisch bringt die Umstellung neue Anforderungen mit sich: „Das Lademanagement ist komplex, dafür müssen wir zusätzlich Personal einplanen“, sagt Tino Günther, Leiter des öffentlichen Verkehrs bei Brodschelm. Auch die Fahrer werden umfassend vorbereitet: „Das Fahrverhalten unterscheidet sich deutlich – vom Bremsen bis zum Anfahren.“ Die Resonanz sei jedoch sehr positiv: „Die Fahrer sind sehr motiviert und nehmen die Schulungen mit großer Begeisterung an“, so Günther. Auch die neuen Fahrzeuge sind barrierefrei: Fahrgäste können stufenlos ein- und aussteigen. Dies erleichtert wie bisher insbesondere Familien mit Kinderwagen sowie Seniorinnen und Senioren mit eingeschränkter Mobilität die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Zudem sind die Busse mit moderner Ausstattung wie digitalen Spiegeln und USB-Lademöglichkeiten ausgestattet.
Aktuell befinden sich die Fahrzeuge im Testbetrieb, in dem Abläufe optimiert und Verbrauchswerte ermittelt werden. Perspektivisch sollen die Busse möglichst effizient im täglichen Betrieb eingesetzt werden. Die Stadt Burghausen sieht in der Umstellung auf Elektromobilität einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung des bestehenden Angebots. „Ein gut funktionierender öffentlicher Nahverkehr ist ein wichtiger Beitrag für eine entspannte und sichere Anreise zur Mai-Wies’n“, betont Erster Bürgermeister Florian Schneider. „Nur wenn wir das Angebot durch hohe Verfügbarkeit und Verlässlichkeit halten können, wird der ÖPNV auch angemessen angenommen. Das beweisen unsere Nutzerzahlen.“ Der Burghauser Citybus wird jährlich von rund 500.000 Fahrgästen genutzt.
Bericht und Foto: Stadt Burghausen /tg – Sie sind von den neuen E-Bussen überzeugt (v.l.) Ordnungsamtleiter Martin Hinterwinkler, Brodschelm-Chefin Isabelle Brodschelm sowie Erster Bürgermeister Florian Schneider.



