150 Jahre Feuerwehr Wildenwart – Aus der Geschichte und Entwicklung der Feuerwehr Wildenwart – 150-Jahr-Feier – Festzeltauftakt mit Landjugend am Donnerstag, 30. April – Festsonntag am Sonntag, 3. Mai.
Wildenwart (hö) – 150 Jahre werden es heuer, dass es in Wildenwart eine Freiwillige Feuerwehr gibt. Seit der Gründung im Jahr 1876 bis heute haben sich natürlich viele Ausrüstungen und Aufgaben verändert.
Was geblieben ist, sind der Zusammenhalt und über die Hilfe am Nächsten hinaus die Freude am gemeinsamen Feiern. In diesem Sinne haben sich Vorstand Georg Loferer und seine Vorstandschaft entschieden, gemeinsam mit der örtlichen Landjugend Festzelt-Festtage vom Donnerstag, 30. April bis Montag, 4. Mai vorzubereiten und die gesamte Bevölkerung dazu einzuladen.
In den Aufzeichnungen der Wildenwarter Wehr kann man zur Gründer- und Anfangszeit folgenden Informationen entnehmen: „Die frühesten Unterlagen, die bislang erhalten sind, sind das erste Kassenbuch aus dem Jahr 1887 und das Protokollbuch mit den ersten Eintragungen aus dem Jahre 1904. Bei der Fahnenweihe und 50-Jahr-Feier am 2. Mai 1926 erklärte Kommandant Florian Bauer, dass die Gründung auf die Initiative des Erzherzoges Franz V. von Modena-Este zurückgehe. 1862 erwarb der Erzherzog Schloß Wildenwart, ließ es in den folgenden Jahren durchgreifend restaurieren und erbaute die sogenannten Exzellenzhäuser“. Dazu hieß es weiter, dass zum Schutze der Bauten vor den damals häufigen Schadensfeuern die Bildung einer Feuerwehr nur allzu verständlich ist. Zu dieser Zeit wurden in der Umgebung mehrere Feuerwehren ins Leben gerufen. In Prien bestand die Feuerwehr bereits seit 1869, in Aschau seit 1870, in Bernau seit 1872, in Umrathshausen, Frasdorf und Söllhuben seit 1873 oder in Greimharting und Endorf seit 1874. In Wildenwart besteht die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 1887 bereits aus 80 Mitgliedern, der Vorstand hieß Franz Rumpler. Der Quartalsbeitrag wurde auf 30 Pfennig festgesetzt, der Verein verfügte bereits über eine Spritze und für diese mussten 1887 für eine neue Bremse 20,40 Mark bezahlt werden. Zur Ausrüstung und zu den Löscharbeiten von damals hieß es weiter: „Die Pumpe entspricht den Vorschriften der Zeit, Wasser wird in Eimern von Hand herangeschafft, in die Löschmaschine geschüttet und mit der handbetriebenen Pumpe ins Feuer geschleudert. Der Betrieb ist sehr personalaufwendig, der Wassertransport bis zur Pumpe muss über eine Eimerkette sichergestellt werden und ist daher über einen längeren Weg nicht möglich“. In den weiteren Aufzeichnungen heißt es: „Der erste bekannte Einsatz datiert vom 30. März 1888. Da aber nur acht Liter Bier nach dem Brand bezahlt werden mussten, kann die ausrückende Mannschaft nicht allzu groß gewesen sein“. In den folgenden Jahren wuchs die Mannschaftsstärke weiter an, knapp 100 Mann gehören bis zur Jahrhundertwende zum Feuerwehrkorps.
1904 gibt es einen ersten Brand-Bericht
Im ersten Brandbericht vom 21. Februar 1904 heißt es: „In der Nacht vom vierten auf den fünften Februar 1904 brach im Anwesen des Ökonomen Philipp Backer in Hendenham Feuer aus. Das Ökonomiegebäude nebst Wohnhaus samt Baumannsfahrnissen, zwei Stück Großvieh und Geflügel fielen dem Brand zum Opfer. Als Feuerwehr erschien an erster Stelle Frasdorf, als die nächste Wehr mit 35 Mann. Hierauf erschien Wildenwart mit 60 Mann und Umrathshausen mit 35 Mann. Bis morgens 7 Uhr war jede Gefahr beseitigt, und es konnten die Nachbarsfeuerwehren wieder abrücken. Die Feuerwehr Wildenwart wurde noch bis drei Uhr nachmittags mit den Aufräumarbeiten in Anspruch genommen ehe sie unter Zurücklassung einer Brandwache abrücken konnte“. Der Bericht wurde gesiegelt mit dem Rundstempel, den die FFW Wildenwart heute noch verwenden kann. 55 Liter Bier zu je 22 Pfennig musste der damalige Kassier für diesen Brandeinsatz abrechnen.
Trauer-Erinnerungen an eine Königin und an einen Mörder
Von Anfang an war die Feuerwehr Wildenwart eng mit den Schlossherren von Wildenwart verbunden. Als am 3. Februar 1919 Königin Maria Theresia als Gattin von König Ludwig III stirbt und in der Schlosskapelle beigesetzt wird, verspricht die Feuerwehr, der hohen Gönnerin und großen Wohltäterin stets ein ehrendes Gedenken zu bewahren. Erschüttert berichtete der damalige Führer des Protokollbuches Georg Möderl im selben Jahr von einem Mord in der Wildenwarter Gemeinde, dazu ist festgehalten: „Am 14. Mai 1919 wurde durch eine ruchlose Hand unser langjähriges und treues Mitglied Herr Josef Zechner von Prutdorf mittels Beil auf dem Salinsteg in Mühlthal erschlagen und in die Prien geworfen. Der Verdacht fiel sofort auf seinen Stiefsohn Josef König, derselbe wurde verhaftet, nach Prien eingeliefert und später nach Traunstein überführt. Mitglied Josef König wurde vom Volksgericht Traunstein seiner bösen Tat überführt und deshalb zum Tod verurteilt, später von der Regierung Freistaat Bayern begnadigt vom Tode und zu Zuchthaus verurteilt. Deshalb wurde Josef König als Mitglied von der Mitgliederliste gestrichen. Für das Mordopfer Josef Zechner ließ der Verein eine Seelenmesse lesen und nahm überaus zahlreich an der Beerdigung teil“.
Feuerwehr Wildenwart heute
In all den 150 Jahren hat es natürlich in der Freiwilligen Feuerwehr von Wildenwart viele Veränderungen und Verbesserungen gegeben. Markant waren zuletzt die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses im Jahr 1997, die Anschaffungen von Fahrzeugen und Ausrüstungsmaterial, die Fortbildung im Sinne umfangreicher Einsatzbereitschaften und vor zehn Jahren das 140jährige Bestehen. Damals wie heuer war und ist Eilzabeth, Herzogin in Bayern die Schirmherrin bei den Festzeltveranstaltungen mit dem Festsonntag, 3. Mai als Höhepunkt. Eigene Veranstaltungen im Sinne der Geselligkeit und zur Aufbesserung der Vereinskasse hat es auch immer wieder gegeben. So im Jahr 2000 bei einem ersten Ochsenrennen in Wildenwart und seit vielen Jahren ein Weinfest im Feuerwehrhaus.
Fotos/Repros: Hötzelsperger – 1. Feuerwehrfest zum 125jährigen Bestehen im Jahr 2001 – 2. 2001 mit Alter Spritze – 3. Ausbildung und Leistungsabzeichen – 4. Museumsstück aus dem Jahr 1904 – 5. Ferienprogramm – 6. Schneeeinsatz 2020 im Priental – 7. Übungen – 8. Alte Spritze – 9. Gedenken am Grab der 1977 verstorbenen Prinzessin Helmtrud von Bayern – 10. Weinfest im Jahr 2003 – 11. Erstes Ochsenrennen im Jahr 2000 – u.a. – Festprogramm





























