Gesundheit

Bayern: Zentrum für Infektionsmedizin

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wissenschaftsminister Blume eröffnet Bayerisches Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) in Würzburg: „Die nächste Pandemie darf uns nicht wieder überraschen“

Bayern baut neues Frühwarnnetz gegen Infektionskrankheiten auf – Forschung, Datenanalyse und Prävention: Neues Zentrum bündelt Expertise aller Universitätsklinika – Fokus auch auf Long COVID

MÜNCHEN/WÜRZBURG. Das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) nimmt seine Arbeit auf: Wissenschaftsminister Markus Blume hat das neue Netzwerk heute in Würzburg offiziell eröffnet. Erstmals arbeiten damit alle bayerischen Universitätsklinika und medizinischen Fakultäten dauerhaft in einer gemeinsamen Einrichtung zur Früherkennung, Erforschung und Eindämmung von Infektionskrankheiten zusammen. Im Fokus stehen moderne Frühwarnsysteme, Impfstoffforschung, Datenanalysen und die Erforschung von Langzeitfolgen wie Long COVID.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betonte bei der Eröffnung: „Die nächste Pandemie darf uns nicht wieder überraschen. Deshalb bauen wir in Bayern ein wissenschaftliches Frühwarnsystem für Infektionsrisiken auf. Mit dem BZI bündeln wir Spitzenmedizin, Forschung und modernste Datentechnologien in einem starken Netzwerk über alle Universitätsklinika hinweg. Unser Anspruch ist klar: Risiken früher erkennen, schneller reagieren und Menschen besser schützen.“

Blume ergänzte: „Das BZI ist eine direkte Konsequenz aus den Erfahrungen der Pandemie – aber mit klarem Blick nach vorne: von neuen Erregern über Resistenzen bis hin zu postviralen Langzeitfolgen. Fakt ist: Infektionsrisiken verschwinden nicht. Die öffentlichen Aktionen von Betroffenen machen den Leidensdruck vieler Patientinnen und Patienten sichtbar. Umso wichtiger ist es, dass Bayern bei Prävention, Forschung und Früherkennung jetzt entschlossen handelt. Mit dem Bayerischen Long-COVID-Register wollen wir Forschung, Versorgung und Erkenntnisgewinn in diesem Bereich gezielt verbessern.“

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wurden zentrale Projekte des BZI vorgestellt – darunter neue Ansätze zur Früherkennung kritischer Erreger, moderne Impfstrategien sowie das Bayerische Long-COVID-Register. Künftig sollen moderne Analyseverfahren, molekulare Diagnostik sowie datenbasierte Frühwarnsysteme helfen, Infektionsrisiken schneller zu erkennen und wissenschaftliche Erkenntnisse rascher in die Versorgung zu übertragen.

Der Präsident des BZI, Prof. Dr. Oliver Kurzai, betonte die besondere Stärke des neuen Netzwerks: „Infektionen zu behandeln, wird aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung immer schwerer, bei manchen Erregern gibt es gar keine gezielte Therapiemöglichkeit. Daher setzen wir im BZI auf Prävention und Vernetzung! Die gebündelte Expertise der Bayerischen Universitätsmedizin in engem Schulterschluss mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst bildet ein einzigartiges Netzwerk, um neue und gefährliche Erreger früh zu erkennen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.“

Das BZI vernetzt alle bayerischen Hochschulmedizinstandorte, Universitätsklinika und den öffentlichen Gesundheitsdienst in einer gemeinsamen wissenschaftlichen Struktur. Der Freistaat Bayern plant dafür jährlich rund drei Millionen Euro bereitzustellen.

Das Zentrum gliedert sich in drei zentrale Bereiche:

das Bayerische Surveillancezentrum (BaySurv),das Bayerische Vakzinezentrum (BayVak)sowie das Bayerische Long-COVID-Register (BAY-LCR). Wissenschaftliche Initiatoren des BZI sind Prof. Dr. Oliver Kurzai aus Würzburg und Prof. Dr. Klaus Überla aus Erlangen. Die Geschäftsstelle des BZI ist an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg angesiedelt, ein weiterer Standort befindet sich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Weitere Informationen zum BZI finden Sie unter: https://www.bzi-bayern.de/

  


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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