Gesundheit

RO: Auszeichnung für Lungenkrebszentrum

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Zertifiziert und empfohlen von der Deutschen Krebsgesellschaft: Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd stärkt Versorgung in drei Landkreisen Wohnortnahe Spitzenmedizin für 590.000 Menschen

Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache. Während die Erkrankungsrate bei Frauen in Deutschland noch steigt, sinken die Zahlen bei Männern nur langsam. Zugleich zeigen Studien: Wer in zertifizierten Krebszentren behandelt wird, lebt im Schnitt länger, erleidet weniger Komplikationen und profitiert von besserer Operationsqualität. Jetzt hat das Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd am Standort Rosenheim die Auszeichnung „Lungenkrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen  Krebsgesellschaft e.V.“  erhalten  und ist  damit  eines  von nur 13  in  ganz  Bayern. Das Krankenhaus Agatharied, das Klinikum Ebersberg München Ost und das RoMed Klinikum Rosenheim  bündeln  damit  nachweislich  ihre  Kräfte–für  eine  wohnortnahe  Versorgung  auf Spitzenniveau in drei Landkreisen.

Ein Netzwerkdrei Landkreise, ein Qualitätsstandard

Das Zentrum spannt ein Versorgungsnetz über den südostbayerischen Raum. Der Standort Rosenheim übernimmt die interdisziplinäre Steuerung. Die Diagnostik und onkologische Therapie findet, mit Ausnahme einer etwaigen operativen Entfernung des Tumors, die zentral in Rosenheim erfolgt, wohnortnah in den beteiligten Häusern statt. Verdächtige Lungenbefunde werden in eigens eingerichteten pneumologischen Sprechstunden rasch abgeklärt.

Jeder  Fall mit  Krebsverdacht  oder gesicherter  Diagnose  wird  anschließend  in  der  zentralen Tumorkonferenz im RoMed Klinikum Rosenheim vorgestellt. Pneumologen, Thoraxchirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen legen dort gemeinsam den individuellen Behandlungsplan fest – leitliniengerecht und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Die Thoraxchirurgie in Rosenheim übernimmt, wenn nötig, die Operation. „Unsere erfahrenen Chirurgen  operieren  überwiegend  minimalinvasiv  und  je  nach  Indikation  auch  mit  Hilfe  des OP-Roboters daVinci.  Dabei werden  sehr  gute Ergebnisse  erzielt“, heißt  es aus  dem Team um Prof. Dr. Kai Nowak, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Medikamentöse Therapien und Bestrahlungen finden anschließend wieder heimatnah in Ebersberg, Agatharied oder Rosenheim statt.

Zertifikat mit Folgen–was Patientinnen und Patienten davon haben

Zertifizierte Lungenkrebszentren unterliegen strengen Vorgaben. Sie müssen hohe Mindestfallzahlen erreichen, interdisziplinäre Tumorkonferenzen nachweisen, strukturierte Kooperationen mit  niedergelassenen  Praxen pflegen  und  jedes  Jahr  in  einem  Audit  zeigen, dass sie die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft weiter erfüllen.

Früherkennung mit NiedrigdosisCTChance für Hochrisikogruppen

Ein besonderer Baustein im Oberbayern‑Süd‑Netzwerk ist das Lungenkrebsscreening mittels CT-Diagnostik bei besonders geringer Strahlenbelastung. Angeboten wird es in Kooperation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten, radiologischen Praxen sowie dem RoMed Klinikum Rosenheim als reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Der Ablauf  ist  bewusst  schlank:  Regionale  Haus-  und  Facharztpraxen  beraten  medizinisch  und prüfen  die  individuellen Teilnahmevoraussetzungen wie Risikoprofil und  Rauchhistorie. AufÜberweisung folgt bei entsprechender Qualifikation eine Terminvergabe in einer nahegelegenen radiologischen Praxis für ein strahlensparendes Niedrigdosis-CT. Die standardisierte Bildauswertung, auch mittels künstlicher Intelligenz, führt zu einem schnellen und  zuverlässigen  Ergebnis. „Die  Einbindung  in  das  zertifizierte  Lungenkrebszentrum stellt sicher, dass auffällige Befunde rasch weiter abgeklärt und Patienten nach den aktuellen S3- Leitlinien behandelt werden“, betont Prof. Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 – Schwerpunkt Pneumologie – am RoMed Klinikum Rosenheim. Ziel ist es, Lungenkrebs frühzeitig und in einem gut behandelbaren Stadium zu erkennen und damit zu heilen.

Hausärzte im Zentrum des Netzwerks

Die Hausärztinnen und Hausärzte der Region bleiben erste Ansprechpersonen für ihre Patientinnen und Patienten. Sie kennen die Menschen, ihre Lebensumstände und Vorerkrankungen. Für sie bietet das Lungenkrebszentrum klare Strukturen: feste Ansprechpartner, direkte Durchwahlnummern, standardisierte Überweisungspfade und die Möglichkeit, Fälle in der Tumorkonferenz vorzustellen.

„Es gibt einen klar definierten Behandlungsprozess über Landkreisgrenzen hinweg. In kooperativer Zusammenarbeit werden so beispielsweise auch Doppeluntersuchungen vermieden. Unsere Patientinnen und Patienten sollen nicht erst in die Großstadt fahren müssen,  um  eine  Therapie  auf  Spitzenniveau  zu  erhalten“,  unterstreicht  Dr. Ulrich  Schulze, Geschäftsführer der RoMed Kliniken.

Bericht und Foto: RoMed Kliniken


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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