Seit 1. Februar kann sie zwar bereits alarmiert werden – jetzt ist die Kreiseinsatzzentrale am Landratsamt Landshut offiziell in Betrieb genommen worden. So begrüßte der zuständige Sachbearbeiter Wolfgang Metz Landrat Peter Dreier, einige Führungsdienstgrade aus der Kreisbrandinspektion Landshut, weitere Vertreter des Landratsamtes aus Hausverwaltung und Fachbereich, Feuerwehr-Kollegen der Stadt Landshut und die ITK Klein, die als ausführende Firma den technischen Aufbau der neuen KEZ geplant und installiert hat.
Fach-Kreisbrandinspektor Andres Pichl ging dabei auf die Entstehungsgeschichte der Kreiseinsatzzentrale ein. Nach der Hochwasser-Katastrophe im Bereich Rottal-Inn im Jahr 2016 war die Bedeutung funktionsfähiger Lagezentren und Organisationsstrukturen noch einmal deutlich geworden. Auch die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass die baulichen Voraussetzungen am alten Landratsamt Landshut in Achdorf nur sehr eingeschränkt für eine moderne und effektive Stabsarbeit geeignet sind. „Wir waren im ganzen Gebäude zerstreut, es mussten zum Teil erst noch Kommunikationsleitungen gezogen werden, Besprechungsmöglichkeiten waren nur wenig gegeben. Wichtig war es uns, die Blaulicht-Organisationen mit den politischen Entscheidungsträgern und der Verwaltung zusammenzubringen, die die Lage abarbeiten, sobald die Schwelle zum Katastrophenfall überschritten wird. Deshalb mussten wir die Chance, die dieser Neubau geboten hatte, unbedingt ergreifen. Diese Idee, die Kreiseinsatzzentrale in das neue Landratsamt zu integrieren, wurde von der ersten Sekunde an voll unterstützt.“
So ist im Zuge des Neubaus in Essenbach natürlich auch berücksichtigt worden, das Gebäude möglichst flexibel für alle Nutzungsformen zu gestalten – auch für den Katastrophenfall. So kann der gesamte Sitzungsbereich für ein großes Lagezentrum abgetrennt und umfunktioniert werden – ergänzt um die Kreiseinsatzzentrale als zentrale Kommunikationseinrichtung. Sie kommt zum Einsatz, wenn es aufgrund von Starkregen oder anderen Unwetterereignissen zu sehr vielen, auch kleineren, Einsatzstellen innerhalb eines kurzen Zeitraums kommt: Mehrere vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume – das sind die klassischen Aufgaben nach solchen Ereignissen, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden müssen. Hier kommt die Kreiseinsatzzentrale ins Spiel: Mehrere, speziell geschulte Ehrenamtliche aus dem Blaulicht-Bereich strukturieren und koordinieren das Einsatzgeschehen und die verfügbaren Einsatzkräfte vom Landratsamt aus – auch um die benachbarten Kolleginnen und Kollegen der Integrierten Leitstelle zu unterstützen. Denn trotz eines hohen Einsatzaufkommens kann nur so sichergestellt werden, dass die wirklich zeitkritischen Notrufe an der 112 umgehend koordiniert werden können – sei es der schwere Verkehrsunfall oder auch der Herzstillstand, bei dem Sekunden über Leben und Tod des Betroffenen entscheiden können. Die vier Arbeitsplätze der KEZ können nach Bedarf um zwei weitere ergänzt werden. Insgesamt sind für diese Aufgabe 18 Ehrenamtliche umfassend geschult und qualifiziert worden.
Auch Landrat Peter Dreier zeigte sich stolz, wie der Bereich Katastrophen- und Zivilschutz im Landkreis Landshut in den vergangenen Jahren auf neue Beine gestellt worden ist: „Mit dem Katastrophenschutz-Zentrum in Ergolding, der Integrierten Leitstelle in Essenbach und der Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt sind wir für die Zukunft gerüstet – und das müssen wir auch sein, angesichts immer häufiger auftretender starker Unwetter, aber auch im Hinblick auf die ungewisse weltpolitische Lage.“ Er dankte dabei den zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich in diesem Bereich einbringen: „Eine noch so gute Ausstattung ist nutzlos, wenn niemand das Engagement zeigt, sich hier einzubringen – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.“
Wolfgang Metz richtete seinen Dank an den Fach-Kreisbrandinspektor Andres Pichl und den Fach-Kreisbrandmeister Jürgen Unfall, die sehr viele Stunden in Konzeption, Ausarbeitung und Ausführung der neuen Kreiseinsatzzentrale gesteckt haben. Sogar eine eigene Software hat Fach-KBM Unfall in diesem Zusammenhang geschrieben, um große Einsatzlagen effizient und schnellstmöglich abarbeiten zu können. Landrat Peter Dreier durfte dabei den ersten Einsatz anlegen und das System durchtesten.
Bericht und Bilder: LRA Landshut
- Landrat Peter Dreier legte gemeinsam mit Fach-Kreisbrandmeister Jürgen Unfall den ersten Probe-Vorgang in der neuen Kreiseinsatzzentrale an
- Einer der neuen Arbeitsplätze der Kreiseinsatzzentrale
- Die neue Kreiseinsatzzentrale ist offiziell in Betrieb genommen







