Ein einzigartiges Konzept wird Wirklichkeit: Am Freitag wurde das gemeinschaftlich von Frasdorf und Prien erbaute Johanniter-Kinderhaus Wildenwart eingeweiht – mit Gästen wie der stellvertretenden Landrätin Marianne Loferer und leichter Verzögerung wegen eines Wasserschadens.
Dass eine gute Gemeinschaft vieles möglich macht, zog sich am 24. April wie ein roter Faden durch die Einweihung des Johanniter-Kinderhauses Wildenwart. Trotz eines erheblichen Wasserschadens in der finalen Bauphase eröffnete das Team die Einrichtung im September 2025 und nahm alle Kinder planmäßig auf. Ermöglich wurde dies nicht zuletzt durch eine Teil-Betriebserlaubnis des Landratsamtes für das unbeschädigte Obergeschoss. Und so zollte die stellvertretende Landrätin bei der Einweihung allen Beteiligten Respekt: „Einmal mehr haben alle gemeinsam angepackt, die Gemeinden, der Träger und das Jugendamt und haben die Dinge so umorganisiert, dass trotz widriger Bedingungen eine Betriebserlaubnis erteilt werden konnte. Das haben Sie richtig gut gemacht“, so Marianne Loferer. Und sie sprach von der „Gemeinschaft der Gleichaltrigen, in der Kinder soziale Fähigkeiten lernen und eigene Stärken entdecken können“.
Einzigartiges Konzept zweier Gemeinden
Die Einrichtung entstand als gemeinschaftlicher Bau der Gemeinden Frasdorf und Prien auf einem Grundstück im Frasdorfer Ortsteil Wildenwart, keine hundert Meter von der Grenze zur Nachbargemeinde entfernt. Der Frasdorfer Bürgermeister Daniel Mair ging in seinen Grußworten auf den beschwerlichen Weg bis zur Fertigstellung des Kinderhauses ein, der nur durch die gemeinschaftlichen Anstrengungen der beiden Gemeinden und aller am Bau beteiligten Unternehmen möglich war. Beim Anblick der strahlenden Kinder und Eltern strahlte dann auch der Bürgermeister und dankte zuletzt den Johannitern: „Ihr habt das Beste aus manch schwieriger Situation gemacht und es geschafft, dass sich die Kinder hier wohlfühlen.“ Sein Amtskollege Andras Friedrich aus Prien unterstrich die enge Zusammenarbeit der Gemeinden, die sich den enormen Herausforderungen des kommunalen Bauens gestellt haben. „Dass wir heute diese Einrichtung bei strahlendem Sonnenschein eröffnen dürfen und dass die Kinder gut angekommen sind, dass sie hier spielen und neugierig sein dürfen, das freut mich enorm.“ Im Anschluss an die Grußreden sprach Gottfried von Segnitz, Regionalpfarrer der Johanniter, einen Segen aus. Auch er betonte, wie wichtig in der heutigen Zeit Gemeinschaft und Zusammenhalt sind und zeigte sich hocherfreut, beides in Wildenwart zu spüren.
90 von 124 Betreuungsplätze sind bereits belegt
Mittlerweile haben alle Gruppen ihr endgültigen Räume bezogen und erfreuen sich an der modernen, altersgerechten Ausstattung mit viel Holz und dem tollen Blick aus den großen Fenstern zur Kampenwand. Eine Kinderkrippengruppe, drei Kindergartengruppen und der Grundschulhort sind bereits in Betrieb, eine weitere Kinderkrippengruppe kann bei Bedarf geöffnet werden – die Räumlichkeiten hierfür sind bereits vorhanden. Insgesamt 90 Kinder ab einem Jahr bis zum Übertritt in die weiterführende Schule werden aktuell von Einrichtungsleiter Johannes Kern und seinem Team betreut – maximal 124 Plätze stehen zur Verfügung. „Die Anfangszeit war nicht immer leicht, hat aber dazu beigetragen, dass sowohl die Kinder als auch unser Team eng zusammengewachsen sind“, blickt Einrichtungsleiter Johannes Kern auf die ersten Monate im neuen Johanniter-Kinderhaus Wildenwart zurück. Der Einrichtungsleiter freut sich, dass pünktlich zur offiziellen Eröffnung und feierlichen Einweihung am 24. April auch das letzte Stück Garten, auf dem nach dem Baubetrieb neuer Rasen gesät wurde, zur Verfügung steht: „Die Kinder sind viel draußen und nutzen die neuen Möglichkeiten im Garten mit großer Begeisterung.“
Das größte Highlight aber ist für Johannes Kern, dass nun endlich nach und nach das teiloffene Konzept starten kann. Nach dem Morgenkreis, den die Kinder in ihrer Stammgruppe verbringen, öffnen sich die Türen des Hauses und die Kinder schwärmen aus: zum Beispiel zu freiem Spiel im Garten, zu einem Bastelangebot im Werkraum oder einem Bewegungsparcours in der Turnhalle. „Das Besondere an unserem Konzept ist, dass jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen und Interessen wahrgenommen wird und sich entsprechend entfalten kann“, sagt Kern. Das wissen auch die Eltern aus Frasdorf und Prien zu schätzen: Die Rückmeldungen der Eltern, die bereits ein Kind in der Einrichtung haben, seien sehr positiv, berichtet Kern: „Wir erhalten immer wieder sehr positives Feedback von den Eltern, die bereits ein Kind bei uns haben. Gleichzeitig merken wir, dass auch andere Familien auf uns aufmerksam werden und großes Interesse an unserem Angebot zeigen.“ Mittlerweile gibt es auch unter dem Jahr einige Anmeldungen, und die Kindergarten-Gruppen zeigen jetzt schon eine gute Auslastung für September.
Bericht und Bilder, Gerhard Bieber, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.



















