Aus der Geschichte und Entwicklung der Katholischen Landjugend Wildenwart – 75 Jahr-Feier – Festzeltauftakt mit Feuerwehr am Donnerstag, 30. April – Festsonntag mit Fahnenweihe am Sonntag, 3. Mai.
Wildenwart (hö) – In der bis 1978 selbstständigen Gemeinde Wildenwart gibt es eine von insgesamt 26 Gemeinschaften innerhalb der Katholischen Landjugend. Gegründet wurde diese in Wildenwart im Jahr 1951, so sind es heute 75 Jahre, dass die KLJ Wildenwart besteht. Bei der am 28. August 1957 erfolgten Generalversammlung im Jugendheim nahmen -nach einer in diesem Jahr begonnenen Chronik – 33 Jugendliche an der Versammlung teil. Am 17. September erfolgte eine sogenannte Jugendstunde. Dabei ging es um die Planung eines Jahresausfluges nach Salzburg und um Abstimmungen mit dem Kreisjugendring Rosenheim. Es folgten noch getrennte Jugendstunden für Knaben und Mädchen (diese wurden von Fräulein Schuhbeck von der Rosenheimer Landwirtschaftsschule in einen Stickwettbewerb eingeführt). An einem darauffolgenden Backkurs beteiligten sich immerhin 28 Mädchen. Das Jahr 1957 endete mit der Renovierung des Jugendheims, das fortan als Pfarrheim bezeichnet wurde sowie mit einer Weihnachtsfeier der gesamten Katholischen Jugend.
Heuer feiert die Katholische Landjugend ein großes Fest mit Lukas Stocker als Vorsitzenden und mit einer gemischten Vorstandschaft. Höhepunkt des Festes wird die Weihe einer bei der Firma Kössinger handwerklich erstellten Fahne sein. Die Fahnenweihe erfolgt am Sonntag, 3. Mai im Rahmen eines Festprogrammes, das gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr von Wildenwart vorbereitet wurde. Das gemeinsame Festzelt bietet Veranstaltungen vom Donnerstag, 30. April bis Montag, 4. Mai auf dem Platz neben dem Wildenwarter Feuerwehrhaus. Die Dirndl und Buam der Katholischen Landjugend feiern dann in neuer Gwand-Ausstattung, seit 2024 haben sie sich nämlich mit einheitlichem Leibe beziehungsweise mit Dirndl ausgestattet. Der Festgottesdienst am 3. Mai wird von Priens Pfarrer Philipp Werner (Pfarrverband Westliches Chiemseeufer) gefeiert werden, mit dabei sein wird auch Matthias Schmitz als Geistlicher Beirat der Katholischen Landjugend von Wildenwart.
Die weitere Entwicklung ab 1958
Das Jahr 1958 begann für die Wildenwarter Landjugend mit einer Gruppenstunde sowie mit dem Thema „Untergang der Dorfkultur“ mit Lehrer Edelmann als Referenten und mit der Teilnahme an einem Dekanatstag für Jugendführerinnen und Jugendführer in Prien. Weitere Aufgaben waren in den Folgewochen die Rollenverteilung für einen bunten Theaterabend, eine Singstunde der Mädchenjugend im Pfarrhof und die Gestaltung einer Maiandacht. Zum Jugenddekanatstag in Prien heißt es in der Chronik: „Um 8 Uhr morgens feierte die versammelte Jugend des Dekanats Chiemsee mit Kaplan Otter im Eichental die Heilige Messe. Die Banner der einzelnen Jugendgruppen nahmen währenddessen rund um den Altar Aufstellung, die Blaskapelle Wildenwart begleitete die Lieder. Um 11 Uhr begaben sich die Jugendlichen wieder ins Eichental, um einer Missionsstunde beizuwohnen. Hierzu erschienen ein deutscher und ein japanischer Missionar“. Zum wohl vorbereiteten „Bunte Abend“ in der Wildenwarter Schlosswirtschaft am 8. Juni 1958 sprach Expositus Johann Strobl die Begrüßungsworte, für die verschiedenen Einakter, Lieder, Gedichte und Musik bekamen die Mädchen und Burschen sowie Ansager Lois Rheinthaler aus Bad Endorf viel Applaus. Zum Ende des Jahres 1958 überzeugte die Landjugend in der Schlosswirtschaft mit der Aufführung des Spieles „Der Totentanz“. Auch 1959 gab es einen „Bunten Abend“, diesmal unter Spielleiter Hans Stoib sowie mit Prinzessin Helmtrud und Bürgermeister Müller als Ehrengäste. Eine Änderung gab es bei der Führung der Jugend am 11. September 1959. Erika Noichl schied als Führerin aufgrund ihrer Hochzeit aus, ihre Nachfolgerin wurde Annemarie Schlosser. Dazu heißt es in der Chronik weiter: „Schriftführerin Reinhilde Mühlthaler übernimmt zusätzlich die Kassenverwaltung und Anneliese Kirner wurde als Pflugposten aufgestellt. In der männlichen Vorstandschaft mit Balthasar Obermaier und Konrad Kronast hat sich nichts geändert. Als Bannerträger wurden Robert Gmeiner und Rita Loferer bestimmt“. Das Jahr 1960 beginnt mit folgendem Eintrag: „Der Schlenklpfinsta, wie im Volksmund der Donnerstag nach Mariä Lichtmeß heißt, war für den Faschingsabend der Katholischen Jugend ausersehen. Trotz des schlechten Wetters kamen fast alle Mitglieder in die faschingsfroh geschmückte Gastwirtschaft Rosenwink nach Prutdorf“. Am 24. Januar 1961 war Anton Tremmel aus Rohrdorf als Dekanatsjugendseelsorger bei einer Versammlung in Wildenwart zu Gast. Der Referent führte aus, dass Güte und Wahrhaftigkeit die Grundpfeiler menschlichen Zusammenlebens sein sollten. Noch im selben Jahr gab es einen weiteren „Bunten Abend“, diesmal mit Robert Gmeiner als Ansager sowie mit den Einlagen „Der Unfall“ und „Die Schwiegermutter“ sowie mit den Einaktern „Raubmörder gesucht“ und „Die Feuerspritze“.
Katholische Landjugend Wildenwart heute
Im Laufe der Jahre und auch aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen hat sich die Katholische Landjugend neuen Herausforderungen angepasst. Geblieben ist die Nähe zu kirchlichen Terminen und Aufgaben. Neu entstanden sind eigene Aktivitäten. Zu ihnen gehört seit vielen Jahren und im Verbund mit übergeordneten Stellen eine Altkleidersammlung („Aktion Rumpelkammer“). Eingeführt wurde schon früh ein Nikolausdienst, dessen Erlöse immer der örtlichen Aufgabenerfüllung zugutekamen. Von Anfang gut angenommen wurde zur Entlastung der Eltern der Service im Pfarrheim am Heilig-Abend-Tag eine Kinderbetreuung („Wir warten auf das Christkind“). Für die Finanzierung eigener Vorhaben oder Anschaffungen gibt es seit vielen Jahren im Wildenwarter Feuerwehrhaus eine Gummibärli-Party. Diese war auch heuer wieder ein großer Erfolg und eine organisatorische Leistung, so dass Vorstandschaft und Mitglieder zuversichtlich in die Festwoche mit dem 75jährigen Jubiläum und mit der Weihe der neuen Fahne begeben können.
Fotos/Repros: Hötzelsperger – 1. Ausflug Salzburg 1957 – 2. Aktion Rumpelkammer 2003 – 3. KLJ Wildenwart unterwegs 2014 – 4. Werbung Gummibärliparty 2015 mit Kirche – 5. Nikolausdienste – 6. Festprogramm mit Feuerwehr Wildenwart














