Gesundheit

RoMed zu unterversorgten Kindern

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Sicherheit, Nähe und Qualität bei der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener in Rosenheim  –   Über 30 Kinder unter  1.250 Gramm in 2025  versorgt–GBAMindestmenge erreicht. Geburtsmedizin betont: Ziel bleibt, Schwangerschaften möglichst lange sicher fortzuführen.

Die langen Klinikaufenthalte bei der Versorgung von kleinsten Frühgeborenen, mitunter an der Grenze zur Lebensfähigkeit, stellen für die betroffenen Familien, aber auch die versorgenden Kinderkliniken stets eine besondere Herausforderung dar. Das RoMed Klinikum Rosenheim verzeichnet für 2025 ein Rekordjahr in der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener unter 1.250 Gramm: Insgesamt wurden über 30 dieser hochkomplexen Patientinnen und Patienten fürsorglich behandelt, darunter viele Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht deutlich unter 1000 Gramm.

In den Spezialambulanzen und auf den Stationen der Kinderklinik Rosenheim wird eine hohe Zahl mitunter schwer erkrankter Kinder in den verschiedensten Subdisziplinen der Kinder- und Jugendheilkunde behandelt. Dies gilt in 2025 auch für die genannte hochsensible Patientengruppe der besonders kleinen Frühgeborenen. Die hohen Patientenzahlen in diesem Fachbereich sind relevant, weil vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G‑BA) inzwischen eine vorgegebene Mindestmenge an Behandlungen pro Jahr für diese Fallgruppe gefordert wird. Die Mindestmengenregelung soll Qualität und Routine in der hochspezialisierten Versorgung von kleinsten Frühgeborenen sichern, um Komplikationen in der Behandlung dieser Patientengruppe  zu  vermeiden.  PD  Dr.  Hendrik  Jünger,  Chefarzt  der  Klinik  für  Kinder-  und Jugendmedizin erläutert:„Fürsehr kleine Frühgeborene zählen vor allem eingespielte Teams mit hoher Kompetenz–rund um die Uhr. Die Zahl 2025 zeigt: bei uns stimmen nicht nur die technische Ausstattung und  medizinischen  Schwerpunkte,  wir  verfügen in  Rosenheim  eben auch über die notwendige Routine und Sicherheit–und machen unsere Qualität transparent. PD Dr. Andreas Schnelzer, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe berichtet: „Wir freuen uns über das große Vertrauen bei werdenden Eltern und Zuweisern in unser Zentrum, dies zeigt sich deutlich an den zunehmenden überregionalen Patienten auch aus den angrenzenden Landkreisen.”

Parallel unterstreicht die Geburtshilfe am Standort: Die Zahl spiegelt Versorgungs‑ und Zuweisungskompetenz wider – nicht etwa eine Häufung von Frühgeburten am Haus. Qualitätsziel Nummer eins bleibt, Schwangerschaften sicher möglichst lange fortzuführen und Belastungen für Mutter und Kind zu minimieren und am Ende damit Frühgeburten zu verhindern.

Über die medizinische Versorgung hinaus hat die persönliche Begleitung Schwangerer höchste Priorität. Viele Frauen kommen mit Fragen und spürbarer Unsicherheit in die Klinik–besonders Erstgebärende. Ziel der Betreuung ist, Ängste zu nehmen und durch einfühlsame, verlässliche Begleitung Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Ergänzend zur geburtshilflichen Sprechstunde und zur pränatalen Diagnostik (DEGUM II, vorgeburtlicher Ultraschall) bieten erfahrene Hebammen vielfältige Unterstützungsangebote:

Geburtsvorbereitungskurse, individuelle Beratungen, Infoabende und Nachbetreuung. Bei Risikoschwangerschaften und -geburten stellt das Perinatalzentrum als zusätzliche Sicherheitsstufe eine erweiterte Schutz- und Versorgungskompetenz sicher.

„Prävention ist unser oberstes Qualitätsziel: Wir tun alles dafür, dass Babys sicher und geborgen möglichst lange im Mutterleib bleiben. Wenn sich eine Frühgeburt dennoch ankündigt,  werden abgestimmte  Schutz- und  Behandlungsabläufe  aktiviert–vom  Kreißsaal bis zur Neonatologie, begleitet von enger Elternanbindung und klarer Kommunikation“, erklärt Dr. Angela Kirschenhofer, Leiterin Pränatale Medizin und Geburtshilfe an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Sonja Schönwälder leitet die Pflege im Zentrum Pädiatrie und kennt die Neonatologie aus dem Alltag. „Auf der Kinderintensiv zählt jedes Detail: vom ersten warmen Tuch über das behutsame Fixieren winziger Zugänge bis zu den geborgenen Augenblicken in den Armen der Eltern.  Wir  arbeiten  nach  klaren  Standards  und  Checklisten,  üben  Übergaben  und  Notfälle regelmäßig im Team und bleiben zugewandt. Känguru‑Zeit, Mut machen, verständlich erklären–das gehört für uns ebenso zur Therapie wie Beatmung, Medikamente und pflegerische Expertise.“

Ebenso wichtig: Ruhe. Auf den Fluren bleibt es leise, Übergabegespräche finden außerhalb der Zimmer statt. In jedem Raum zeigen Lärmampeln, wenn es zu laut wird; die Alarme von Monitoren sind auf das Nötige reduziert. Bei Hochfrequenzbeatmung schützen spezielle Ohrschützer die empfindlichen Ohren der Kinder. Wird es doch einmal laut, erinnern die Pflegekräfte freundlich–Ruhe ist hier Teil der Therapie. „Wenn ein Kind wieder selbst atmet oder  ein  paar  Gramm  zunimmt,  freuen  wir  uns  gemeinsam–Ärzteteam,  Pflege  und  Eltern Seite an Seite.“

Was Familien konkret erwartet

  • – geburtshilfliche Sprechstunde und pränatale Diagnostik (DEGUM II, vorgeburtlicher Ultraschall)
  • – 24/7- Strukturen in Kreißsaal, Präpartalstation und Wochenbettstation
  • – 24/7‑Strukturen in Neonatologie/Kinderintensiv inklusive Neonatal‑Notarzt für außerklinische Notfälle.
  • – Eltern werden einbezogen: Besuchs‑und Rooming-in‑Regelungen, Still‑und Bonding‑Unterstützung sowie strukturierte Nachsorgepfade.
  • – Perinatalzentrum Level I am Standort, zertifiziertes Qualitätsmanagement undöffentlich abrufbare Qualitätsdaten

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Bericht und Fotos: RoMed Kliniken



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Toni Hötzelsperger

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