Brauchtum

Hinzinger Maibaumfest

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Pittenhart: Hoch ging es am Pfingstsonntag in Hinzing her. Nach nunmehr 5 Jahren haben die Hinzinger wieder einen Maibaum auf ihrem Dorfplatz aufgestellt. Ein Maibaum gehört in unseren ländlichen Gebieten zu einem Dorf, wie das Salz in die Suppe. Seit 2012 hält die Dorfgemeinschaft diesen schönen alten Brauch am Leben und nunmehr zum dritten Mal diese Traditionsstangerl aufgestellt.

„Stangerl“ ist bei dem Hinzinger Maibaum etwas untertrieben. 20,26 Meter ist das Prachtstück hoch und wurde vom Lambebauern, der Familie Graf-Maier gestiftet. Schon kurz nach dem Fällen haben den Stamm die Maibaumdiebe Evenhausen-Stephanskirchen in die Gemeinde Evenhausen gezogen, wo er die letzten Monate bestens bewacht und ganz geheim untergebracht war. Ganz standesgemäß machten sich die Diebe am Pfingstsonntag mit ihrem festlich geschmückten Gespann auf den Weg nach Hinzing. Am Ortseingang von Hinzing erwartet wurden die Evenhausener bereits erwartet und wie könnte es anders sein, ohne eine entsprechende Auslöse wären sie auch nicht weitergefahren. Mit Blasmusik-Begleitung ging es dann die letzten Meter zum Aufstellplatz, dem Dorfplatz in Hinzing. Beste Stimmung herrschte bereits bei den vielen Zuschauern, die es sich mit einem herzhaften Mittagessen und kühlen Getränken auf den Biertischen gemütlich gemacht hatten. Mit viel Muskelkraft, aus den Reihen der Hinzinger Burschen und den Dieben, mit ausreichend Flüssigem und lustiger fachkundiger Anweisung von Christoph Maier wurde der Maibaum Zentimeter für Zentimeter in die Senkrechte gebracht. „Gnau gings scho“, so Wast Guggenhuber, der gemeindliche Heimatpfleger der in Hinzing wohnt, der neue Maibaum ist wie die Jahreszahl genau 20,26 Meter hoch. Wie er berichtet war der Stamm ursprünglich um einiges länger, aber sparsam und Umweltbewusst, wie die Hinzinger sind, wurde aus dem Reststück eine neue Sitzbank gezimmert, die ebenfalls den Dorfplatz schmückt. Mit einem Tusch der Obinger Blasmusik und einem riesen Applaus der Zuschauer wurde der Maibaum in seiner Senkrechten begrüßt. Acht Zunftzeichen symbolisieren die Dorfgemeinschaft und das landwirtschaftliche Leben in dem fast siebzig Seelen zählenden Dorf in der Gemeinde Pittenhart. Für die Anbringung kam eigens ein historisches Feuerwehrauto mit Leiter aus dem Nachbarlandkreis Rosenheim.

Das man in Pittenhart zu feiern versteckt hat sich wieder Mal in Hinzing gezeigt. Mit einem herzhaften Schmackerln zu Mittag, kühlen Getränken und einem großen Angebot an Kuchen und Torten zum Nachmittagskaffee war alles bestens organisiert. Neben den Musikern der Obinger Blaskapelle haben zehn Buam und Dirndl mit schneidiger bayrischer Musik für griabige Stimmung gesorgt. Am späteren Nachmittag wurde dann die Bar im Stadl eröffnet und Partytime mit der Gruppe „Gams’n Edelweiss“ war für die Jungen und  jung gebliebenen angesagt. Fröhlich und ausgelassen wurde der dritte Maibaum gefeiert und die schönen Stunden der Dorfgemeinschaft werden bei allen lange in Erinnerung bleiben.

Bericht: Emmy Künzner-Hingerl

– pünktlich und festlich geschmückt lieferten die Maibaumdiebe aus Evenhausen Stephanskirchen den Traditionsstamm in Hinzing ab

-Mit viel Muskelkraft, aus den Reihen der Hinzinger Burschen und den Dieben, mit ausreichend Flüssigem und lustiger fachkundiger Anweisung von Christoph Maier wurde der Maibaum Zentimeter für Zentimeter in die Senkrechte gebracht.

-Acht Zunftzeichen symbolisieren die Dorfgemeinschaft und das landwirtschaftliche Leben in dem fast siebzig Seelen zählenden Dorf


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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