Brauchtum

Nußdorfer Gaufest-Informationen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Als der Nußdorfer Trachtenverein zur Informationsveranstaltung für das Gaufest 2026 geladen hatte, zeigte sich schon nach wenigen Minuten, dass dieses Fest nicht nur eine Angelegenheit des Vereins werden wird. Der Saal des Schneiderwirts füllte sich bis auf den letzten Platz. Viele waren nicht bloß gekommen, um Termine zu erfahren. Sie wollten wissen, wo sie gebraucht werden, welche Aufgaben auf das Dorf zukommen – und wie Nußdorf diese Festwoche gemeinsam stemmen kann.

Der Vorsitzende Andreas Maier zeigte sich erfreut darüber, dass so viele interessierte Nußdorferinnen und Nußdorfer zur Informationsveranstaltung gekommen waren. Das große Interesse, sagte er sinngemäß, sei ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt im Ort und für das Gelingen des Gaufests, auf das sich der Verein schon jetzt freue. Anschließend übernahm Peter Oberauer, der für die Organisation des Festes verantwortlich zeichnet. Anhand einer anschaulichen Präsentation führte er das Publikum Schritt für Schritt durch das, was im Juli auf Nußdorf zukommt. Seine Botschaft war klar: Das Gaufest ist ein Fest der Trachtler, aber gelingen kann es nur als Gemeinschaftsleistung des ganzen Dorfes. Nußdorf richtet vom 9. bis 19. Juli 2026 das 106. Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands aus und feiert zugleich 130 Jahre GTEV „Alpenrose“ Nußdorf.

Gerade dieser Sonntag wird für Nußdorf ein Ausnahmezustand – feierlich, aber auch organisatorisch anspruchsvoll. Am Vormittag stellen sich die Vereine um 9 Uhr auf, um 9.15 Uhr beginnt der Kirchenzug. Er führt vom Bereich Am Ring über Dorfstraße, Ölschlagweg und Hochriesweg zum Waldpark, wo um 10 Uhr der Festgottesdienst gefeiert wird. Gegen 11.15 Uhr geht es zurück zum Festzelt. Am Nachmittag folgt der große Festzug: Aufstellung ist um 13.45 Uhr, Start um 14 Uhr. Die rund 3,6 Kilometer lange Route führt durch zentrale Straßen des Ortes und soll gegen 15.30 Uhr beendet sein.

Für Anwohner, Besucher und Durchgangsverkehr heißt das: Der Ortsbereich wird zeitweise nur eingeschränkt erreichbar sein, einzelne Straßen werden gesperrt oder umgeleitet. Wer an diesem Tag fahren muss, sollte Wege frühzeitig planen, mehr Zeit einrechnen und die ausgewiesenen Parkplätze nutzen. Für Busse sind eigene Flächen vorgesehen; Umleitungen zwischen Brannenburg, Erl und Neubeuern sind eingeplant.

Oberauer machte in seiner Präsentation aber auch deutlich, dass nicht nur der Festsonntag Vorbereitung braucht. Schon Wochen vorher beginnt die Arbeit. Am Freitag, 26. Juni, startet der Zeltaufbau, am Samstag wird weitergebaut, danach folgen Ausstattung und Dekoration. Das Festzelt muss eingerichtet, die Bewirtung organisiert, die Wege müssen geschmückt, Schichten besetzt, Kuchen gebacken und Verkaufsstände betreut werden. Der Helferbedarf ist entsprechend groß – und er betrifft nicht nur Vereinsmitglieder. Willkommen ist jede Unterstützung, ob beim Aufbau, in der Küche, an der Schänke, beim Kaffee- und Kuchenverkauf, bei der Dekoration oder beim späteren Abbau.

Besonders anschaulich wurde das beim Thema Kaffee und Kuchen. Rund 400 Kuchen werden benötigt, dazu mindestens 300 Schmalznudeln. Erlaubt sind ausdrücklich auch Kuchen mit Sahne, Quark oder Früchten; auf rohe Eier soll verzichtet werden. Die Kuchenschachteln mit Begleitzetteln werden am Freitag, 26. Juni, um 15 Uhr im Foyer der Turnhalle ausgegeben, weitere Hinweise sollen über Zeitung, Kommunenfunk und WhatsApp folgen. Auch für die Ausschmückung ist das Dorf gefragt: Benötigt werden Grünspenden wie Tanne, Buchs, Eibe oder Zedern. Geschmückt werden unter anderem Bühne, Festwägen, Pavillon im Waldpark und die Wegstrecken. Anwohner können am Samstag, 11. Juli, Daxenbüscherl für die Dekoration entlang der Zugstrecke am Festzelt abholen.

So wurde aus dem Infoabend mehr als eine nüchterne Ablaufbesprechung. Während Oberauer die Pläne erläuterte, füllten sich die Helferlisten fast von selbst. Das war vielleicht die wichtigste Nachricht dieses Abends: Nußdorf bereitet sich nicht nur auf ein großes Fest vor, sondern auf eine gemeinsame Bewährungsprobe. Für einige Tage wird der Ort Gäste empfangen, Verkehr umleiten, Zelte betreiben, Kuchen verkaufen, Musik hören, Trachten zeigen und Straßen schmücken. Das Gaufest kommt nicht einfach auf Nußdorf zu. Es wird von Nußdorf getragen.

Festwoche auf einen Blick

  • Donnerstag, 9. Juli, 18 Uhr: Bieranstich mit der Musikkapelle Nußdorf
  • Freitag, 10. Juli, 18.30 Uhr: Gauheimatabend mit Totengedenken, ab 20 Uhr Musikkapelle Nußdorf
  • Sonntag, 12. Juli: 106. Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands; Empfang der Vereine um 8 Uhr, Kirchenzug um 9.15 Uhr, Festgottesdienst um 10 Uhr, Festzug um 14 Uhr
  • Montag, 13. Juli, 18 Uhr: Kesselfleischessen mit der Kranzhornmusi Junge Hinterberger
  • Dienstag, 14. Juli, 15 Uhr: Seniorennachmittag
  • Mittwoch, 15. Juli, 16 Uhr: Kinderprogramm mit „Sternschnuppe“; ab 19.30 Uhr Volksmusikabend und Tanz
  • Donnerstag, 16. Juli, ab 18 Uhr: Schnoizatreffen
  • Freitag, 17. Juli, 19 Uhr: Blasmusikabend mit Pro Mill und Brassaranka
  • Samstag, 18. Juli, 19 Uhr: „Nußdorf spuit auf bei Bier und Wein“
  • Sonntag, 19. Juli: Gaudirndldrahn sowie Trachten- und Handwerkermarkt

Bericht und Foto: Volkhard Steffenhagen – Vorsitzender Andreas Maier und Festorganisator Peter Oberauer informierten die Nußdorfer Bürger im voll besetzten Schneiderwirt über Programm, Verkehrsregelungen und Helferbedarf für das Gaufest 2026.


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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