Wirtschaft

Kommunale Wärmeplanung in Eggstätt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Start der kommunalen Wärmeplanung in Eggstätt  – Auftakt mit dem Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV)   –   Seit 2024 ist sie Pflicht: die Kommunale Wärmeplanung (KWP). Auch für die Gemeinde Eggstätt bedeutet das, dass bis 30. Juni 2028 verpflichtend ein Wärmeplan erstellt werden muss. Darin wird konkret aufgeschlüsselt, wie in Zukunft Heizenergie eingespart und klimafreundliche Wärmeversorgung sichergestellt werden soll.

Der Gemeinderat hat Anfang des Jahres das Institut für nachhaltige Energieversorgung (Rosenheim) INEV mit der kommunalen Wärmeplanung beauftragt, im April erfolgte nun der offizielle Auftakt. „Wir sind zum einen natürlich gesetzlich zur Durchführung einer kommunalen Wärmeplanung verpflichtet. Gleichzeitig soll diese Planung kein reiner Selbstzweck sein, sondern konkrete Maßnahmen und Planungsstrategien für unseren Ort und die Bürgerinnen und Bürger bringen.“, so Bürgermeister Christoph Kraus. Er ergänzt: „„Die gesetzliche Verpflichtung ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Wir wollen gemeinsam mit unserem Partner Lösungen finden, die wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind.“

„Niemand muss jetzt zuhause seine Heizung rausreißen!“: Projektleiter Adrian Hausner vom Institut für nachhaltige Energieversorgung betonte beim Auftaktgespräch im Rathaus, die KWP liefere eine Planungsgrundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung und setze Prioritäten für die Zukunft: Welche Wärmequelle macht in welchem Teil der Gemeinde Sinn? „Was davon tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, muss die jeweilige Kommune in einem nächsten Schritt entscheiden“, so Hausner.

Gebäudetypen, Baualtersklassen, Verbraucher, Erzeuger, Energiequellen: Aufgabe des Instituts für nachhaltige Energieversorgung ist es, mit Unterstützung der Gemeinde Eggstätt die nötigen Daten zu erheben. INEV werde mit allen relevanten Akteuren vor Ort Kontakt aufnehmen, um aktuelle und detaillierte Daten erfassen und auswerten zu können. Eine kontinuierliche Beteiligung der Öffentlichkeit sei von zentraler Bedeutung. Daher gehört auch die Organisation einer Bürgerinformationsveranstaltung zu den Aufgaben, die auf der Agenda der KWP stehen.

Adrian Hausner unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Kommunale Wärmeplanung ist ein Gemeinschaftsprojekt. Wir bringen unsere Expertise ein, um der Gemeinde Eggstätt eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern. Am Ende sollen die Bürgerinnen und Bürger von einer sicheren, bezahlbaren und klimafreundlichen Wärmeversorgung profitieren.“

Aufgabe der KWP ist es nach den gesetzlichen Vorgaben nicht, eine Detailplanung zur technischen Umsetzung und zur wirtschaftlichen Machbarkeit zu liefern, oder gar fixe Preise für die Wärmelieferung an Endkunden. „Das wäre nach Abschluss der KWP dann im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die nächste Aufgabe“, so Adrian Hausner.

Zum aktuellen Zeitpunkt gilt für Kommunen in dieser Größenordnung, dass neue Gas- oder Ölheizungen für den Gebäudebestand ab dem 1. Juli 2028 nur zulässig sind, wenn sie zu 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Bei Neubauten gilt die 65-Prozent-Regel bereits seit 01.01.2024.

Bericht und Foto: Gemeinde Eggstätt


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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