„Regen bringt Segen“ – frei nach diesem Sprichwort kamen die Mitglieder aus den 23 Trachtenvereinen des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte am „Christi-Himmelfahrts-Tag“ zur traditionellen Bitt- und Dank-Wallfahrt in Raiten in der Gemeinde Schleching zusammen. Den Gottesdienst zelebrierte Kardinal Reinhard Marx vom Erzbistum München-Freising zusammen mit Pfarrer Martin Strasser vom Pfarrverband Oberes Achental. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Schlechinger Sänger, die Schlechinger Alphornbläser und die Schlechinger Musikkapelle.
„1951, also vor nunmehr 75 Jahren erfolgte erstmals ein Gedenken hier am Hügel Maria zu den Sieben Linden. Ein Jahr später schlossen sich alle Chiemgauer Vereine dem Anliegen an, so dass es im nächsten Jahr unsere dann 75. gemeinsame Wallfahrt nach Raiten gibt“. Diesen Begrüßungsworten von Gauvorstand Thomas Hiendl fügte dieser noch ein paar persönliche Gedanken hinzu und sagte: „Nach Kriegsende war die Dankbarkeit der höchste Antrieb und es erstarkte die Bitte, dass das fürchterliche Grauen uns zukünftig verschonen möge. Heute hat Dankbarkeit viele Gründe, nicht Alles ist selbstverständlich. Haben wir wieder mehr Gespür für die Dankbarkeit, danken wir für Gesundheit, Arbeit, Gemeinschaft und auch für den Regen“.
Kardinal Reinhard Marx dankte seinerseits für die Einladung zur Wallfahrt im 100. Jubiläumsjahr der Chiemgauer Trachtler und bekannte, dass er zwar den Chiemgau und dessen vielen Kirchen ob seiner inzwischen 19 Jahre als Oberhaupt der Erzdiözese und ob seiner Urlaubsaufenthalte in Adelholzen sehr gut kenne, aber dass er die Raitener Kirche noch nicht kannte. „Diese Kirche habe ich mir vorher angeschaut, bin von ihr und von Eurer Wallfahrtstradition beeindruckt und kann mich nur den Worten des Gauvorstandes anschließen, dass wir wieder mehr über das Danken nachdenken sollen. Danken wir Gott, Danken wir für die Gemeinschaft und freuen wir uns, dass wir in der gemeinsamen Eucharistiefeier Gottes Nähe wissen. Denn im Glauben sind wir nie allein“. Der Kardinal würdigte die Verbundenheit von Glauben, Tradition und Heimatpflege und erklärte, dass diese in Bayern, noch mehr in Oberbayern und ganz besonders im Chiemgau ausgeprägt ist. Beispielhaft nannte er die große Anzahl der im Regen stehenden Trachtler, das vor dem Gottesdienst erfolgte Rosenkranzgebet und die jungen Leute, denen der Glanz des Festtags wichtig ist. „Seien wir weiterhin dankbar für das gelebte Zeugnis, denn wenn durch Oberflächlichkeit der Glanz verloren geht, dann geht auch die Dankbarkeit verloren. Über Allem steht der Glanz der Hoffnung“.
Zum Schluss des Gottesdienstes segnete Kardinal Marx die 1984 in Bernau geweihte und für das heurige Jubiläum restaurierte Standarte des Chiemgau-Alpenverbandes im Begleitschutz der Standarten der Patengaue Inngau-Trachtenverband und Altbayerisch-Schwäbischer Gauverband sowie im Beistand der Fahne vom ältesten Chiemgauer Trachtenverein aus Hohenaschau, dem Göd des Gauverbandes. Zweite Gauvorständin Lisbeth Tengler dankte vor dem abschließenden Totengedenken am Soldaten-Ehrenmal der Raitener Dorfgemeinschaft für die Vorbereitungen, vielen aktiv Beteiligten für die Unterstützung sowie den zahlreichen Ehrengästen aus den Reihen der Trachtler und der Politik, zu ihnen gehörten Vertreter der Landkreise Traunstein und Rosenheim, der Chiemgau-Gemeinden, des Bayerischen Trachtenverbandes, der Patengaue und des Gauverbandes I. Eine Einkehr beim Raitener Wirt wurde nach dem kirchlichen Teil reichlich angenommen.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Chiemgauer Trachtler-Wallfahrt nach Raiten im Chiemgau mit Kardinal Reinhard Marx als Hauptzelebranten. 1. Gottesdienst mit Kardinal Marx – 2. Gauvorstand Thomas Hiendl bedankte sich beim Kardinal mit der Chronik „100 Jahre Chiemgau-Alpenverband“. 3. Weiteres

































