Natur & Umwelt

Anger: Ein Gewässer wird gebändigt

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Wasserwirtschaftsamt Traunstein schließt Sanierung der Sperren im Aufhamer Bach ab – Wichtiger Hochwasserschutz für Aufham

Es ist ein großes Projekt, das das Wasserwirtschaftsamt Traunstein erfolgreich vollendet hat: die Instandsetzung beschädigter Sperren im Aufhamer Bach. Für die Maßnahme in Anger hat die Behörde, in Vertretung des Freistaats Bayern, 1,3 Millionen Euro investiert.

450 Bauwerke bremsen die Wucht von Wasser und Geschiebe

Der Ortsteil Aufham ist ein idyllischer Fleck: In den Gärten blühen an diesem Frühjahrstag die ersten Blumen und Sträucher. Die Häuser stehen etwas erhöht am Hang, der Blick reicht weit. Wer ein Stück hinaufspaziert, hört den Aufhamer Bach plätschern. Eine Fahrstraße führt am Bachlauf entlang durch den Wald den Berg hinan. Immer wieder taucht eine der Sperren im Bachbett auf. Manchmal sind zwei oder drei direkt hintereinander gesetzt. Insgesamt 450 Bauwerke sind auf einer Länge von rund drei Kilometern errichtet, von oben bis hinunter zur Mündung in die Stoißer Ache. Das belegt, welche Kraft der Aufhamer Bach entwickeln kann. Mit welcher Wucht das Wasser samt Geschiebe und Totholz bei Hochwasser ins Tal donnern kann. Eine gefährliche Situation. Für Schutz sorgen dann Holz-, Gabionen- und Steinsperren, aber auch gesicherte Uferböschungen. Sie bremsen die Energie des Wassers und halten den Bach im Zaum.

Erste Sperren entstehen Anfang des 20 Jahrhunderts

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Menschen die Gefahren erkannt und Schutzbauwerke errichtet. Einige dieser Bauten könnten die ältesten der bayerischen Wasserwirtschaft gewesen sein, vermutet Stefan Hollrieder, Sachgebietsleiter „Gewässerunterhaltung“ am Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Sie wurden einst vor allem aus Holz gebaut, ganz ohne Beton. Die Menschen hatten kaum Maschinen zur Verfügung, es war eine harte Arbeit im steilen Gelände. Über die Jahre wurden diese Holzsperren jedoch zumeist morsch und verfaulten. Diese, aber auch deutlich jüngere Sperren, haben die Arbeiter der Flussmeisterstelle Piding, die zum Amt gehört, als erstes erneuert. Nach und nach folgte die Sanierung weiterer Bauwerke.

Den Arbeiten war eine Studie vorausgegangen: Sie ergab, dass eine Instandsetzung wirtschaftlich sinnvoller sei als die Überlegung, die maroden Sperren aufzugeben und durch ein einziges, sehr großes Bauwerk oberhalb des Ortsteils zu ersetzen.

Die jetzt abgeschlossene Sanierung des Aufhamer Baches sichert auch für die Zukunft den Schutz der Menschen vor einem 100-jährlichen Hochwasser. Sachgebietsleiter Hollrieder spricht von einem „wichtigen Schutzprojekt für den Ortsteil“ – und erinnert daran, dass der Ortsteil einst auf dem Schwemmkegel des Gewässers erschlossen worden war.

Bericht und Fotos: Wasserwirtschaftsamt Traunstein


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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