Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Als ich Mitte Mai endlich ein Wetterumschwung mit nicht mehr eiskalten Nächten einsetzte, leuchtete auf meinem Weg zum Chiemsee ein riesiges Rapsfeld gelb vor Frabertsham mit der Kirche von Albertaich im Hintergrund. Obwohl der Gipfel des Hochgern noch schneebedeckt war, strahlten die Blumenwiesen im Grabenstätter Moos in satten Frühlingsfarben. Ein Höckerschwan verteidigte energisch die Hirschauer Bucht als sein Revier und jagte Konkurrenten bis an den Rand des Achendeltas, um anschließend mit seiner Auserwählten ausgiebig zu turteln.
Mystischer Bodennebel empfing mich bei einem weiteren Besuch in der Hirschauer Bucht. Graureiher und Gänsesäger jagten erfolgreich am Rand des nun blühenden Teichrosenfeldes. Auf einer durch den niederen Wasserspiegel des See freiliegenden Schlammbank kröpft der Seeadler seine Beute, während eine Hirschkuh den dort üppig wuchernden Tannenwedel fraß. Auch Kiebitze konnten im Schlamm fette Würmer erbeuten, während ein Schwarm Rostgänse sich immer noch nicht zur Heimflug in ihre Brutgebiete entschlossen hatten.
Bei einem Zwischenstopp in Seebruck traf ich die ersten Badegäste des Strandbades.
An der Prienmündung liefen drei Flussregenpfeiffer, die dieses Jahr wohl keinen Nachwuchs führten, geschäftig am Spülsaum des See entlang und ein Pärchen Moorenten war intensiv mit der Gefiederpflege beschäftigt. Die verbliebenen drei Jungen der Graugansfamilie waren schon fast flügge.
Auf der Heimfahrt musste ich feststellen, dass die mittlerweile sehr hohen Temperaturen das Blühen des Rapsfeldes beendet hatten.
Text und Fotos: Andreas Hartl





















