Natur & Umwelt

Hirschkäfer melden – Lebensräume erhalten

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) zählt zu den größten heimischen Käferarten und gilt als wichtiger Indikator für naturnahe Wälder mit einem hohen Anteil an Altholzbeständen. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ruft dazu auf, das Wissen über das Vorkommen dieser markanten Art zu erweitern. Sichtungen können im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts über ein Online-Formular gemeldet werden. Ergänzend steht ein neues Merkblatt zum Hirschkäfer zur Verfügung.

„Jede Meldung zählt“, betont Peter Pröbstle, Präsident der LWF. Mit wenigen Angaben und einem Foto könnten Bürgerinnen und Bürger einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Hirschkäfers leisten. Die gesammelten Daten dienten dazu, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung seiner Lebensräume umzusetzen.

Art mit hoher ökologischer Bedeutung

Der Hirschkäfer gilt als Charakterart lichter, wärmebegünstigter Laubwälder mit einem hohen Anteil an Alt- und Totholz. Sein Vorkommen weist darauf hin, dass diese selten gewordenen Strukturen noch vorhanden sind. Nachweise bilden eine wichtige Grundlage für die Bewertung des Erhaltungszustands sowie für Schutzmaßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene.

Meldedaten als Grundlage für Schutzmaßnahmen

Die Erfassung des Hirschkäfers gestaltet sich aufwendig: Die Larven entwickeln sich über mehrere Jahre im Boden, während die erwachsenen Tiere nur wenige Wochen im Jahr aktiv sind. Hier setzt Citizen Science an. Viele Nachweise stammen aus Zufallsbeobachtungen, etwa bei Spaziergängen oder im eigenen Garten. Durch gemeldete Funde lassen sich Verbreitung, Bestandstrends und Lebensraumnutzung besser einschätzen. Die Daten unterstützen die Planung und Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen.

Einfache Online-Meldung möglich

Die Hauptflugzeit des Hirschkäfers beginnt ab Mitte Mai, bei geeigneter Witterung sind erste Tiere bereits Anfang Mai zu beobachten. Funde können unkompliziert über einen QR-Code (links) oder über die Internetseite der LWF unter https://www.lwf.bayern.de/hirschkaefer gemeldet werden.

Die übermittelten Daten werden vertraulich behandelt und ausschließlich für wissenschaftliche sowie naturschutzfachliche Zwecke verwendet. Die Tiere sollten am Fundort oder in unmittelbarer Nähe belassen werden. Für eine korrekte Meldung sind Fotos, etwa mit dem Smartphone, erforderlich.

Merkblatt unterstützt bei Bestimmung

Die LWF stellt zudem das neue Merkblatt 61 „Hirschkäfer erkennen und schützen“ auf ihrer Internetseite bereit. Es enthält Hinweise zur Bestimmung, zur Abgrenzung ähnlicher Arten sowie zu den verschiedenen Entwicklungsstadien. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Förderung geeigneter Lebensräume vorgestellt.

Naturinteressierte sind eingeladen, bei Spaziergängen oder im eigenen Garten gezielt nach dem Hirschkäfer Ausschau zu halten und Beobachtungen über die Internetseite der LWF zu melden.

Für Rückfragen steht die LWF unter der E-Mail-Adresse hirschkaefer@lwf.bayern.de zur Verfügung.

Das Titelbild zeigt ein Hirschkäfermännchen (erkennbar an dem sichtbaren Geweih) und Hirschkäferweibchen.

Text: LWF Bayern – Bildrechte: PantherMedia / WildMedia


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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