Natur & Umwelt

BGL: Klimaschutznetzwerktreffen

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Kommunales Klimaschutznetzwerktreffen in Ainring: Wasserstoff und Gasnetze im Fokus

Berchtesgadener Land. Beim 14. Treffen des Kommunalen Klimaschutznetzwerks Berchtesgadener Land in Ainring standen die Wasserstoffinfrastruktur sowie die Gasnetze im Mittelpunkt.

Referentin Andrea Loeffl, Geschäftsführerin der Energienetze Bayern GmbH, erläuterte in ihrem informativen Vortrag das aktuelle Versorgungsgebiet und die zukünftigen Planungen für das Gasnetz in der Region. Da insbesondere in Ein- und Zweifamilienhäuser kaum noch neue Gasanschlüsse nachgefragt werden, wächst die Gesamtlänge des Versorgungsnetzes aktuell nicht weiter. Ein Rückbau bestehender Leitungen sei jedoch nicht geplant; die Versorgung sei für die kommenden 30 Jahre gesichert, betonte Loeffl. Der Schwerpunkt liege derzeit nicht auf dem Ausbau, sondern auf der Transformation: Ziel ist es, Teile des Gasnetzes künftig für den Transport von Wasserstoff nutzbar zu machen. Denn für den Aufbau des nationalen Wasserstoffkernnetzes wird in erster Linie die bestehende Gasinfrastruktur umgerüstet.

Im Projekt „H2Direkt“ zeigte Sebastian Kalhamer, Referent für Wasserstoffprojekte von der Energie Südbayern GmbH, wie die vorhandene Erdgasinfrastruktur für eine vollständige Versorgung von Gewerbekunden mit Wasserstoff angepasst werden kann. Als praktisches Beispiel im Berchtesgadener Land nannte er das Stahlwerk Annahütte; dort ist geplant, Wasserstoff vor Ort über Elektrolyse zu produzieren und direkt im Werk für die Stahlproduktion nutzen.

Lars Holstein, Innovations- und Förderlotse sowie Prokurist der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH, stellte die im Rahmen eines Interreg-Projektes erstellte Wasserstoff-Machbarkeitsstudie vor. Die Studie entwickelt ein regionales Konzept für den Landkreis Berchtesgadener Land und das Land Salzburg. Demnach liegen die wichtigsten Einsatzfelder für Wasserstoff dort, wo eine Elektrifizierung nicht oder schwer realisierbar ist – etwa in industriellen Prozessen und im Logistik- und Schwerlasttransport.

Die Untersuchung weist zudem auf einen deutlichen Bedarf an zusätzlichen Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien hin: Ohne den Ausbau von Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaikanlagen kann im Landkreis der Bedarf an grünem Wasserstoff nicht eigenständig gedeckt werden. „Grüner“ Wasserstoff bezeichnet dabei jene Form von Wasserstoff, die mit Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch und zur Einbringung praktischer Erfahrungen aus der Region.

Bericht und Foto: Landratsamt Berchtesgadener Land


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Toni Hötzelsperger

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