Seit nunmehr 90 Jahren gibt es im Priener Ortsteil Prutdorf einen Lebensmittelladen der Familien Irob. Dieses Jubiläum wurde nicht groß gefeiert, dennoch war es ein willkommener Anlass dankbar zurück und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Das familiengeführte Geschäft ist nicht nur ein wichtiger Versorger für Bewohner und Gäste, es ist auch ein besonderer Kommunikationsplatz zwischen Frasdorf und Prien und vor allem für die Stammkunden aus der ehemaligen Gemeinde Wildenwart.
Seit 6. Mai 1936 gibt es den Kramer- und Gemischtwarenladen in Prutdorf nachdem sich ein Jahr zuvor der gelernte Kaufmann Andreas Irob aus dem niederbayerischen Mamming mit seiner Frau Anna eingekauft hatte. Zeugnis davon gibt eine Anmeldebescheinigung vom Zollamt Rosenheim mit Datum vom 1. August 1941, dabei heißt es im Verzeichnis mit der Nummer 498: „Herr Andreas Irob hat am 6. Mai 1936 den Kleinhandel mit Tabakwaren im Nebenberuf angemeldet. Hauptberurf ist mit Gemischtwarenhandel angegeben. Bis 1972 führten Andreas und Anna das Geschäft, dann übergaben sie an Sepp und Elisabeth Irob und diese gaben es dann an Sepp und Marianne Irob im Jahr 1990 weiter. 30 Jahre später, also 2020 übernahmen dann in vierter Generation Tochter Michaela (als gelernte Verwaltungs-Fachangestellte im Priener Rathaus) und ihr Mann Franz Bauer die Verantwortung.
Bestellungen Online – Verkauf sehr persönlich
Sepp und Marianne Irob als nunmehrige „Austragler“ sind noch gerne mit dabei und sie erinnern sich gerne und gut an die Entwicklung ihres Geschäfts. Bis zum Jahr 1992 gehörte dieses zur BMA Augsburg, seither ist es ein EDEKA-Laden. „Das Sortiment war stets den Anforderungen eines Dorfes angepasst und 1984 vergrößerten wir den Laden für mehr Artikel“. Heute werden die „Irobs“ von der Bäckerei Summerer in Gollenshausen, von der Metzgerei Gassner, von Getränke Wierer und natürlich von EDEKA beliefert, die Bestellungen erfolgen immer mehr Online. Nicht online, sondern nach wie vor sehr persönlich sind dann der Verkauf während der Öffnungszeiten (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 6.30 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 18 Uhr sowie mittwochs und samstags von 6.30 Uhr bis 12 Uhr). Bewährt hat sich in all den Jahren das gute Zusammenwirken mit den Stammkunden, zu diesen gehören neben den örtlichen Einwohnern und Vermietern auch die Schüler, die morgendlichen Brotzeitabholer sowie die Arbeiter an diversen Baustellen wie derzeit im Rahmen der Arbeiten für die Ortsumgehung Prutdorf. Dessen Fertigstellung wird zum Teil eine neue Situation ergeben, denn dann ist das Geschäft nicht mehr unmittelbar an der Hauptstraße. Große Sorgen machen sich die Betreiber des Lebensmittelladens aber nicht, denn die innerörtliche Verkehrsberuhigung bringt auch neue Möglichkeiten. Das Geschäft kann nach wie vor mit dem Auto angefahren werden und es ist zu erwarten, dass die Ortsumgehung den Ort freundlicher für Radler macht. Bleiben wird auch das gute Miteinander mit den Ortsvereinen von Prien, Atzing, Wildenwart, Frasdorf, Hittenkirchen und darüberhinaus. „Es ist schon eine gute Tradition, dass die Vereine bei uns für Jubiläen und Gratulationen Geschenkkörbe bestellen, zumal wir ganz oft die persönlichen Vorzüge der zu Ehrenden kennen“ – so Senior-Chefin Marianne Irob. Sie kann sich auch noch gut an frühere Zeiten erinnern als im Hause noch vermietet wurde. „Damals waren die Nürnberger, die Berliner, die Bottroper oder die Dresdener noch drei Wochen zu Gast, durch unsere eigenen Kinder haben wir das Vermieten jedoch 2018 aufgehört“. Ihr Mann Sepp weiß noch aus den Erzählungen, dass die ersten Übernachtungen in den Dreißiger Jahren waren als Arbeiter von der Autobahn kamen und als für die Übernachtung 50 Pfennige bezahlt wurden.
Früher: Fünf Lebensmittelgeschäfte in der Gemeinde Wildenwart
EDEKA-Irob hat sich in all den Jahren und bis heute mit der vierten Generation immer wieder angepasst. Vor einigen Jahrzehnten wurde noch nach dem Gottesdienst in der Wildenwarter Kirche aufgemacht, dabei gab es unter anderem Butter anhand einer mit der Molkerei geführten Liste. Im übrigen waren in der ehemaligen Gemeinde Wildenwart einmal fünf Lebensmittelgeschäfte, es waren dies das Geschäft „Staffner“ in Bachham (mit den bekannten „Staffner-Brezen“), das Geschäft Anner in Wildenwart (später Landmaschinenhandel), das Geschäft Donauer in Wildenwart, die Bäckerei Dirmeier in Atzing und eben der Laden der Familie Irob (anfangs auch mit Farben und Gips im Angebot). Das 90jährige Bestehen wurde mit den Familien Irob und Bauer nur lautlos gefeiert, zur eigenen Erinnerung wurden für alle Familien-Mitglieder T-Shirts angeschafft. Still und mit der bewährten Zuverlässigkeit und mit der persönlichen Note soll es auch weitergehen beim „Irob“ in Prutdorf.
hö/Fotos/Repros: – 1. Irob-Jubiläums-Familie von links Franzi, Opa Sepp, Elisabeth, Marianne, Anna, Michaela, Franz und Lena.- 2a. Irob früher (Josef Irob in der Lederhose, Anna Irob und Andreas Irob mit Feriengäste) – 2b Irob früher (Anna Irob links – Katharina Wiedemann – Andreas Irob, rechts) ( 3. Irob-Edeka heute 4. T-Shirt zum Jubiläum 5. Anmeldung 1936










