Kultur

Salzburg: Kinderoper „Die kleine Zauberflöte“

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Salzburger Landestheater war bei der Kinderoper-Premiere des Mozart-Stückes „Die kleine Zauberflöte“ ausverkauft. Bei 707 Sitzplätzen waren 500 von Kindern und Jugendlichen besetzt. Mit hochqualifizierter Feinarbeit an Skript, Inszenierung und Bühnenbild, sowie mit exzellenten Sänger-Darstellern, ist „Die kleine Zauberflöte“ eine hervorragende Investition in das junge Publikum.

Schauspieler und Regisseur Marco Dott schuf eine eigene Version von Mozarts Singspiel. 1791 in Wien uraufgeführt, entwickelte sich die „Zauberflöte“ zur beliebtesten und meist gespielten Oper. Die Dauer von drei Stunden war zu Mozarts Zeiten kein Problem, da sich die Besucher während der Vorstellung immer wieder mit Essen und Trinken versorgten. Dotts Inszenierung kommt mit 70 Minuten ohne Pause aus, um das Wesentliche eindeutig zu erzählen. Gemeinsam mit Ausstatter Matthias Kronfuss schafft er eine zeitgemäße und fantasievolle Bilderwelt für Kinder ab fünf Jahren. Die 38 Musiker des Mozarteumorchersters, unter der versierten Leitung von Tobias Meichsner, zeigten sich bestens disponiert. Die Ouvertüre der „Zauberflöte“ hatte eine Strahlkraft, die ihresgleichen sucht. Man hatte den Eindruck, Mozart und dieses Orchester sind beste Freunde.

Dotts Fassung stellt das Mädchen Anna (Alea Hagedorn) in den Mittelpunkt. Anna soll Querflöte lernen, gerät aber plötzlich auf die Bühne und in eine Fantasiewelt. Eigentlich findet sie Oper langweilig, doch als sie merkt, dass ihre Querflöte zu einer Zauberflöte wird, mit der sie den riesigen Drachen besiegen und Prinz Tamino retten kann, wird es für sie spannend. Mit der Magie ihrer Flöte gelingt es Anna, das Ungeheuer soweit schrumpfen zu lassen, bis ein ungefährlicher „Drachenkumpel“ (mit viel Humor: Aaron Röll) auf die Bühne kommt, der das Orchester lässig mit „Hi“ begrüßt. Die Musiker winken amüsiert mit demselben Gruß aus dem Orchestergraben zurück. Von nun an sind Anna und der Drache Freunde, die gemeinsam Abenteuer erleben.

Zwischen der Königin der Nacht und Sonnengott Sarastro herrscht Krieg wegen eines Schatzes, den die Königin haben will. Außerdem hält Sarastro ihre Tochter Pamina (Marlene Metzger), in die sich Prinz Tamino (Ilia Skvirskii) verliebt hat, gefangen. Taminos Bildnis-Arie ist einer der gesanglichen Höhepunkte des Abends. Gemeinsam mit Vogelfänger Papageno (herrlich komisch, mit profundem Bariton: Yevheniy Kapitula) und dem anhänglichen Drachen begeben sich Anna und Tamino auf den Weg zu Sarastro (Christoph Wieschke). Angekommen in dessen Reich, müssen Pamina, Tamino und Papageno Prüfungen bestehen – Anna und „ihr“ Drache sind immer mit dabei.

Obwohl die Königin der Nacht (mit sicheren Spitzentönen: Judith Spießer) in ihrer schäumenden Rache-Arie unversöhnlich scheint, gibt es für alle ein Happy End. Selbst Papageno bekommt sein Weibchen Papagena (wunderbar: Hazel McBain). Der begehrte Schatz ist eine goldene Bibliothek: eine weise Botschaft! Diese „Kleine Zauberflöte“ verbindet Spannung und Humor mit kindgerechter Erzählweise. Ein idealer Einstieg in die faszinierende Welt der Oper. Diese geglückte Produktion wird in die nächste Spielzeit übernommen und ist auch für Schulklassen absolut empfehlenswert!

Weitere Infors unter www.salzburger-landestheater.at.

Bericht und Bilder: Salzburger Landestheater


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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