Gesundheit

RoMed: 20 Jahre Palliativmedizinischer Dienst

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Palliativmedizinische Dienst (PMD) der RoMed Klinik in Bad Aibling feiert sein 20-jähriges Bestehen. Was 2005 mit zwei „Brückenzimmern“ begann, ist heute ein regional verankerter Dienst, der schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen mit Zeit, Respekt und fachlicher Expertise begleitet.

Herzlich begrüßten zum Festakt die Vertreter der Klinikleitung sowie RoMed-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schulze: „Mein Dank gilt allen Berufsgruppen und dem etablierten Netzwerk in Stadt und Landkreis Rosenheim. Der Bedarf an palliativmedizinischer Versorgung nimmt zu, unser Anspruch  auch.  Wir  bauen  die  Zusammenarbeit  weiter  aus,  stärken  die  Teams  und  halten Kurs: Interdisziplinär, zugewandt und nah am Menschen“ betonte er.

Das  Leitmotiv  der  Jubiläumsfeier:  Fürsorge  statt  Heilungsversprechen – „Nicht  dem  Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zufügen“. Der PMD begleitet schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen ganzheitlich: medizinisch, pflegerisch, psychologisch, sozial, seelsorglich und kreativ-therapeutisch.

Eine Erfolgsgeschichte aus der Region

2004 schlossen sich die damaligen Landkreiskliniken in ein Kommunalunternehmen zusammen. Dabei galt es auch das medizinische Profil einzelner Standorte zu schärfen. Es herrschte Aufbruchstimmung und so entstanden 2005 im Rahmen einer Stationsleitungs-Facharbeit die ersten zwei „Brückenzimmer“, ein echtes Bottom-up-Projekt, getragen von allen Berufsgruppen. 2010 folgte der Antrag auf vier Palliativbetten; seit 2011 wirkt in der RoMed Klinik Bad Aibling der palliativmedizinische Konsiliardienst, stationsübergreifend im gesamten Haus – damals  übrigens  der  erste  in  Südostbayern.  Bis  2019  bündelte  die  Klinik  Palliative- Care-Kompetenz mit bis zu fünf speziell qualifizierten Pflegekräften auf einer Station.

Die Nachfrage steigt: von 66 Fällen im Jahr 2015 auf 218 in 2025; bis April 2026 wurden bereits 100 Patientinnen und Patienten begleitet. Das zeigt den Bedarf palliativer Angebote.

Stimmen zum Jubiläum

Die stellvertretende Landrätin, Marianne Loferer, würdigte in ihrem Grußwort das Teamwork und die Haltung: „Zwei Jahrzehnte palliativmedizinische Begleitung stehen für gelebte Menschlichkeit, kontinuierliche Weiterentwicklung und ein tiefes Verantwortungsbewusstsein gegenüber schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen.“ Und sie betonte die regionale Bedeutung: „Der Palliativmedizinische Dienst ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der wohnortnahen Versorgung geworden, individuell, respektvoll und auf Augenhöhe.“

Stephan Schlier, Bürgermeister der Stadt Bad Aibling, knüpfte an das gesellschaftliche Fundament an: „Dieser Dienst ist die praktische Antwort auf das wichtigste Versprechen unserer Verfassung: ,Die Würde des Menschen ist unantastbar.’ Ein kranker Mensch in seiner letzten Lebensphase ist nicht ,weniger wert’ als ein junger Mensch in der Blüte seines Lebens. Hier bei Ihnen wird diese Überzeugung jeden Tag spürbar.“

Was Palliativmedizin leistet

Palliativmedizin  nimmt  den  Menschen  in  seiner  Ganzheit  wahr.  Sie  lindert  Schmerzen  und belastende Symptome wie Atemnot, Übelkeit, Verwirrtheit, Appetitlosigkeit, Schwäche und Angst. Sie berät zu Therapiezielen, unterstützt Krankheitsbewältigung und bezieht Angehörige ein. Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten verlässt eine Palliativstation wieder, ein starkes Zeichen dafür, dass gute Symptomkontrolle Lebensqualität zurückgibt.

Der PMD in Bad Aibling arbeitet interdisziplinär: Ärztinnen und Ärzte, Pflege, Psychologischer Dienst, Physiotherapie, Seelsorge, Sozial- und Entlassmanagement sowie Kunst- und Entspannungstherapie.  Die Teams hören zu, klären, vernetzen und geben Halt. Spirituelle Begleitung  und  Rituale  wie  wöchentliche  Gedenkmomente,  Gottesdienste,  eine  „Mauer  der Hoffnung und Erinnerung“ und ein Flussritual schaffen Räume für Trauer, Sinnfragen und Zuversicht.

Die Jubiläumsfeier fand ihren Abschluss mit einer Filmvorführung, die eindrückliche Einblicke in die Arbeit des PMD lieferte, gespickt mit persönlichen Interviews und einem feinen Humor. Für musikalische Atmosphäre sorgte die Klinikband aus Bad Aibling. Die Veranstaltung endete mit einem großen Dank an alle, die das Projekt in den vergangenen 20 Jahren ermöglicht und getragen haben.

Bericht und Bilder: RoMed Kliniken


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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