Gewissheit durch Früherkennung -Demenz-Screeningtag am Gesundheitsamt Landshut – Anmeldung erforderlich
Am Donnerstag, 2. Juli 2026, findet in Landshut ein Demenz-Screeningtag statt. Bürgerinnen und Bürger aus Landkreis und Stadt Landshut können dort ihre Gedächtnisleistung kostenfrei und mithilfe eines wissenschaftlichen Kurztests überprüfen lassen.
Dazu lädt digiDEM Bayern, das Digitale Demenzregister Bayern, gemeinsam mit der GesundheitsregionPlus Landshut ein. Das Testangebot richtet sich an Menschen ab 65 Jahren, die bei sich selbst eine Verschlechterung des Gedächtnisses wahrgenommen oder bei denen nahestehende Personen ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit bemerkt haben. Demenzerkrankungen werden nach wie vor zu wenig diagnostiziert. Einer deutschen Studie zufolge leben 60 Prozent der an Demenz Erkrankten ohne eine gesicherte Diagnose. Gleichzeitig wird die Demenzdiagnose meist sehr spät und häufig erst bei fortgeschrittener Symptomatik gestellt.
Dabei ist es für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und deren An- und Zugehörigen von großer Bedeutung, frühzeitig Gewissheit zu haben: „Je früher eine Demenz erkannt wird, desto früher lernen Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen mit den Krankheitssymptomen umzugehen und desto früher können Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in die Wege geleitet werden”, erklärt Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas. Der Neurologe ist einer der Projektleiter von digiDEM Bayern.
Kostenfreier wissenschaftlicher Kurztest
„Die Gedächtnistests von digiDEM Bayern sind sehr wichtig und erweitern unsere Angebote für ältere Menschen. Deswegen möchten wir alle Interessierten herzlich dazu einladen, die kurzen Anfahrtswege zu nutzen und ihre Gedächtnisleistung testen zu lassen“, sagen Landrat Alfred Holzner und Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger. Der kostenfreie wissenschaftliche Kurztest inklusive kurzer Beratung dauert 15 bis 20 Minuten und wird in einem geschützten Raum durchgeführt. Der Screeningtest ersetzt zwar keine umfassende ärztliche Diagnose, liefert aber erste Hinweise darauf, ob eine weitere Abklärung notwendig ist.
Pflegestützpunkt Region Landshut für allgemeine Informationen zu Demenz und Pflege mit vor Ort
Wer sich zu einem Demenz-Screening entschließt, wird unter Umständen mit einem Ergebnis konfrontiert, das Fragen aufwirft und Ängste auslöst. Den Veranstaltern ist es ein wichtiges Anliegen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Kontext des Screenings gut zu begleiten. Der Pflegestützpunkt Region Landshut ergänzt deshalb den Tag durch einen Infostand mit ersten Informationen zu Anlaufstellen in der Region, zum Krankheitsbild oder zu möglichen nächsten Schritten ausgestattet werden. Auf Wunsch werden direkt Termine für weiterführende Beratung vereinbart.
Anmeldung ist erforderlich
Wer seine Gedächtnisleistung überprüfen lassen möchte, wird gebeten, sich vor dem Demenz-Screeningtag anzumelden. Anmeldungen sind beim zuständigen Sekretariat der GesundheitsregionPlus in Landshut unter der Tel.-Nr. 08703 9073-7243 möglich. Ansonsten kann man sich auch per E-Mail anmelden: gesundheitsregionplus@landkreis-landshut.de.
Interessierte, die beim Sehen und Hören eingeschränkt sind, werden dringend darum gebeten, ihre Seh- und Hörhilfen mitzubringen. Ohne diese Hilfsmittel kann der Gedächtnistest nicht durchgeführt werden. Das Ziel von digiDEM Bayern ist es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren pflegenden An- und Zugehörigen nachhaltig zu verbessern. Gefördert wird digiDEM Bayern vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP).
Demenz-Screeningtag in Landshut
Wann: Donnerstag, 02. Juli 2026 von 10:00 – 16:00
Wo: Gesundheitsamt Landshut, Achdorfer Weg 7, 84036 Landshut – Parkplätze direkt vor dem Gebäude vorhanden, der Zugang ist barrierefrei.
Bericht und Foto: LRA Landshut / Ilona Hörath, digiDEM Bayern – Lea Dütsch, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt digiDEM Bayern, bei einem Demenz-Screeningtest.
Über digiDEM Bayern
digiDEM Bayern baut ein digitales Demenzregister für Bayern auf, um den Langzeitverlauf der Erkrankung besser zu verstehen und die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und deren An- und Zugehörigen in ganz Bayern zu verbessern. Dafür werden Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder Demenz und ihre pflegenden An- und Zugehörigen zu ihrer Situation systematisch befragt.
Mit mehr als 3.500 Teilnehmenden aus ganz Bayern hat das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) mittlerweile einen Rekordstand erreicht (Stand 04.05.2026). Damit ist digiDEM Bayern das größte Demenzregister in Deutschland und gehört im Bereich Demenzforschung zu einem der umfangreichsten Projekte zur Erfassung von Langzeitdaten in der Europäischen Union (EU).
Im Bereich Demenzfrüherkennung führt digiDEM Bayern bayernweit Demenz-Screeningtage durch. Bei den regionalen Demenz-Screeningtagen können Interessierte direkt vor Ort ihre Gedächtnisleistung überprüfen lassen – kostenfrei und mit Hilfe eines wissenschaftlichen Kurztests. Seit Sommer 2022 haben sich an 247 Testtagen bayernweit rund 6.500 Personen testen lassen (Stand 04.05.2026).
Darüber hinaus entwickelt digiDEM Bayern digitale Angebote für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Demenz sowie für pflegende An- und Zugehörige und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. So gibt es zum Beispiel die „Angehörigenampel“, einen kostenlosen, anonymen Selbsttest, der pflegenden An- und Zugehörigen mittels gezielter Fragen den Grad ihrer persönlichen Belastung anzeigt und ihnen damit einen Anstoß zur Veränderung der Lebenssituation gibt. Zu den weiteren digitalen Angeboten gehören unter anderem die digitale digiDEM Bayern Demenzbibliothek®, der digitale Präventionscoach, ein Hörtest, ein Wissenstest Demenz, ein Online-Fragebogen, mit dem nahestehende Personen von Betroffenen deren kognitiven Abbau einschätzen können, der Online-Fragebogen digiDEM Bayern DEMAND® sowie der Science Watch-Newsletter.
Alle Live-Webinare können in der digiDEM Bayern-Mediathek auf YouTube hier nachgehört werden: https://www.youtube.com/playlist?list=PLwZ3lASpioYG473kvkx-ppv1uBsIKStRT. Die bisher veröffentlichten Newsletter finden sich im Newsletter-Archiv: https://digidem-bayern.de/newsletter-archiv/.
digiDEM Bayern ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, des Universitätsklinikums Erlangen und des Innovationsclusters Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) im Rahmen des Masterplans „BAYERN DIGITAL II“.
Mehr Infos: https://digidem-bayern.de



