Wirtschaft

Neubau Höchstspannungsleitung “Westbayernring”

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Für den geplanten Neubau der 380-kV-Höchstspannungsleitung „Westbayernring“ hat die Regierung von Oberbayern die im September 2025 eingeleitete Raumverträglichkeitsprüfung für die ober- und niederbayerischen Leitungsabschnitte abgeschlossen. Dabei kommt sie als höhere Landesplanungsbehörde für den überwiegenden Anteil der geplanten Trasse zu einem positiven Ergebnis. Zwei Planungsvarianten südlich der Gemeinde Stammham sowie Teilbereiche der geplanten Leitung im Bereich der Gemeinden Pollenfeld, Böhmfeld und Lenting wurden hingegen als nicht raumverträglich bewertet.  

Zur Umsetzung der Energiewende, die eine Erhöhung der Übertragungskapazitäten notwendig macht, plant die Tennet TSO GmbH als Vorhabenträgerin eine Netzverstärkung, die sich über drei Regierungsbezirke erstreckt. Der künftige „Westbayernring“ soll demnach von Raitersaich (Mittelfranken) über Ingolstadt/Vohburg (Oberbayern) bis nach Sittling (Niederbayern) führen und sich möglichst am Verlauf der bestehenden Leitungstrassen orientieren.

Verfahrensführende Behörde für die Raumverträglichkeitsprüfung der Abschnitte auf ober- und niederbayerischem Terrain war die Regierung von Oberbayern. Gegenstand des Verfahrens war die Frage, ob und inwieweit sich das Vorhaben auf die für die Raumordnung relevanten überörtlichen Belange – dazu zählen beispielsweise Natur und Landschaft, Klimaschutz, Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Verkehr, Rohstoff- und Energieversorgung, Siedlung und Wirtschaft – auswirkt. Im Zuge des Verfahrens waren bei der Regierung von Oberbayern 73 Stellungnahmen von Kommunen, Fachbehörden und Verbänden sowie 31 Äußerungen aus der Öffentlichkeit eingegangen.

In der Gesamtschau ist die Regierung von Oberbayern für die Planungen im Raum Ober- und Niederbayern zu der Einschätzung gelangt, dass das Vorhaben größtenteils mit den Erfordernissen der Raumordnung im Einklang steht. Zwei Trassenvarianten südlich von Stammham bewertet die höhere Landungsplanungsbehörde hingegen nicht als raumverträglich, da hier unter anderem Belange der Siedlungsstruktur, der Land- und Forstwirtschaft, von Natur und Landschaft in Gestalt des vorhandenen Bannwaldes sowie des Militärs – betroffen wäre hier der Standortübungsplatz Ingolstadt/Hepberg – beeinträchtigt wären. Auch Teile des Vorhabens in den Ortslagen von Pollenfeld, Böhmfeld und Lenting erachtet die Regierung von Oberbayern punktuell als nicht konform mit den Erfordernissen der Raumordnung, weil diese Belange der Siedlungsstruktur und der sozialen Infrastruktur beeinträchtigen würden.

Die Bewertungen der höheren Landesplanungsbehörde sind nach sorgfältiger Prüfung des Vorhabens und unter Einbezug der eingegangenen Stellungnahmen in die sogenannte landesplanerische Beurteilung eingeflossen, die den Abschluss der Raumverträglichkeitsprüfung markiert. Dieses fachbehördliche Gutachten stellt fest, ob ein Vorhaben oder eine Variante davon raumverträglich, nicht raumverträglich oder unter bestimmten Maßgaben raumverträglich ist. Welche konkrete Variante der Trassenführung in der weiteren Planung weiterverfolgt werden soll, obliegt der Entscheidung der Tennet TSO GmbH als Vorhabenträgerin. Eine rechtsverbindliche Entscheidung über das Vorhaben bleibt einem späteren Planfeststellungsverfahren vorbehalten. In diesem ist das Ergebnis der Raumverträglichkeitsprüfung in allen Abwägungs- und Ermessensentscheidungen zu berücksichtigen.

Details zum Verfahren einschließlich der landesplanerischen Beurteilung sind ab sofort unter https://link2.bayern/av-raumvertraeglichkeit-obb abrufbar.

 Bericht und Übersichtskarte:  Regierung von Oberbayern


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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