Überregionales Leuchtturmprojekt: Burghausen stellt Weichen für klimaneutrale Wärmeversorgung EBG und Stadt Burghausen beschließt Investition in Geothermie-Wärmenetz – 27 Millionen Euro für die Energiezukunft der Stadt
Burghausen, 06.08.2026. Gute Nachrichten: Die Fernwärme kommt. Dies hat sie Gesellschaftsversammlung mit der Stadt Burghausen und der Energie Südbayern (ESB) beschlossen. Die Energie Burghausen GmbH (EBG) hat einen entscheidenden Meilenstein für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt erreicht. In der jüngsten Sitzung haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung die Umsetzung des Burghauser Geothermie-Wärmenetzes beschlossen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 27 Millionen Euro entsteht in den kommenden Jahren eine zukunftsfähige, regionale und klimaneutrale Wärmeversorgung. „Nachhaltiger und sinnvoller geht Wärme nicht“, unterstreicht Erster Bürgermeister Florian Schneider.
Grundlage für die Entscheidung war unter anderem die erfolgreiche Gewinnung erster Anschlussnehmer. Dadurch konnte das Projekt wirtschaftlich auf eine tragfähige Basis gestellt werden. Ziel der EBG ist es, den Bürgern dauerhaft einen attraktiven und verlässlichen Wärmepreis anzubieten und gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
„Mit dieser Entscheidung setzen wir eines der wichtigsten Zukunftsprojekte unserer Stadt um. Wir schaffen ein attraktives Wärmeangebot für die Bürger, leisten einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz und machen Burghausen zu einem Vorreiter der kommunalen Wärmewende“, betont Erster Bürgermeister Florian Schneider.
Die Planungen für das Projekt begannen bereits im Jahr 2022. In den vergangenen vier Jahren wurden Machbarkeitsstudien erstellt, Wirtschaftlichkeit und technische Umsetzung intensiv geprüft sowie Fördermöglichkeiten vorbereitet. Die nun getroffene Entscheidung schafft die notwendige Planungssicherheit für die nächsten Umsetzungsschritte.
Die Wärme wird in der Geothermieanlage der Naturwärme Kirchweidach-Halsbach in ca. 3 km Tiefe gewonnen und über eine rund zehn Kilometer lange Transportleitung nach Burghausen geleitet. Diese Leitung wird derzeit unter Federführung der Stadt Burghausen errichtet. In einer neuen Energiezentrale erfolgt anschließend die Übergabe an das Burghauser Wärmenetz, das von der Energie Burghausen GmbH aufgebaut und betrieben wird.
Mit dem Vorhaben entsteht eines der bedeutendsten kommunalen Geothermie-Wärmeprojekte im südostbayerischen Raum. Die enge Zusammenarbeit der Stadt Burghausen, der Energieversorung Burghausen, der Energie Südbayern sowie der Naturwärme Kirchweidach-Halsbach gilt als beispielhaft und besitzt weit über die Region hinaus Vorbildcharakter.
„Dieses Projekt ist weit mehr als eine Investition in Leitungen und Technik. Wir schaffen eine klimaneutrale Wärmeversorgung für kommende Generationen, stärken die regionale Wertschöpfung und machen Burghausen zu einem Vorbild für die kommunale Wärmewende. Projekte dieser Größenordnung und mit dieser regionalen Zusammenarbeit sucht man im weiten Umkreis vergeblich“, so Schneider.
Auch wirtschaftlich sei das Projekt langfristig angelegt: „Natürlich sprechen wir über hohe Investitionen. Gleichzeitig schaffen wir eine Infrastruktur, die über Jahrzehnte Bestand haben wird. Solche Projekte müssen in Generationen gedacht werden – nicht in wenigen Jahren.“
Nach dem Grundsatzbeschluss folgen nun die Finanzierungsgespräche mit den Banken sowie die Bewilligung der beantragten Bundesförderung.
Parallel werden die Detailplanungen fortgeführt und weitere Anschlussnehmer gewonnen. Darüber hinaus prüft die EBG die Anbindung zusätzlicher, potentieller Wärmeabnehmer, etwa öffentlicher Einrichtungen, um das Wärmenetz kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die erste Ausbaustufe soll nach derzeitigem Stand im Jahr 2028 in Betrieb gehen.
Mit der Nutzung von Geothermie kann künftig ein erheblicher Teil des Burghauser Wärmebedarfs CO₂-neutral gedeckt werden. Damit entsteht eine Energieinfrastruktur, die über Jahrzehnte einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet und Burghausen als Vorreiter einer nachhaltigen kommunalen Wärmeversorgung positioniert.
Foto: Stadt Burghausen / köx – Der Aufsichtsrat der Energieversorgung Burghausen (EBG), besetzt mit Vertretern des Stadtrates und der Energie Südbayern (ESB), freut sich über den einstimmigen Beschluss zum Fernwärmeprojekt. Im Bild vorne (v. l.): ESB-Geschäftsführer Marcus Böske und Erster Bürgermeister Florian Schneider.
Weiterführende Informationen:
Zwei starke Partner für Burghausens Energiezukunft
Die Energieversorgung Burghausen GmbH (EBG) ist seit 1997 das gemeinsame Energieunternehmen der Stadt Burghausen und der Energie Südbayern GmbH (ESB). Beide Gesellschafter halten jeweils 50 Prozent der Anteile.
Seit fast drei Jahrzehnten arbeiten Stadt und ESB vertrauensvoll zusammen. Die Stadt bringt die kommunale Perspektive und die strategische Ausrichtung ein, die ESB ihre energiewirtschaftliche Erfahrung und technische Kompetenz. Gemeinsam entwickeln sie die Energieversorgung Burghausens kontinuierlich weiter – von der Wärmeversorgung über Ökostrom bis hin zu erneuerbaren Energien und moderner Infrastruktur.
mit dem jetzt beschlossenen Fernwärmeprojekt investiert die EBG rund 27 Millionen Euro in den Ausbau der Fernwärmeversorgung. Hinzu kommen die Investitionen in das Leitungsnetz. Damit entsteht eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur, die den Wirtschaftsstandort stärkt und Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen langfristig eine sichere und nachhaltige Wärmeversorgung bietet.




