Seebruck – Nach mehr als 54 Jahren Firmenzugehörigkeit ist Ludwig „Luck“ Winklmaier in den Ruhestand verabschiedet worden. Der 69‑Jährige, gebürtiger Seeoner und heute in Trostberg wohnhaft, hat seine berufliche Laufbahn beim Familienunternehmen Regnauer begonnen – als Ferienarbeiter – und den rasanten Wandel der regionalen Bauwirtschaft seit den frühen 1970er‑Jahren aktiv mitgestaltet.
1971 trat Winklmaier die Ausbildung zum Bauzeichner an; er gehörte damit zu den ersten vier Bauzeichnern, die das Unternehmen ausgebildet hat. „Als mich dann der damalige Betriebsleiter Hans Donhauser fragte, ob ich mir nicht eine Stelle als Bauzeichner vorstellen könnte, sagte ich zu.“ Seine Ausbildung machte er noch am „schönstgelegenen Fertighauswerk Deutschlands“ am Chiemsee, wie es damals hieß. In dieser Zeit vollzog das 1929 als Zimmerei und Bauschreinerei gegründete Unternehmen den Umzug auf ein neues Grundstück und den Wandel von einem Handwerksbetrieb hin zu industrieller Vorfertigung großer Dach‑ und Wandelemente.
Winklmaier wuchs schrittweise in den Vertrieb und die Verkaufsaktivitäten hinein: Mit dem Erstellen von Angebotsplänen samt Beschreibung und Kalkulation erwarb er umfassende Produktkenntnisse. „Ich fuhr als junger Mann mit den Handelsvertretern mit und lernte dabei ganz praxisnah das Handwerkszeug und erwarb so umfassende Produktkenntnisse.“ Später unterstützte er als Fachberater im Bereich Planung und Baurecht die Handelsvertreter bei vielen Terminen und war zuletzt als Verkaufsbereichsleiter für das Musterhaus in Fellbach bei Stuttgart zuständig.
Regnauer setzte in den folgenden Jahrzehnten auf Qualität und ökologische Standards, um sich von Mitbewerbern abzusetzen. „Durch hohe Qualität und ökologische Standards setzten wir uns deutlich von Mitbewerbern und Billiganbietern ab“, heißt es im Rückblick auf die Unternehmensentwicklung. Mit Entwicklungen wie der Regnauer Vitalwand, neuen Passivhaus‑Konzepten, Gewerbebauten bis zur Hochhausgrenze und der mit dem Bundesinnovationspreis 2011 ausgezeichneten Schallschutzdecke „Silence“ nahm das Unternehmen eine Vorreiterrolle ein.
Winklmaier erinnert sich an zahlreiche technische und organisatorische Veränderungen: „Anfangs wurden noch alle regionalen Mitarbeiter mit Firmenbussen abgeholt. Die Einführung des Computers und das bundesweit erste Musterbürogebäude in Fertigbauweise am eigenen Firmensitz waren ebenso wie die Digitalisierung und die Nutzung neuer Planungs‑ und Produktionsverfahren entscheidende Schritte, die ich begleitet habe.“
Schrittweise bereitete er sich durch Reduzierung der Arbeitszeit auf den Ruhestand vor. Dieser gibt ihm jetzt mehr Zeit für Hobbys wie Schwimmen, Radfahren und Bergwandern; zugleich schaut er immer wieder gern an seiner alten Wirkungsstätte und bei ehemaligen Kollegen vorbei.
Die Unternehmensgruppe Regnauer aus Seebruck am Chiemsee ist auf schlüsselfertige Wohnhäuser im Holz‑Fertigbau sowie auf Wirtschaftsgebäude und Geschosswohnungsbau in Holz spezialisiert und zählt bundesweit zu den führenden Anbietern. Das Familienunternehmen, heute in dritter Generation von Michael Regnauer geführt, beschäftigt rund 220 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 65 Millionen Euro. Inzwischen arbeitet bereits die vierte Generation mit an innovativen Hausideen und moderner Gebäudetechnologie.
Text: Pressebüro KLAR.TEXT – Foto: Regnauer Hausbau






