Wirtschaft

Klimaschutznetzwerk Rosenheim-Traunstein

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Heizungserneuerung im Gebäudebestand im Fokus: Achtes Netzwerktreffen des Kommunalen Klimaschutznetzwerks Rosenheim-Traunstein

Wie kann eine zukunftsfähige Heizungserneuerung in bestehenden Gebäuden gelingen und welche Rolle spielen dabei Wärmepumpen und regionale Biomasse? Diese zentralen Fragen diskutierten die Mitgliedskommunen des Klimaschutznetzwerks Rosenheim- Traunstein bei ihrem achten Arbeitstreffen in Raubling. Expertenvorträge und ein Praxisbeispiel vor Ort lieferten konkrete Lösungsansätze für die Umsetzung eigener Projekte. Zudem stellten die Kommunen den Stand der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen vor.

Olaf Kalsperger, 1. Bürgermeister der Gemeinde Raubling, begrüßte die Vertreter der 16 Mitgliedskommunen und betonte die Dringlichkeit des Themas für die Region. „Die Umstellung unserer Wärmeversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Energiewende. Als Kommunen müssen wir hier vorangehen und unseren Bürgern praxistaugliche Lösungen aufzeigen“, so Kalsperger.

Ein besonderer Moment des Treffens war die Würdigung und Verabschiedung des langjährigen Bürgermeisters Georg Weigl. In seinen Abschiedsworten betonte er die Bedeutung der Kooperation:

„Das Netzwerk ist eine sehr wichtige Einrichtung. Wir haben viel voneinander gelernt, zahlreiche Erfahrungen gesammelt und uns intensiv ausgetauscht.“

Wärmepumpen im Bestand: inzwischen eine echte Alternative

Christoph Jahn, Geschäftsführer der Bauer Schlosser Wiesner Planungsgesellschaft mbH, beleuchtete die Chancen von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Er betonte, dass der Erfolg maßgeblich vom energetischen Zustand des Gebäudes abhängt und eine sorgfältige Planung entscheidend ist. Anhand eines Praxisbeispiels zeigte er, dass eine gut geplante Wärmepumpe, vor allem in Kombination mit einer PV-Anlage, eine wirtschaftliche Alternative zu Pelletsheizungen darstellt. „Die Wärmepumpe ist eine nachhaltige Umwelttechnologie und kann auch im Bestandsgebäude ein sinnvoller undökologisch nachhaltiger Energieerzeuger sein–insbesondere dann, wenn das Gebäude in der Hülle und an den Heizflächen saniert wird“, so Jahn.

Regionale Biomasse: Ein stabiler Baustein der Wärmewende

Sebastian Henghuber, Vorstand der MW Biomasse AG, unterstrich das große Potenzial regionaler Biomasse aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Er verwies auf das ungenutzte Energieholz- Potenzial in Bayern und stellte flexible Modelle bis hin zum kompletten Wärmecontracting für Kommunen vor. Dabei, so Henghuber, erfolge die Holzgewinnung nachhaltig und ohne Kahlschläge.„Dieses als verlässliche Wärmequelle zu nutzen, ist ein Gebot der wirtschaftlichen und ökologischen Vernunft für unsere Region“, erklärte Henghuber.

Praxisbeispiel vor Ort: Nachhaltiger Neubau der Kita St. Theresia

Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmenden die Kita St. Theresia in Raubling. Architekt Simon Bauer präsentierte den Neubau, bei dem trotz der aufwändigen Gründung auf Moorboden der vorgegebene Kostenrahmen exakt eingehalten wurde. Das Gebäude im Effizienzhausstandard wird mit einer leistungsstarken Wärmepumpe versorgt. Die Besichtigung demonstrierte eindrücklich, wie die zuvor diskutierten Konzepte erfolgreich umgesetzt werden können.

Das Netzwerktreffen, moderiert von Sebastian Gröbmayr vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV), lieferte den Kommunen damit erneut konkrete Werkzeuge und Strategien, um die Wärmewende vor Ort aktiv zu gestalten.

Bericht und Foto: Institut für nachhaltige Energieversorgung GmbH


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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