Parkplatzgebühren vor dem Holzknechtmuseum Ruhpolding heiß diskutiert – Aus der Versammlung Zweckverband Holzknechtmuseum des Bezirks Oberbayern – Ein Besuchermagnet nicht nur für den Landkreis Traunstein und das Berchtesgadener Land ist das 1988 eröffnete Holzknechtmuseum in der Laubau, besonders nach dem gelungenen Umbau der Dauerausstellung, die nach den neuesten museumspädagogischen Erkenntnissen umgesetzt worden war.
Das zeigte sich wieder an der vorgestellten Besucherstatistik bei der öffentlichen Sitzung des Zweckverbands Holzknechtmuseum Ruhpolding im kürzlich technisch modernisierten Medienraum des Museums. Unter Vorsitz des ersten Bürgermeisters der Gemeinde, Justus Pfeifer, der auch Vorsitzender des Zweckverbands ist, zeigte der Vertreter der Geschäftsstelle, Pascal Günther, den Rückblick über die vergangene Museumssaison, Zahlen und Vorschau auf 2026 anhand einer Powerpointpräsentation. Das Museum wird von der Gemeinde Ruhpolding betrieben, unterstützt vom Zweckverband, dem der Bezirk Oberbayern, der Landkreis Traunstein und der Förderverein Holzknechtmuseum angehören. Zweimal pro Jahr trifft sich der Zweckverband regelmäßig, um über die Belange des Museums auf dem etwa 30 000 Quadratmeter großen Freigelände zu beraten.
Zu Beginn der Versammlung wurde die neue Leitung des Museums, Franziska Oslmeier, willkommen geheißen, da ihre Vorgängerin, Livia Forche, das Museum nach wenig über einem Jahr zum 1. September 2025 verließ. Interimsleitung war Pascal Günther von der Gemeinde. In seinem Rückblick auf die vergangene Museumssaison hob er besonders die von Sepp Hohlweger vorgeschlagene Öffnung des Museums bereits vor Ostern mit besonderem Osterprogramm hervor, was ein voller Erfolg gewesen sei und gut angenommen wurde. Vor allem die in der Region lebenden Familien wurden darauf aufmerksam. Im Vergleich zum Jahr 2024 mit 15 542 Menschen besuchten im Jahr 2025 rund 5000 mehr das Museum, was zeige, dass neue Ideen und Familienangebote gut angenommen würden. Die meisten der Besucher hatten die Chiemgaukarte, so dass die Kooperation wieder verlängert wurde.
In 2026 gibt es zwei Foto-Sonderausstellungen, eine mit dem Bildjournalisten Diether Endlicher, der einen Almauftrieb über den Krimmler Tauern über die Grenze auf 2364 Meter dokumentierte, und eine Foto-Reportage von Manuela Federl zum Alm-Alltag. Beide Ausstellungen laufen bis Ende Oktober dieses Jahres. Eine dritte Ausstellung mit dem Titel „Zwischen-Räume“ soll heuer auf den Außengelände entstehen. Das Projekt wird mit der Andrea- von Braun-Stiftung umgesetzt, die auch die vollständige Finanzierung übernimmt. Geplant sind sechs Säulen aus hochwertigem Stein, wobei jeweils ein Thema nämlich Ressourcen, Leben, Kultur, Werte, Verantwortung und Handeln aufgegriffen wird.
Zu den baulichen Maßnahmen führte Pascal Günther aus, dass 2026 wieder das Dach einer der Hütten im Außengelände saniert wird, der Bau einer Photovoltaikanlage stattfindet und die Eingangstüren erneuert werden. Sehr wichtig für den Erhalt und die Entwicklung des Holzknechtmuseums sind regelmäßige hohe Spenden, unter anderem durch die Eva-Mayr-Stihl Stiftung, durch die jährlich ein großes Projekt realisiert werden kann, wie zuletzt die Erneuerung der Eingangstüren am Hauptgebäude. Einstimmig wurde die Haushaltssatzung für den Zweckverband für das Haushaltsjahr 2026 verabschiedet. Im Verwaltungshaushalt schließt er in den Einnahmen und Ausgaben mit 397 400 Euro, der Vermögenshaushalt mit 60 100 Euro.
Parkgebühren sollen niedriger werden
Beim Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge schnitt der Vorsitzende des Fördervereins, Paul Höglmüller, das Thema Parkgebühren vor dem Museum an, das bereits in verschiedenen Gremien für Empörung gesorgt hatte. Die derzeitigen Parkgebühren seien seiner Meinung nach und der der Mitglieder im Förderverein einfach viel zu hoch, so dass potenzielle Museumsbesucher lieber auf einen Besuch verzichteten und wieder heimführen. Das sei aber dem Ziel des Museums, möglichst viele, auch Familien mit Kindern zu gewinnen, absolut kontraproduktiv.
Zur Geschichte: Bis zum Jahr 2021/22 konnten Wanderer und Museumsbesucher auf sämtlichen Parkplätzen an der Straße des Museums entlang auf dem Grund des Forsts über Jahrzehnte kostenlos parken. Dann führte die Gemeinde das neue Parksystem ein, so wie es viele andere Gemeinden, zum Beispiel im Achental, mit Wanderparkplätzen handhabten. Am Holzknechtmuseum sind die Parkplätze gebührenpflichtig täglich von 8 bis 18 Uhr, wobei ein Tagesticket oder Mehrtagesticket täglich 9 Euro kostet, wobei es dabei vier Euro Rabatt geben kann, zum Beispiel mit Bürgerkarte. Ein Drei-Stunden-Ticket kostet 5 Euro, mit Bürgerkarte 4. Museumsbesucher können auch Vergünstigungen erhalten, wenn sie zum Beispiel im Museumsshop einkaufen.
Landrat Andreas Danzer sagte in der Diskussion, das Museum sei eine öffentliche Einrichtung und die Gemeinde habe keinen Zugriff auf die Parkgebühren. Für das Museum müsse der Zweckverband eine Fläche festlegen, wo Museumsbesucher möglichst kostenlos parken könnten. Eventuell könnte man eine Lösung finden, wenn ein Zettel vom Museum sie als Besucher ausweise. Ruhpoldings früherer Bürgermeister und jetzt erneuter Gemeinderat Claus Pichler sagte, dass häufig Leute nicht mehr ins Museum gingen, weil die Parkgebühren zu hoch seien. Das sei aber nicht im Interesse des Forsts und schon gar nicht im Interesse des Holzknechtmuseums. „Jeder Besucher ist ein Gewinn“, meinte Pichler. Er kenne Holzarbeiter, die für das Museum von weither gefahren seien, aber dann frustriert wieder umgekehrt seien. Hier bestehe „ein emotionaler Nachholbedarf“, so Pichler.
Bürgermeister Justus Pfeifer sagte, wegen der Parkgebühren seien bereits länger Überlegungen im Gange, wie sie günstiger gestaltet werden könnten. Eventuell könnten 20 bis 30 Plätze aus dem bisherigen Vertrag mit dem Forst herausgelöst werden. Er warnte allerdings davor, dem Zweckverband die Unterhaltskosten, die jetzt die Gemeinde trägt, für die Parkplätze aufzubürden. Er fand es außerdem wichtig, zwei bis drei Behindertenparkplätze auszuweisen, da das ganze Museum inzwischen barrierefrei und Behinderten gerecht umgebaut worden sei. So könne man ja auch nicht mit Inklusion werben. Auf Nachfrage war von Pascal Günther zu hören, dass Vertreter des Zweckverbands und des Fördervereins bereits Verhandlungen mit Forst und Gemeinde aufgenommen haben, um eine Lösung zu finden.
Bericht und Bilder: Christiane Giesen
Das Holzknechtmuseum Ruhpolding von außen bei der Versammlung des Zweckverbands vom Bezirk Oberbayern.
Viele Parkplätze vor dem Holzknechtmuseum sind vorhanden, allerdings nicht gerade billig. Die Höhe der Parkgebühren wurden heiß diskutiert.




