Leitartikel

Gesamtbairisches Tanzfest

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Hinterskirchen. Das mittlerweile sechste gesamtbayerische Tanzfest des Bayerischen Trachtenverbandes bot den Teilnehmern und Gästen am Samstagabend, 18. April wieder ein abwechslungsreiches Programm. Stimmungsvoll ging es dabei zu in der vollbesetzten Rampl-Festhalle in Hinterskirchen, Gemeinde Neufraunhofen, im Landkreis Landshut mit über 800 Trachtlern, Musikanten und Gästen aus ganz Bayern.

Das Sachgebiet “Schuhplattler und Volkstanz” im Bayerischen Trachtenverband hatte wieder das diesjährige Gesamtbayerische Tanzfest unter der Schirmherrschaft des Landrates Peter Dreier organisiert. Über sechs Stunden präsentierten 22 Gautanzgruppen und Gauplattlergruppen sowie die beiden Gastgruppen “Siebenbürger Sachsen” aus Traunreut und die Plattlergruppe aus Wallgau ihre jeweiligen regionalen Tänze in ihren schmucken Trachten, eine perfekte Veranstaltung des Tanzfestes der Sonder- und Extraklasse und legten damit ein erfolgreiches Bekenntnis zur Brauchtumspflege und vorbildlichen Jugendarbeit ab, wie allgemein gewürdigt wurde, nach dem immer wieder bewährten Motto: “Do bin i dahoam”. Zwischen den jeweiligen Gauauftritten folgten Volkstanzrunden für Jedermann. Die Ansager und Moderatoren Matthias Wiesheu, Hildegard Kallmaier und Florian Kreß führten mit kurzen Überleitungstexten durch den Abend. Eines der Ziele des Festes war es auch, das wenige Kilometer von Hinterskirchen entfernte Trachtenkulturzentrum Holzhausen, Marktgemeinde Geisenhausen zu fördern, aber auch die Freude am Tanzabend sollte natürlich nicht zu kurz kommen. Und diese Freude war bestens sicht- und spürbar bei den Auftritten aller Gaugruppen, bei den allgemeinen Tanzweisen, bei den Gemeinschaftsplattlern und bei den Ehrengästen, die in ihren Grußworten hellauf begeistert waren vom jugendlichen Schwung der jeweiligen Tanzgruppen innerhalb des Bayerischen Trachtenverbandes.

Der Landtagsabgeordnete und Landesorsitzende vom Bayernbund, Sebastian Friesinger sagte in seinem Grußwort, die Traditionen und den kulturellen Reichtum unserer schönen altbayerischen, fränkischen und schwäbischen Heimat hochzuhalten, zu Pflegen und zu ehren. das ist eine Aufgabe, der sich viele mit Leisenschaft verschrieben haben. Aus Liebe zur Heimat und zu ihren Traditionen ist vor 140 Jahren die Trachtenbewegung in Bayern entstanden. Das “Gesamtbairische Tanzfest” verbunden mit einem Treffen der besten Plattler und Tanzgruppen aus allen Regionen Bayerns ist etwas ganz Besonderes. Man freue sich und seien sehr stolz und dankbar, dass dieses bayernweit einmalige Brauchtumsereignis auch in seiner sechsten Auflage nach 2023 wieder im Landkreis Landshut stattfindet. Das Trachtenwesen steht für Selbstbewusstsein, für Heimatverbundenheit und für Lebensfreude, betonte Friesinger. Schirmherr und Landrat Peter Dreier, Landkreis Landshut würdigte das Gesamtbairischen Tanzfestes und die große Bedeutung der Aktivitäten der Heimat- und Volkstrachten-Erhaltungsver-eine für Gesellschaft und Brauchtum. “In Sprache und Mundart, Brauchtum, Volksmusik, Schuhplattler und Volkstanz zeigen sich Tradition und regionale Eigenheiten. Die Tracht ist ebenso Symbol heimatlicher Identität wie Bekenntnis zur eigenen Herkunft und Geschichte. Menschen, die Tracht tragen, haben das Herz am rechten Fleck. Solcher Menschen bedarf es heute mehr denn je. Die Trachtlerinnen und Trachtler mit den vielen aktiven Jungendgruppen in den Trachtenvereinen vermitteln alle ihre eigene und unverwechselbare Identität. Sie zeigen dabei ein zukunftsorientiertes Selbstbewusstsein, weil sie Wurzeln stärken, die jeder von uns durch seine eigenen Herkunft und Identität hat. Nichts ist identitätsstiftender als die eigene Heimat. Unsere Trachtenvereine sind stolze Vertreter unsere Heimat und unsere Traditionen und erfüllen damit eine wichtige Aufgabe. Im Landkreis Landshut ist ja auch das Trachtenkulturzentrum entstanden, nicht weit von hier: im alten Ökonomiepfarrhof in Holzkirchen im Markt Geisenhausen. “Wir freuen uns außerordentlich, dass diese Einrichtung mit ihrer Strahlkraft weit über die Grenzen Niederbayerns und des Freistaats hinaus in unserer Heimat wachsen konnte”, betonte Dreier.

Der Bayerische Trachtenverband sieht es als seine Aufgabe, den Mitgliedern die nötigen Informationen und das Handwerkszeug zu vermitteln, damit sie sich vor Ort für die Trachtensache in seiner gesamten Vielfalt von Brauchtum, Tracht, Sprache, Musik und Tanz einsetzen können. Mit dem Trachtenkulturzentrum Holzhausen hat man dafür hervorragende räumliche Voraussetzungen geschaffen und dabei den ursprünglichen Charakter der Gebäude, die teilweise aus dem Jahr 1725 stammen, bei den denkmalgerechten Umbauarbeiten erhalten. Hier ist ein wertvolles Kulturgut mit über-regionaler Strahlkraft entstanden, auf das wir alle – besonders aber die Mitglieder des Bayerischen Trachtenverbandes – stolz sein können! Darüber hinaus leisten die rührigen Mitglieder das ganze Jahr über einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in ihren Dörfern und darüber hinaus. Be-sonders zu erwähnen ist dabei – und das ist mir ganz besonders wichtig – die erfolgreiche Jugendarbeit, die schon die Kleinsten für Tradition und Brauchtum begeistert. Trachtenpflege ist nicht nur eine schöne erfüllende Freizeitbeschäftigung, sie heißt auch bewußte Übernahme kultureller Verantwortung für unsere Heimat. Den engagierten Mitgliedern in den Heimat- und Trachtenvereinen ist es zu verdanken, dass nicht nur ein Stück unserer Kultur lebendig bleibt, sondern über die Vereine auch viele Kinder und Jugendliche Zugang zu ihrer Herkunft und Identität, bach dem bewährten Trachtlerwahlspruch: “Treu der Sitt’, treu der Tracht’ und treu der Heimat”. Günter Frey der Landesvorsitzender vom Bayerischen Trachtenverband dankte allen Verantwortlichen vom Sachgebiet “Schuhplattler und Volkstanz”, das das mittlerweile sechste landesweite Volks- und Trachtentanz- sowie Schuhplattler-Veranstal-tungsfest in bayernweiter Gemeinschaft wieder hier in Hinterskirchen stattfinden konnte.

“Tracht ist Heimat Tracht ist Gemeischaft”, brachte es Frey auf den Punkt. Für die nimmermüde musikalische Begleitung zugunsten einer stets voll beanspruchten und großen Bühne sorgten die Gautrachtenkapelle Beratzhausen aus der Oberpfalz, die Äigridsche Muse aus dem Inngau und die “Schlapperflicker” aus Unterfranken. DasTanzfest bot eine bunte Mischung aus allgemeinen Tanzrunden, Auftritten der Gaugruppen und Gemeinschaftsplattlern. Die Besonderheit war die Mitwirkung aus Trachtlern aus allen Regionen Bayerns, was das Fest zu einer guten Präsentation der Trachtensache in der Öffentlichkeit machte. Zu den Gaugruppen-Mitgliedern zählten in der Regel die jeweils besten Plattler und TänzerInnen, die sich in jährlichen Wettbewerben qualifizieren und mit ihren schneidigen Darbietungen die Aushängeschilder ihrer Verbände darstellen. Ein besonderes “Vergelt’s Gott galt im Nachgang der Veranstaltung dem Trachtenverein Hinterskirchen und der Gastwirtsfamilie Rampl für ihren Vorbereitungsarbeiten. Der gesamte Reinerlös des festes kommt dem Trachtenkulturzentrum in Holzhausen zu Gute.

Bericht und Bilder: Hans Kronseder 

Eindrücke vom sechsten Gesamtbairischen Tanzfest in der Rampl-Festhalle in Hinterskirchen

-5320 Dank von links nach rechts: Sepp lausch, ehem. Landesplattler, Hildegard Kallmeier vom Sachgebiet Volkstanz und Schuhplattler im Bayerischen Trachtenverband e.V., Christian Kammerbauer, stellv. Landesvorstand, Brigitte und Anton Maier, Bürgermeister, Gemeinde Neufraunhofen,  Antonia und Graf Carl von Soden-Fraunhofen, Petra und Peter Dreier, Landrat, Sebastian Friesinger, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender vom Bayernbund, Florian Oßner, Bundestagsabgeordneter, Florian Kreß, stellv. Sachausschußvoritzender Volkstanz und Schuhplattln zusammen mit Günter Frey Landesvorsit-zender vom Bayerischen Trachtenverband

-4735 Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Rampl-Festhalle am Samstagabend beim 6. gesamtbayerischen Tanzfest mit den 22 Gautanz- und Gauplattlergruppen aus ganz Bayern gefüllt

-4855  Gautanzgruppe Gau Trachtengau Niederbayern mit dem Rehberger Landler

-4840 Gaugruppe Isargau mit dem Mühlradl

-4714 Gautrachtenkapelle Baratzhausen vom Oberpfälzer Gauverband

-4901 Gauplattlergruppe Donaugau

-4908 Gauverband Oberpfalz

-4917/4922 Gaugruppe Oberer Lechgau zeigte den Gauschlag

-4987 Äigridschn Muse aus dem Inngau

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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