Wirtschaft

Aktuelles zu Bayerns Ausbildungsstart

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zum Ausbildungsstart 2026 zeigt das Bayerische Landesamt für Statistik aktuelle Zahlen der Berufsbildungsstatistik, des Mikrozensus und der Verdiensterhebung der Auszubildenden im Jahr 2025 in Bayern auf. Laut Berufsbildungsstatistik gibt es im Jahr 2025 über 215 000 Auszubildende. Wie schon vor zehn Jahren sind die Berufe des Kraftfahrzeugmechatronikers bei Männern und der medizinischen Fachangestellten bei den Frauen besonders beliebt. Der Mikrozensus zeigt ergänzend im Zehn-Jahres-Vergleich, dass Auszubildende finanziell unabhängiger vom Elternhaus werden und seltener im Haushalt der Eltern leben. Nach den Ergebnissen der Verdiensterhebung verdienen Auszubildende im April 2025 durchschnittlich 1 285 Euro brutto pro Monat (ohne Sonderzahlungen). Der Verdienst hängt aber stark vom Ausbildungsberuf ab.

Fürth. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres gibt das Bayerische Landesamt für Statistik Einblicke in verschiedene Daten des vergangenen Ausbildungsjahres 2025. Laut Berufsbildungsstatistik befinden sich im Jahr 2025 in Bayern insgesamt 215 416 Personen in einer dualen Ausbildung. Mit 36 Prozent (77 997) liegt der Anteil der Frauen unter den Auszubildenden unter dem der Männer (137 419). Fast jeder fünfte Auszubildende in Bayern hat ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. 81 712 duale Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2025 neu abgeschlossen. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Zahl der Auszubildenden rückläufig. Im Jahr 2015 verzeichnete die Berufsbildungsstatistik noch 92 482 Neuabschlüsse und insgesamt 240 052 Auszubildende.

Bei der Wahl des Ausbildungsberufs zeigen sich Geschlechterunterschiede: Im Jahr 2025 sind die häufigsten Ausbildungsberufe männlicher Auszubildender Kraftfahrzeugmechatroniker (12 678), Fachinformatiker (7 955) und Elektroniker (7 302). Frauen treten ihre Ausbildung am häufigsten in den Berufen medizinische Fachangestellte (8 395), Kauffrau für Büromanagement (7 037) und Zahnmedizinische Fachangestellte (5 362) an. Die Wahl der Ausbildungsberufe hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre leicht verändert. So wählten junge Männer im Jahr 2015 am häufigsten die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker (12 334), Industriemechaniker (9 073) und Elektroniker (6 790). Frauen wählten auch 2015 häufig eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten (7 484), zur Kauffrau für Büromanagement (6 936) oder zur Industriekauffrau (6 733).

Grafik mit den 10 beliebtesten Ausbildungsberufen in Bayern nach Geschlecht - Öffnet große Ansicht

Auszubildende werden finanziell unabhängiger
Der Mikrozensus zeigt für die Jahre 2025 und 2015 ergänzend, wie sich die Lebensbedingungen und die finanzielle Situation der Auszubildenden verändert haben. Die Definition der Auszubildenden im Mikrozensus ist weiter gefasst und weicht deshalb leicht von der in der Berufsbildungsstatistik ab (siehe Hinweise).

Die Auszubildenden werden räumlich und finanziell im Zehn-Jahres-Vergleich unabhängiger. Von den im Mikrozensus ermittelten Auszubildenden leben 2025 74 Prozent in einem Haushalt mit ihren Eltern, das sind 6 Prozentpunkte weniger als noch 2015. Dazu passend leben die Auszubildenden im Jahr 2025 häufiger von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit. So zeigt der Mikrozensus, dass im Jahr 2015 rund 74 Prozent der Auszubildenden überwiegend von ihrer Erwerbstätigkeit leben konnten, im Jahr 2025 trifft dies auf 85 Prozent der Auszubildenden zu. Im Umkehrschluss sinkt die finanzielle Abhängigkeit vom Elternhaus. So geben 2025 13 Prozent der Auszubildenden an, überwiegend von den Einkünften Angehöriger zu leben. Dieser Anteil betrug 2015 noch 25 Prozent.

Auszubildende verdienen im April 2025 im Schnitt 1 285 Euro brutto pro Monat
Wie die Verdiensterhebung zeigt, variiert die Vergütung von Auszubildenden je nach dem von ihnen gewählten Ausbildungsberuf. Im April 2025 liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst (ohne Sonderzahlungen) von Auszubildenden in Bayern über alle Ausbildungsjahre und Ausbildungsberufe hinweg bei 1 285 Euro. Unterschieden nach Geschlecht fällt der monatliche Bruttoverdienst für weibliche Auszubildende mit 1 300 Euro leicht höher aus als für ihre männlichen Kollegen mit 1 273 Euro.

Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen erzielen im April 2025 Auszubildende in Gesundheits- und Pflegeberufen. Ihr Monatsverdienst liegt im Schnitt bei 1 334 Euro brutto. Eine Ausbildung im Bereich der Ingenieurberufe wird mit durchschnittlich 1 315 Euro brutto pro Monat ebenfalls hoch vergütet. Geringer fällt dagegen der Bruttomonatsverdienst in Bauberufen sowie im Handwerk mit im Durchschnitt 1 147 Euro bzw. 1 121 Euro aus. Die niedrigste Vergütung erhalten im April 2025 Auszubildende in Künstlerberufen: In Bereichen wie z.B. Musik, Tanz, Fotografie oder Grafikdesign verdienen Auszubildende durchschnittlich 1 013 Euro brutto pro Monat.

Grafik mit den durchschnittlichen Bruttomonatsverdiensten (ohne Sonderzahlungen) von Auszubildenden in Bayern im April 2025 nach beruflicher Tätigkeit - Öffnet große Ansicht

Hinweise:
Die Definition der Auszubildenden in Berufsbildungsstatistik und Mikrozensus unterscheiden sich: in der Berufsbildungsstatistik werden nur duale Auszubildende erfasst, nicht jedoch schulische Ausbildungen (wie z.B. Erzieher/innen, Physiotherapie) sowie Auszubildende in Pflegeberufen. Der Mikrozensus hat eine umfassendere Definition und umfasst alle in einem anerkannten Ausbildungsberuf befindlichen Personen und zusätzlich noch Volontäre/Volontärinnen, Trainees und Personen im bezahlten Praktikum.

Die in der Mitteilung genannten Daten beziehen sich auf das Kalenderjahr 2025. Der Mikrozensus ist eine seit 1957 gesetzlich verpflichtende, repräsentative Befragung von Haushalten in Deutschland. Jährlich wird rund ein Prozent der Bevölkerung zum Mikrozensus befragt. Rechtliche Grundlage der Erhebung ist das Mikrozensusgesetz (MZG). Durch die Auskünfte der Befragten liegen belastbare statistische Daten zur Struktur sowie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische Planungen und Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Presse und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Die (monatliche) Verdiensterhebung ist als Stichprobenerhebung konzipiert. Sie umfasst in Bayern gut 6 400 Betriebe aus allen Branchen der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei sowie des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs. Erhoben werden unter anderem Daten zu Verdiensten und Arbeitszeiten einzelner abhängiger Beschäftigungsverhältnisse. Bei den angegebenen Bruttomonatsverdiensten des Erhebungsmonats April 2025 werden steuerpflichtige Sonderzahlungen wie bspw. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld nicht berücksichtigt. Als Durchschnittswerte der Verdienste werden die jeweiligen arithmetischen Mittel angegeben.

Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik – Foto: Hötzelsperger 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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