FREISING. Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung hat am 16. September in einem feierlichen Festakt in Freising den erstmals vergebenen Freisinger Dialogpreis erhalten. Mit der Auszeichnung würdigen das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis, das Erzbistum München und Freising und die Stadt Freising das herausragende Engagement der Stiftung für demokratische Bildung und Verständigung sowie für die Versöhnung zwischen Ost- und Westeuropa.
Für die Preisträger war es ein besonderer Abend im Asamsaal: Jedes Zeichen der Anerkennung sei wertvoll, „das beflügelt uns“, sagte Dr. Robert Żurek von der Stiftung Kreisau. Er berichtete über die Arbeit der Stiftung in den vergangenen Jahrzehnten – und auch über das historische Erbe des Kreisauer Kreises um Freya und Helmuth James von Moltke. In seiner Laudatio machte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, deutlich, dass Initiativen wie die Stiftung Kreisau für die Zukunft Europas stehen: „Schaut auf diese Stiftung. Lasst uns uns durch solche Beispiele mobilisieren für unseren Beitrag für ein gutes Europa und eine wirklich verantwortliche gute Demokratie, wo die Kirche ihre Stimme erhebt und wo sie weiß, sie ist allen Menschen verbunden.“
Auch Freisings Oberbürgermeisterin Monika Schwind würdigte die Arbeit der Stiftung. Der Preis zeichne Menschen und Initiativen aus, die nicht fragten: „Was trennt uns?“, sondern: „Was verbindet uns?“ Genau dafür stehe die Stiftung Kreisau. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz appellierte: „Kommen Sie in Dialog miteinander. Besonders dort, wo es unbequem wird. Das ist die einzige Arbeit an Europa, mit der jede und jeder von uns morgen früh beginnen kann und soll.“ Die 1990 gegründete Stiftung Kreisau gehört zu den wichtigen europäischen Zentren der Begegnung und des Austauschs. Dabei kommt eine besondere Bedeutung dem Engagement der Stiftung für die deutsch-polnische Verständigung und die europäische Versöhnungsarbeit zu. Mit internationalen Jugendbegegnungen (allein im Jahr 2025 waren es 93 mit rund 16 000 Teilnehmenden), Bildungsangeboten und Dialogformaten bringt sie Menschen aus unterschiedlichen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen zusammen. So verband das Projekt „Music for Future“ junge Menschen aus Polen, Deutschland, der Ukraine und aus Griechenland, die gemeinsam probten und zwei Konzerte auf die Beine stellten.
Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Darüber hinaus erhielt die Stiftung ein eigens geschaffenes Kunstwerk des georgischen Künstlers Nika Bakhia – eine Skulptur zeigt zwei einander zugewandte Elemente, die gemeinsam einen offenen Bogen bilden – ein Sinnbild für Dialog, Begegnung und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Die Verleihung fand am Vorabend des 30. Internationalen Kongresses Renovabis statt. Unter dem Titel „Jenseits der Polarisierung. Perspektiven für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ost und West” diskutieren in Freising am 17. und 18. September mehr als 200 Teilnehmende aus 26 Nationen über Wege zu mehr Verständigung.
Bericht und Foto: Renovabis



