Ihre Majestät Königin Silvia von Schweden hat im Palast in Stockholm die Bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf empfangen. Bei dem einstündigen Gespräch ging es um den Schutz von Kindern, denen seelische, körperliche oder sexuelle Gewalt widerfahren ist. Beide betonten die hohe Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Polizei-, Justiz- und Sozialbehörden unter einem Dach.
Nach dem Treffen betonte die Ministerin: „Es war ein herzlicher, empathischer und inhaltlich wichtiger Austausch. Man merkt sofort: Das Herz der Königin schlägt für Kinder. Ich bewundere Ihre Majestät für ihren unermüdlichen Einsatz zum Schutz von Kindern. Die World Childhood Foundation sorgt seit ihrer Gründung 1999 weltweit für besseren Schutz bedrohter Kinder und Jugendlicher. Zwei Childhood-Häuser gibt es in Bayern – in München und Würzburg.“
Weiter berichtet Scharf, dass sich die schwedische Königin sehr für den bayerischen Weg der Kinderschutzambulanz interessiert habe. Die Ministerin versicherte: „Kindgerechte Justiz ist mir und der gesamten Staatsregierung ein wichtiges Anliegen. Das wird in der Bayerischen Kinderschutzambulanz sichtbar, die vom Bayerischen Sozialministerium als landesweites Kompetenzzentrum finanziert wird.“ Die Kinderschutzambulanz leistet Hilfestellung für Ärztinnen und Ärzte und Jugendämter – und das rund um die Uhr. Seit 2011 wurden fast 7000 Fälle bearbeitet. Zudem organisiert sie Fortbildungen und sichert einheitliche Qualitätsstandards. Sie unterstützt unter anderem Kinderkliniken beim Aufbau von Kinderschutzgruppen und -ambulanzen. Zudem engagiert sich Bayern im Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen.
Die Sozialministerin hat während ihrer Reise das Barnahus in Stockholm besucht. Die Einführung dieses Modells haben I.M. Königin Silvia von Schweden und ihre World Childhood Stiftung maßgeblich vorangetrieben. 35 Standorte gibt es allein in Schweden. Nach dem Rundgang erklärte die Ministerin: „Missbrauch an Kindern ist unerträglich. Im Barnahus konnte ich mir ein Bild machen, wie Kinderschutz gelebt wird. Ich habe hier viele gute Anregungen für die Arbeit in Bayern erhalten.“
Empfangen wurde Ministerin Scharf zudem im Fryshuset, einer unabhängigen, gemeinnützigen, politisch wie religiös ungebundenen Jugendorganisation. Neun Standorte gibt es in Schweden, der in Stockholm ist der größte. Das Fryshuset residiert in einem früheren Kühlhaus und bietet unter anderem einen Skaterpark, drei Basketballfelder, Tonstudios und schulische Einrichtungen.
Scharf zeigte sich beeindruckt: „Allein den Skaterpark suchen bis zu 3000 Jugendliche pro Tag auf. Für viele junge Menschen ist das Fryshuset eine wichtige Anlaufstelle, um die Zeit nach der Schule in Gemeinschaft zu verbringen. Es handelt sich um eine wichtige Einrichtung, die sich um junge Menschen kümmert, denen zum Beispiel nach kriminellen Handlungen der Ausschluss aus der Gesellschaft droht.“
Bericht und Foto: StMAS/Nötel – Foto zeigt I.M. Königin Silvia von Schweden im Austausch mit der Bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf.


