Kultur

Buchtipp: Ildefonso Falcones, Das Monument der Hoffnung

Veröffentlicht von Günther Freund

Das neue sagenhaft recherchierte Historienepos des internationalen Bestsellerautors

Neapel im ausgehenden 15. Jh.: Arnau Estanyol, Enkel eines berühmten spanischen Baumeisters, dient König Alfons V. von Aragón und I. von Neapel als General. Als Belohnung für seine militärischen Erfolge erhält Arnau von Alfons – der in Spanien Das Monument der Hoffnungmit Maria von Kastilien verheiratet ist, in Italien jedoch zahlreiche außereheliche Beziehungen, auch homosexueller Art, unterhält – einen prächtigen Palast. Dort lebt er mit der neapolitanischen Adligen Sofia und deren Tochter Marina. Doch Arnaus machthungriger Halbbruder Gaspar entwickelt sich zu seinem größten Gegenspieler. Von Neid getrieben, versucht er, Arnau gesellschaftlich wie persönlich zu zerstören. Er schmiedet Intrigen, um ihm alles zu nehmen – Macht, Besitz und v.a. die Menschen, die ihm nahestehen. Am Ende muss Arnau entscheiden, wem er vertrauen kann und wie weit er für Gerechtigkeit und seine Familie zu gehen bereit ist. Der innerlich zwischen Macht, Verantwortung und Schuld zerrissene Mann erfährt schließlich, dass selbst das härteste Herz durch Liebe berührt werden kann.

Ildefonso Falcones, Anwalt aus Barcelona, widmet sich in seinem akribisch recherchierten historischen Roman – einer Fortsetzung der Weltbestsellerreihe „Die Kathedrale des Meeres“ – dem Wirken bedeutender Persönlichkeiten im Neapel des 15. Jh. Im Zentrum steht der Konflikt eines Mannes zwischen Liebe, Pflicht und Verrat in einer Epoche, in der Italien in Herzogtümer, Republiken, Königreiche und den Kirchenstaat zersplittert war. Falcones erzählt mit großem Einfühlungsvermögen, überzeugt durch kluge Dialoge und ein feines Gespür für menschliche Charaktere, insbesondere für Frauenfiguren. Das spannende, atmosphärisch dichte Zeit- und Sittengemälde ist raffiniert konstruiert. Fiktive und historische Ereignisse sind ausführlich und teils beklemmend dargestellt. Für Leserinnen und Leser mit langem Atem, die auch vor gewalttätigen und verstörenden Szenen nicht zurückschrecken, ist dieses beeindruckende Mammutwerk nachdrücklich zu empfehlen.

Rezension von Günther Freund

Ildefonso Falcones, Das Monument der Hoffnung, Roman,  C. Bertelsmann, 2026, 1024 S

ISBN  9783570106082

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Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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