Vom 4. Juli bis 13. September 2026 zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung im Künstlerhaus Exter in Übersee-Feldwies die Sonderausstellung „Wo Kunst gedeiht: Künstlerische Visionen von Haus und Garten Exter“. Sie beleuchtet das Wohn- und Atelierhaus sowie den Garten des Malers Julius Exter und deren Einfluss auf sein Werk. In der Ausstellung werden ausgewählte Gemälde und historische Fotografien gezeigt, die das Künstlerhaus und den Garten aus bekannten und ungewöhnlichen Blickwinkeln präsentieren.
„45 Jahre lang hat Monika Kretzmer-Diepold das Künstlerhaus und den Garten Exter mit großer Hingabe betreut“, erklärt der Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, Hermann Auer. „Im Oktober 2025 ging sie in den wohlverdienten Ruhestand und verließ das einst von Julius Exter bewohnte Anwesen. Wir danken ihr für ihren außergewöhnlichen Einsatz. Unsere Aufgabe bleibt es, Haus und Garten als Gedenkstätte zu bewahren und Exters umfangreichen Nachlass mit über 1.000 Werken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“
In den Jahren 2025 und 2026 standen und stehen neben der Neuorganisation der Betreuung des Anwesens auch bauliche und restauratorische Arbeiten im Fokus. „Umso mehr freuen wir uns, in diesem Jahr erneut eine Sonderausstellung präsentieren zu können“, ergänzt Auer. Besucherinnen und Besucher können das Künstlerhaus mit der neuen Sonderausstellung bis 13. September 2026 samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr besichtigen. Zudem gibt es am Mittwoch, den 15. Juli 2026, und am Donnerstag, den 6. August 2026, jeweils um 17 Uhr eine Themenführung, die Einblicke in die Sonderschau und den Garten gibt.
Tickets für das Künstlerhaus mit Sonderausstellung (regulär 3,- €/ermäßigt 2,- €) sowie für die Themenführungen (regulär 8,- €/ ermäßigt 7,- €) sind vor Ort und über den Online-Shop unter https://ticketshop-herrenchiemsee.de/veranstaltungen erhältlich.
Ein blühendes Gesamtkunstwerk
Julius Exter erwarb 1902 das historische „Stricker“-Anwesen in Feldwies, ursprünglich als Sommerresidenz für seine Familie. Er ließ das Gebäude umbauen, richtete ein Atelier ein und begann, den Garten zu gestalten. Mit zahlreichen Pflanzen und Samen schuf er ein blühendes Gesamtkunstwerk, das später zu einem zentralen Motiv seiner Malerei wurde.
Haus und Garten wurden bald zum Mittelpunkt seines Lebens. Während der Sommermonate verlegte Exter seine Münchner Malschule nach Feldwies. Besonders die üppigen Blumenbeete inspirierten ihn zu neuen Bildkompositionen. Doch sein Privatleben blieb konfliktreich: Nach der Scheidung von seiner Frau Judith Anna im Jahr 1917 entfremdete sich die Familie. 1975 setzte Exters Tochter Judith den Freistaat Bayern als Erben ein, um Haus, Atelier und Garten dauerhaft als Gedenkstätte zu sichern.
Julius Exter (1863–1939), Mitbegründer der Münchener Secession, zählt zu den bedeutenden Vertretern der modernen Kunst in Bayern. Im Künstlerhaus Exter entwickelte er seinen unverwechselbaren Stil, dessen leuchtende Farben den Übergang vom Symbolismus und Neoimpressionismus zum Expressionismus markieren. Heute dienen das ehemalige Studierzimmer und das Atelier der dauerhaften Präsentation seiner Werke. Weitere Gemälde sind in der Gemäldegalerie Julius Exter im Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee zu sehen.
Künstlerhaus Exter mit Garten, Übersee-Feldwies
Sonderausstellung „Wo Kunst gedeiht: Künstlerische Visionen von Haus und Garten Exter“, vom 4. Juli bis 13. September 2026
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, jeweils 13 bis 17 Uhr
Tickets sind vor Ort und online über https://ticketshop-herrenchiemsee.de/veranstaltungen erhältlich.






