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Neuer Gemeinderat in Neubeuern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Dank und Veränderungen prägten die erste Sitzung des neugewählten Gemeinderatsgremiums in der Marktgemeinde Neubeuern. Einführend erklärte Bürgermeister Christoph Schneider die Bedeutung eines Verantwortungsparlaments, das der Gemeinderat sei und damit erstes Glied zu den Mitbürgern. Der Bürgermeister zog eine Parallele zu den Gremien, welche eine Demokratie auszeichnen und stark machen. Der Staat erscheine oft als schwerfällig, so Schneider. Dies liege aber auch daran, dass immer mehr Mitbürger diese Einrichtung als Dienstleister ansehen, der alles schnell und günstig leisten solle. Deshalb gewännen oligarchische Kräfte immer mehr Einfluss.

Mit einem Rückblick auf erledigte Aufgaben, die zeitintensiv und auch kostenverursachend waren, verband Schneider den Dank an die ausgeschiedenen Ratsmitglieder sowie den Willkommensgruß an die neugewählten Gemeinderäte. Eine große Anzahl von Mitbürgern verfolgte im neuen Rathaus das Geschehen der konstituierenden Sitzung.

Einen umfangreichen Dank sprach der Bürgermeister bei der Verabschiedung der Ratsmitglieder aus, die sich in vielfältiger Weise, zum Teil über mehr als zwei Jahrzehnte, eingebracht haben. Dies als zweiter Bürgermeister wie Martin Schmid, der auch eine bindende Kraft in den Belangen des Protests zur Brenner-Zulaufstrecke und damit Bindeglied zur Gemeinde war. Kindergarten, Kultur, Tourismus, Öffentlichkeitsarbeit – Anliegen, welche Christina zur Hörst mit Zielstrebigkeit vertrat. Beharrlichkeit am Telefon, wenn irgendetwas beim ersten Mal nicht klappte. Sie bohrte nach, bis das gesetzte Ziel erreicht war. Sie wirkte unter den Bürgermeistern Tremmel, Trost, Nowak und Christoph Schneider mit.

Zuverlässigkeit und sachkundige Einschätzungen, so Bürgermeister Schneider, prägten die Arbeit von Alois Holzmaier. Der aus dem Baubereich kommende Fachmann war wertvolle Hilfe bei diversen baulichen Projekten der Gemeinde, aber auch bei planerischen Vorgaben. Bleibender sichtbarer Aspekt auf sein Hinwirken, unterstützt vom Kultur- und Tourismusausschuss, sei die Veränderung der Aufzeichnungen des Königsee-Bodensee-Radwegs, der früher nördlich vorbeiführte und nun durch den Marktplatz geht.

Belange der Natur, des Vereinswesens und der kirchlichen Traditionen sowie Entscheidungen mit Auswirkungen auf die Landwirtschaft wurden von Sebastian Heibler begleitet, gefordert und angestoßen. Auch als Beauftragter für das Kindergartenwesen war sein Einsatz gefragt.Eine Periode absolvierte der Student Johannes Gall als jüngster Gemeinderat. Klima, Natur, Umwelt und die Sichtweise jüngerer Mitbürger, aber auch Erfahrungswerte von außerhalb der Gemeinde, flossen in sein Mitwirken ein. Schneider bedauerte, dass gerade der Jüngste kein weiteres Mandat erhielt.

Gespannt, sicher ungewohnt, aber doch beherzt und sich der Verantwortung bewusst, leisteten die neugewählten Ratsmitglieder ihren Eid, begleitet von zahlreichen Angehörigen. Der Applaus der Besucher war ihr Startkapital. So beim folgenden Punkt „Weitere Bürgermeister“. Wolfgang Sattelberger, der bisher die Funktion des Stellvertreters ausführte, erklärte, dies nicht mehr tun zu wollen. Sein Vorschlag, Konrad Stuffer (CSU), der seine fünfte Wahlperiode antrat, als Stellvertreter zu wählen, wurde einstimmig mit 17:0 Stimmen in geheimer Wahl angenommen.

Erfahrungen aus der Vergangenheit veranlassten das Gremium, Beratungen über einen weiteren Stellvertreter zu führen. Um den Sachverhalt wissend, bestimmten die bisherigen Mandatsträger die Diskussion. Ergebnis: Ja zu einem weiteren Stellvertreter. Andreas Ackermann schlug Tobias Englmann (Freie Wähler) vor. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls in geheimer Abstimmung mit 15 Ja-Stimmen befürwortet. Eine Stimme war ungültig, eine Stimme entfiel auf Stephanie Schulz. Tobias Englmann gehört dem Gemeinderat erstmals an. Stuffer und Englmann nahmen unter Beifall und Anerkennung ihre Ämter an. Wie bisher bereits wird Hubert Lingweiler (Bündnisgemeinschaft Grüne/SPD) als weiterer Stellvertreter fungieren.

Bericht und Bilder: Thomas Schwitteck


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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