Kirche

Trauer um Walburga Stadler aus Neubeuern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im vertrauten, häuslichen Umfeld, umsorgt von Ehemann und Familie, verstarb dieser Tage Walburga Stadler kurz vor ihrem 88. Geburtstag. Ihr Leben war geprägt von einer tiefen Verbundenheit zur Heimat. Geboren wurde sie in Geroldshofen bei Ingolstadt, wo sie auf einem landwirtschaftlichen Anwesen aufwuchs und früh in die anfallenden Arbeiten eingebunden war. Diese Hilfsbereitschaft prägte sie auch über ihre Schulzeit hinaus.

Später absolvierte sie in Ingolstadt eine Ausbildung zur Krankenschwester und blieb dieser Berufung, anderen Menschen zu helfen, ihr Leben lang treu. In jungen Jahren führte ihr Weg zunächst nach Starnberg, später zur Klinik Kellermann in Brannenburg. Nach deren Schließung fand sie eine Anstellung im Erholungsheim in Neubeuern und war schließlich bis zu ihrem Ruhestand bei der Caritas tätig.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit stand stets die Familie im Mittelpunkt ihres Lebens. Während ihrer Zeit in Brannenburg lernte sie ihren Ehemann Sebastian Stadler kennen. Gemeinsam gründeten sie eine Familie und bezogen zunächst eine Wohnung. Später entstand am Haimgarten in Neubeuern ein eigenes Wohnhaus, in dem die Familie mit zwei Kindern sowie später Enkeln und Urenkeln ein Zuhause fand. So wie ihre Fürsorge im Berufsleben anderen galt, war auch ihre Zuwendung innerhalb der Familie von großer Bedeutung.

Die vertraute Nachbarschaft und die dörfliche Gemeinschaft von Altenbeuern waren prägende Elemente ihres ruhigen und bescheidenen Lebens. Ausflüge und Wanderungen in der heimischen Bergwelt sowie Urlaube in Südtirol boten willkommene Abwechslung. Dabei zeigte sich ihre Verbundenheit auch darin, dass sie stets dasselbe Urlaubsziel wählte. Freude fand sie zudem bei der Arbeit im heimischen Garten, insbesondere an Blumen und Pflanzen. Bereits vor mehr als zehn Jahren wurde ihr Leben durch gesundheitliche Einschränkungen belastet, wodurch sie sich zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurückzog. Vor wenigen Monaten konnten die Eheleute Stadler noch ihren 65. Hochzeitstag feiern.

Ihr Leben war auch von tiefer religiöser Verbundenheit geprägt; die Verstorbene war eine innige Marienverehrerin. Ihr Sterbebild zeigt eine Mariendarstellung aus der Pfarrkirche Neubeuern. Pfarrer Christoph Rudolph sprach die Gebete der Kirche, begleitet vom Chorgesang der Klageweiber. Zahlreiche Trauergäste reihten sich hinter der Beerdigungsmusik ein, um der „Burgl“ das letzte Geleit zu geben. Die Fahnen der Frauengemeinschaft und der KAB Neubeuern – Gemeinschaften, denen Walburga Stadler eng verbunden war – erwiesen ihr am Grab die letzte Ehre.

Bericht und Repro: Thomas Schwitteck


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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