Gesundheit

Johanniter schulen für den Krisenfall

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Stromausfall in Teilen der Landkreise Rosenheim am 1. April hat eindrücklich gezeigt, wie verletzlich unser Alltag ist, wenn Strom, Wasser oder Kommunikationswege plötzlich ausfallen. Die Johanniter im Ortsverband Oberbayern-Südost bieten in Wasserburg kostenfreie Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten an, die genau hier ansetzen. Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, wie wertvoll dieses Wissen für jede einzelne Person und ihr Umfeld ist.

Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten in Wasserburg

Am 27. April und 15. Mai lernen Teilnehmende des Kurses „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten – Modul 2: Vorbeugung und Reaktion im Zivilschutz und Katastrophenfall“ in zweieinhalb Stunden, wie sie sich bei Stromausfällen, Unwettern oder anderen Krisen besser schützen und handlungsfähig bleiben können. Es geht um sinnvolle Notfallvorräte, einfache organisatorische Vorsorge und darum, welche persönlichen Dokumente im Ernstfall griffbereit sein sollten. Das Ziel ist, Menschen so zu stärken, dass sie sich selbst und ihrer Familie helfen und in Nachbarschaft und Freundeskreis Unterstützung leisten können, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Kursleiterin Vera Berninger erlebt in den Schulungen, wie sehr dieses Wissen Sicherheit geben kann. Sie betont, dass von den Kursen letztlich auch die Hilfsorganisationen profitieren, da deren Einsatzkräfte nicht unbegrenzt verfügbar sind. „Bei einem Stromausfall ist uns natürlich sehr geholfen, dass wir uns um medizinische Notfälle und Ähnliches kümmern können und nicht am zweiten Tag alle Menschen auf der Straße stehen, weil sie kein Trinkwasser mehr zu Hause haben“, sagt sie ganz pragmatisch.

Wichtigster Tipp: Keine Panik

Berninger beschreibt es als Gratwanderung, die Teilnehmenden zu sensibilisieren, ohne ihnen Angst zu machen. Es gehe darum, nüchtern und ohne Alarmismus vorzusorgen. „Das ist vergleichbar mit einer Brandschutzversicherung. Keiner will, dass es bei ihm daheim brennt, aber jede und jeder hat eine Brandschutzversicherung. Und da würde ich auch die ganze Befähigung für Krisensituationen mit einordnen“, erklärt sie. Die Kurse sollen genau diese Gelassenheit vermitteln: vorbereitet sein, statt sich zu sorgen.

Spezialkurs für pflegende Angehörige

Besonders wichtig ist den Johannitern, dass auch Menschen mit Verantwortung für andere gut vorbereitet sind. Deshalb gibt es in Wasserburg am 20. Juni erstmals „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten – Modul 4: Private Begleitung von Hilfebedürftigen mit Pflegebedarf im Zivilschutz und Katastrophenfall“. In diesem ebenfalls kostenfreien Kurs lernen pflegende Angehörige und nachbarschaftlich unterstützende Personen, wie sie hilfebedürftige Menschen mit Pflegebedarf in Krisen begleiten, betreuen und versorgen können. Wer zu Hause pflegt, erhält praxisnahe Tipps, um auch im Notfall Sicherheit zu geben und die eigene Handlungsfähigkeit zu bewahren.

Kurstermine für jedes Bedürfnis

Die Johanniter bieten die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finanzierten Kurse an unterschiedlichen Terminen an, sodass sowohl berufstätige Menschen als auch Familien und pflegende Angehörige passende Kurszeiten finden können. Die Zahl der Plätze ist jedoch begrenzt, weshalb eine frühzeitige Anmeldung empfohlen wird.

Weitere Informationen zu den Kursinhalten sowie aktuelle Termine und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte unter www.johanniter.de/oberbayern-suedost.

Bericht und Foto: Johanniter



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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