Rund hundert Mitglieder, Freunde und Begleiter des GTEV „Alpenrose“ Nußdorf machten sich kürzlich auf den Weg zur Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung im Kirchwald. Der Zug war nicht laut und groß inszeniert, sondern ruhig und gesammelt – so, wie diese Wallfahrt im Ort seit vielen Jahren gepflegt wird. Mit dabei waren auch der Patenverein GTEV „Edelweiß“ Raubling sowie eine kleine Abordnung aus dem Ausseerland, die damit die gewachsene Verbindung nach Nußdorf erneut sichtbar machte.
Die erste Station war das Feldkreuz der Nußdorfer Trachtler. Es wurde 1996 zum damaligen Gaufest errichtet und ist für den Verein bis heute ein besonderer Erinnerungsort. Dort hielt die Gruppe inne, sprach ein gemeinsames Gebet und machte sich anschließend weiter auf den Weg hinauf durch den Wald. Oben bei der alten Wallfahrtskirche weitete sich der Blick über das Inntal. Für einen Moment trat die Bewegung des Zuges in den Hintergrund, und die Stille des Ortes bestimmte die Atmosphäre. Die Andacht in der Kirche gestaltete der Verein, wie es im Kirchwald Tradition ist, selbst. Ausgewählte Gebete und Texte gaben der Feier ihren Rahmen, musikalisch begleitet wurde sie von Matthias Weyerer und Bene Mies. Gerade die schlichte Form machte den Gottesdienst besonders eindringlich: keine große Inszenierung, sondern ein persönliches Innehalten im Kreis der Gemeinschaft.
Nach der Andacht führte der Weg weiter zur Schneiderwirthütte. Dort wartete eine kleine Stärkung auf die Wallfahrer. In der warmen Vormittagssonne blieben die Teilnehmer noch beisammen, kamen ins Gespräch, lachten und ließen den Tag in ruhiger, vertrauter Runde ausklingen. Die Wallfahrt zeigte einmal mehr, wie eng Brauchtum, Glaube und Zusammenhalt in Nußdorf miteinander verbunden sind.
Besondere Bedeutung erhielt der gemeinsame Gang auch mit Blick auf das bevorstehende Gaufest. Vom 9. bis 19. Juli ist Nußdorf Gastgeber des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands und feiert zugleich das 130-jährige Bestehen des GTEV „Alpenrose“.
Die Wallfahrt machte deutlich, dass Tradition im Verein nicht nur bewahrt, sondern gelebt wird – von Menschen, die sich gemeinsam auf den Weg machen und damit zeigen, was Gemeinschaft im Dorf bedeutet.
Bericht: Thomas Schwitteck – Fotos: Trachtenverein Nussdorf – Auf dem Weg zur Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung im Kirchwald: Die Nußdorfer Trachtler zogen gemeinsam mit Freunden und Gästen durch die Inntaler Landschaft – ein stiller Ausdruck von Glauben, Brauchtum und Zusammenhalt im Jahr des bevorstehenden Gaufests.





