Wenn man auf das Leben von Sebald Bachmann blickt, wird schnell deutlich: Volksmusik, gelebtes Brauchtum und die Verbundenheit zur Heimat sind für ihn nicht nur Interessen, sondern eine Lebensaufgabe. Zu seinem 80. Geburtstag würdigte Bürgermeister Josef Loferer einen Mann, der das kulturelle Leben weit über die Grenzen des Achentals hinaus geprägt hat.
Seit nunmehr 65 Jahren trägt Bachmann mit den „Schlechinger Sängern“ die heimische Volksmusik in die Welt hinaus. Was einst als Viergesang mit Hannes Prasser, Leo Bachmann, Sebald Bachmann und Sepp Angermeier an der Zither begann, entwickelte sich zu einer festen Größe im regionalen Musikleben. Nach dem Ausscheiden von Leo Bachmann im Jahr 1965 fand die Gruppe mit Martin Sabold eine neue Besetzung. 1995 löste Konrad Anner Martin Sabold ab. Ob bei kirchlichen Feiern oder Trachtenveranstaltungen – die „Schlechinger Sänger“ sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens. Besonders am Herzen liegen Bachmann die feierliche Gestaltung der Bauernmesse sowie die musikalische Begleitung der Raitner Wallfahrt an Christi Himmelfahrt, die er seit rund 40 Jahren mitprägt.
Auch als Leiter des Schlechinger Männerchors, dessen Führung er vor über vier Jahrzehnten von Leopold Lange übernahm, setzte er nachhaltige Impulse. Mit großem Engagement formte und entwickelte er den Chor weiter und bereicherte das kulturelle Leben durch zahlreiche Auftritte.Die Musik begleitet Sebald Bachmann bereits seit frühester Jugend. Schon als junger Bursche spielte er an der Seite seines Vaters und unterstütze dessen Geigenspiel mit der Ziach – ein frühes Zeichen seiner tiefen Verwurzelung in der Volksmusik.
Geboren als siebtes von acht Kindern in Schleching, blieb er seiner Heimat stets treu. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er drei Jahre eine Schreinerlehre in Traunstein. 1969 heiratete er seine Frau Rosi. Aus der Ehe ging drei Kinder hervor; heute freut sich die Familie über zwölf Enkel und vier Urenkel.
Neben der Musik engagierte sich Bachmann über viele Jahre hinweg intensiv im Trachtenverein. Ob als Vorplattler, Leiter der Kinder- und Jugendgruppen oder als Volksmusik- und Gesangswart – sein Einsatz war stets von Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft geprägt. Auch auf Gauebene brachte er sein Wissen ein und gilt bis heute als geschätzter Ansprechpartner in allen Fragen rund um Volksmusik und Brauchtum.Beruflich bildete er sich zum Meister im Parkettleger-Handwerk weiter und machte sich 1974 gemeinsam mit seiner Frau selbstständig. Mit großem Fleiß bauten sie ein Unternehmen für Parkettverlegung und Raumausstattung auf, das er 2005 an seinen Sohn Michael übergab.
Die Pflege der Almen
Ein weiteres Engagement ist für Bachmann die Pflege der Almkultur. Die Beweidung der Wuhrsteinalm liegt ihm besonders am Herzen, um die traditionelle Kulturlandschaft zu erhalten. Zeit seines Lebens kümmerte er sich um das Jungvieh auf der Alm – früher nebenbei, seit 2020 verbringt er mit seiner Frau die Sommermonate auf dem Weidlinger Kaser zur Betreuung des Jungviehs. Auf die Frage, was ihm neben seiner großen Familie wichtig ist, antwortet Sebald Bachmann sehr überzeugt „Ich bin ein Verteidiger für die christliche Glaubenskultur und das Brauchtum“. Ein Satz, der sein Leben treffend zusammenfasst. wun
Text und Fotos: Sybilla Wunderlich – Sebald Bachmann (li.) und Bürgermeister Josef Loferer




