Kirche

Offener Denkmalstag am Streichen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wo Geschichte wieder lebendig wird   – Zum Tag des offenen Denkmals wurde am Streichen deutlich, wie Kirche und Berggasthof zu einem lebendigen Ort für Einheimische und Besucher geworden sind

Schleching – Historische Bauwerke bewahren und zugleich mit neuem Leben erfüllen – genau diese Verbindung steht auch im Mittelpunkt des „Tags des offenen Denkmals“. Am Streichen ist sie besonders eindrucksvoll zu erleben: Die rund 800 Jahre alte Kirche St. Servatius und der fast 600 Jahre alte Berggasthof Streichen erzählen Geschichte – und sind gleichzeitig wieder Orte, an denen sich Menschen begegnen. Der Berggasthof, der nach umfangreicher Sanierung erst vor kurzem wieder eröffnet wurde, hat dabei bereits sichtbar seinen Platz gefunden.

Davon konnten sich am Denkmaltag auch Professor Dr. Markus Rieder, Beisitzer im Vorstand der Stiftung Kulturerbe Bayern, und Martin Katz, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstands, überzeugen. Gemeinsam mit dem neuen Wirt des Berggasthofs, Markus Schmiedhuber, und Schlechings Bürgermeister Thomas Müllinger trafen sie sich am Streichen.Bei strahlendem Sonnenschein bot sich ein stimmungsvolles Bild: Viele Besucher verbanden den Besuch der historischen Kirche mit einer Einkehr im neu revitalisierten Berggasthof. Besonders die Terrasse mit ihrem weiten Blick auf die umliegende Bergwelt war gut besucht. Für Martin Katz ein erfreuliches Zeichen. Der Streichen sei eines der jüngsten Projekte der Stiftung Kulturerbe Bayern, erklärte er. Umso mehr freue ihn, dass das sanierte Denkmal von den Besuchern so gut angenommen werde.

Dass der Streichen inzwischen wieder mehr ist als ein sorgfältig restauriertes Baudenkmal, zeigte auch eine besondere Begegnung an diesem Tag. Der Autor Klaus Bovers kam nicht mit leeren Händen: Er hatte die Idee, für jedes der Gästezimmer ein Buch als kleine Lektüre für den Nachttisch zu spenden. Ausgewählt hat er dafür sein Buch „Große Bühne Chiemgau“ – eine Lesereise durch Kultur und Geschichte. Rund 150 Geschichten und Facetten aus dem Chiemgau versammelt das Buch. Natürlich dürfen darin auch der Streichen und Schleching nicht fehlen. Mit seiner Spende verbindet Bovers damit auf ganz besondere Weise die Geschichte des Ortes mit den Menschen, die heute hier zu Gast sind.

So zeigte der „Tag des offenen Denkmals“ am Streichen nicht nur, wie wertvoll historische Bausubstanz ist. Er machte auch sichtbar, was entstehen kann, wenn ein Denkmal bewahrt wird und gleichzeitig wieder ein lebendiger Bestandteil des Ortes wird. Zwischen Kirche, Berggasthof, Büchern und Bergblick ist am Streichen ein Stück Geschichte zurückgekehrt – und wird nun wieder gemeinsam erlebt. wun

Text und Fotos: Sybilla Wunderlich

– Zwischen Bergblick und Büchern lebt Geschichte weiter, von links: Martin Katz, Autor Klaus Bovers, Wirt Markus Schmiedhuber, Bürgermeister Thomas Müllinger, Prof. Dr. Markus Rieder

– Das Buch findet den Weg in die Zimmer; von links Martin Katz, Klaus Bovers, Thomas Müllinger, Prof. Dr. Markus Rieder

– Neben dem Bett auf dem Nachtisch soll das Buch platziert werden Martin Katz, Prof. Dr. Markus Rieder, Thomas Müllinger, Klaus Bovers

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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