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Obing: Nachruf auf Helmut Bartlweber

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Am vergangenen Freitag hieß es Abschied nehmen von Helmut Bartlweber, dem „Flora“, wie er seit seiner Jugend unter seinen Motorradfreunden genannt wurde. Eine Leidenschaft, die sein ganzes Leben prägte, war das Motorradfahren und der Motorrad-Rennsport.

Der „Flora” war dabei, als 1981 am Biertisch der Gedanke aufkam, einen Motorradclub in Obing zu gründen, und wurde als Gründungsmitglied neben Konrad Liebl, Alfons Rieder, Herbert Bernauer und Jakob Stadler in die Vorstandschaft gewählt. Helmut Bartlweber unterstützte stets die Obinger Rennfahrer und den Rennsport. Eine besondere freundschaftliche Bindung hatte er bis zu seinem Tod zu dem ehemaligen Rennfahrer Adi Stadler; auf die sportlichen Erfolge seines Freundes war er immer besonders stolz.

Im Nachruf der Motorradfahrer-Gemeinschaft Obing (MFG) werden diese Zeiten mit den Worten „Wir sehen Dich lachen, wir hören deine Stimme, wir blicken zurück auf viele wunderbare Motorradtouren und Rennstreckenmomente“ in Erinnerung gerufen. „Als Unterstützer der Obinger Rennfahrer auf den Strecken warst Du eine feste Größe“, würdigt die MFG Obing das große Engagement und den Einsatz von Helmut Bartlweber. Beim 45-jährigen Jubiläum des MFG Obing am 18. Juli 2026 war es für viele Biker eine Freude, Helmut Bartlweber zu treffen. In Begleitung von Tochter Ulrike und Schwiegersohn Thilo nahm er an der Andacht auf dem Rathausplatz teil. Mit dem Motorrad und mit den Freunden der MFG Obing unternahm Helmut Bartlweber unzählige Ausflüge und Reisen. Ein Reigen von Bildern, die seine Familie neben seiner Urne an einem Modell seiner Maschine befestigte, spiegelt diese Zeit und seine große Begeisterung für die „Freiheit auf zwei Rädern“ wider, aber auch die Verbundenheit mit seiner Familie, seinen Kindern und Enkeln.

Geboren wurde Helmut Bartlweber am 4. Juli 1954 in Altenmarkt an der Alz. Seine Eltern Alois und Barbara stammen aus Böhmen und wurden 1946 vertrieben. Seine Mutter hatte aus erster Ehe – der Ehemann war 1944 gefallen – drei Kinder in die neue Familie mitgebracht. Mit seinen Halbgeschwistern Franz, Josef und Maria wuchs er im sogenannten „Rieger-Gut“ in Altenmarkt auf. Für ihn eine schöne und sehr prägende Zeit, aus der er immer viel erzählt hat. Obwohl er nicht in Böhmen geboren wurde, hatte er eine starke Bindung zu den Wurzeln seiner Eltern. Helmut erlernte im Autohaus Schneeweis in Altenmarkt den Beruf des Kfz-Mechanikers und bildete sich nach einigen Jahren im Berufsleben zum Versicherungskaufmann weiter. In Pittenhart eröffnete er seine eigene Versicherungsagentur. 1990 übernahm er als Pächter die Tankstelle in Obing, die er bis zu seiner Rente betrieb. Dadurch war er in Obing und Umgebung bei vielen Menschen bekannt. Über die Jahre ergaben sich viele Begegnungen, aus denen Bekanntschaften und Freundschaften entstanden. Die Tankstelle gehörte lange Zeit fest zu seinem Leben und seinem Alltag.

In Altenmarkt lernte Helmut seine Frau Helga Zwanzger kennen, die er im Mai 1979 heiratete. Den Eheleuten wurden drei Kinder geschenkt: Martin (1979), Ulrike (1982) und Alexander (1995). Inzwischen gehören zwei Schwiegertöchter, ein Schwiegersohn und drei Enkel zur Familie. Egal ob Kinder oder Enkel – Helmut nahm immer großen Anteil an ihrem Leben, sorgte dafür, dass es ihnen gut ging, und war stets interessiert an ihrem Alltag und ihren Hobbys. Er freute sich immer, wenn die Familie zu Besuch kam. Nach der Scheidung von Helga lebte er in einer Lebensgemeinschaft mit seiner Lebensgefährtin Petra sowie deren Sohn Franz und seinem Sohn Alexander. Zuerst hatte die Familie in Pittenhart ihr Zuhause, später dann in Obing-Pfaffing. In den letzten Jahren hatte Helmut Gefallen an volkstümlicher Musik, dem Spielen von Mundharmonika und Ziach sowie an Spaziergängen mit seinem Hund „Luggi“ gefunden.

In den letzten Jahren zeichnete sich bei ihm eine heimtückische Krankheit ab; viele Male war er nach seinem Renteneintritt im Krankenhaus. Die erblich bedingte Leberkrankheit und eine Krebserkrankung machten ihm zu schaffen. Solange es ging, pflegte ihn seine Lebensgefährtin Petra zu Hause, und seit März dieses Jahres lebte er im Josephihof in Obing. Die Gemeinschaft im Heim und die gute Betreuung ließen ihn für kurze Zeit noch einmal richtig aufblühen. Zusehends verschlechterte sich sein Gesundheitszustand; im Beisein seiner ganzen Familie ging am Tag Maria Himmelfahrt sein Leben zu Ende.

Wie Sohn Martin bei der Trauerrede erwähnte, wird ihn jeder auf seine eigene Weise in Erinnerung behalten: die Kinder als Papa, Petra als Lebensgefährtin, viele als Freund und Bekannten und in der Motorradwelt als „Flora“. Er war streitbar, oft eigensinnig, aber immer da, wenn man ihn brauchte. Die gemeinsamen Erlebnisse, Gespräche, die Reisen, aber auch viele kleine Dinge erinnern an den Menschen Helmut Bartlweber und machen ihn letztlich unvergessen. „Vielleicht passt es zu Helmut, sich vorzustellen, dass seine letzte Fahrt nun begonnen hat, eine Fahrt ohne Krankheit, ohne Schmerzen, hinein in eine neue Freiheit.“ Mit sehr emotionalen Worten verabschiedet sich Sohn Martin: „lieber Papa, pfiade mach‘s guad, oder wie du in den letzten Monaten nach jedem Besuch gesagt hast – also tschüss dann und schee das‘d da warst”.

Pfarrer i.R. Christoph Kronast würdigte in der Trauerfeier das Leben des Verstorbenen in der Aufbahrungshalle am gemeindlichen Friedhof in Obing. Auf dem Vorplatz der Halle reihten die Mitglieder der MFG ihre Motorräder zum letzten Gruß für ihr Vereinsmitglied auf. Mit dem Musikstück „Es war im Böhmerwald wo meine Wiege stand“ brachten die Musikanten die Verbundenheit des Verstorbenen zur Heimat seiner Eltern treffend zum Ausdruck.

Ein langer Trauerzug, angeführt von Trauermusik durch die Blechbläser aus Obing und der Fahnenabordnung der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Obing, begleitete die Urne von Helmut Bartlweber zu seiner letzten Ruhestätte im Ruhehain. Alois Hofstetter verabschiedete das Vereinsmitglied der KSK mit einem Rückblick auf seinen Werdegang bei Bundeswehr und Verein. Zu den Klängen des Liedes vom „guten Kameraden“ senkte sich zum letzten Gruß die Vereinsfahne über dem Urnengrab von Helmut Bartlweber und drei Böllerschüsse hallten über den Friedhof. Für die MFG Obing erinnerte Andrea Matter, Vorsitzende der MFG Obing, an die Zeit und das große Engagement des ehemaligen Vorstands. Mit dem Biker-Spruch „Die Linke zum Gruß“ verabschiedete sich der Verein.

Bericht: Emmy Künzner-Hingerl – Foto: Privat


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