Der Törwanger Maibaum ist zurück: Nach dem traditionellen „Diebstahl“ durch die Burschen aus Hirnsberg-Pietzing wurde der stattliche Baum am 1. Mai mit Pferdegespann, Musik und viel Vereinskraft auf den Dorfplatz gebracht und dort feierlich aufgestellt.

Törwang / Samerberg – Es war ein Maibaumfest, wie man es sich am Samerberg schöner kaum wünschen kann: blauer Himmel, frisches Maigrün, Tracht, Musik, ein voller Dorfplatz und mittendrin der neue blau-weiße Maibaum, der Stück für Stück in die Höhe wuchs. Schon am Vormittag war rund um Törwang spürbar, dass dieser 1. Mai mehr war als ein gewöhnlicher Feiertag. Der stattliche Baum, der zuvor von den Burschen aus Hirnsberg-Pietzing traditionsgemäß „gestohlen“ worden war, kehrte nun zurück – standesgemäß mit Pferdegespann, begleitet von vielen jungen Leuten in Tracht und mit bester Stimmung.

Kurz vor Törwang wurde noch einmal Halt gemacht. Dort entstanden die ersten Erinnerungsbilder: der Maibaum auf dem Wagen, das festlich geschmückte Pferdegespann, die Burschen, Dirndl, Kinder und Vereinsmitglieder vor der Frühlingslandschaft des Samerbergs. Schon diese Szene zeigte, was das Maibaumaufstellen bis heute ausmacht: Es ist kein inszeniertes Brauchtum, sondern ein gemeinschaftliches Ereignis, bei dem viele Generationen zusammenkommen.

Musikalisch begleitet von der Musikkapelle Samerberg erreichte der Maibaum schließlich den Törwanger Dorfplatz. Dort hatten sich bereits zahlreiche Besucher eingefunden. Unter den roten Sonnenschirmen der Gastwirtschaften, zwischen den geschmückten Häuserfassaden und vor der Kulisse von Hochries und Samerberger Bergen entwickelte sich ein eindrucksvolles Bild dörflichen Lebens. Feuerwehr, Veteranenverein, Schützengesellschaft und Musikkapelle packten gemeinsam mit an. Viele Hände waren nötig, bis der Maibaum mit den Schwaiberln langsam, sorgfältig und unter den Blicken des Publikums aufgerichtet wurde.

Besonders schön war dabei, wie selbstverständlich auch die Kinder und Jugendlichen Teil des Festes waren. Die Kindergruppe des Trachtenvereins Hochries-Samerberg tanzte um den Maibaum und brachte eine besonders lebendige Note in das Geschehen. Hand in Hand, in Tracht und begleitet vom Applaus der Zuschauer wurde sichtbar, dass Brauchtum am Samerberg nicht nur bewahrt, sondern weitergegeben wird.

Auch die Musikkapelle Samerberg prägte den Festtag wesentlich mit. Ihre Klänge begleiteten den Einzug des Maibaums ebenso wie die festliche Stimmung am Dorfplatz. Musik, Tracht, Handwerk, Gemeinschaft und das gesellige Beisammensein griffen an diesem Tag ineinander – und machten aus dem Aufstellen des Maibaums ein großes Dorffest.

Ein besonderer Moment ergab sich zudem am Rande des Maibaumaufstellens: Die neue Samerberger Bürgermeisterin Susanne Kunz übernahm bei einer ihrer ersten Amtshandlungen die Schirmherrschaft für das 130-jährige Gründungsfest des Trachtenvereins Hochries-Grainbach, das im August gefeiert wird.

Vertreter des Vereins trugen ihr dazu traditionsgemäß das Schirmherrenbitten vor – mit festlich geschmücktem Schirm, humorvoller Zeremonie und sichtbarer Freude über die Zusage.

Vertreter des Vereins trugen ihr dazu traditionsgemäß das Schirmherrenbitten vor – mit festlich geschmücktem Schirm, humorvoller Zeremonie und sichtbarer Freude über die Zusage.

So wurde der 1. Mai in Törwang zu einem Tag, der vieles zusammenführte: die Rückkehr des „gestohlenen“ Maibaums, die Kraft der Vereine, die Freude der Kinder, die Musik der Kapelle, das Miteinander der Dorfgemeinschaft und den Ausblick auf ein weiteres großes Trachtenfest im Sommer.

Mit Muskelkraft, Musik und Maibaumfreude: Törwang feierte gelebtes Brauchtum

Am Ende stand der Maibaum wieder dort, wo er hingehört: mitten auf dem Dorfplatz von Törwang – als weithin sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Heimat und lebendiges Brauchtum am Samerberg.

Bericht und Fotos: Rainer Nitzsche

 

 

 

 

 

 

 


Redaktion

Rainer Nitzsche

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Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
Mehr Fotos finden Sie auch auf meiner Webseite unter www.rainernitzsche.de

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