Natur & Umwelt

Mit Molchen und Sonnentau das Moorbeet eröffnet

Veröffentlicht von Günther Freund

Schulanfänger des Kindergartens Neuschönau sind die ersten Gäste an neuer Lernstation am Hans-Eisenmann-Haus

Als Premierengäste waren die Schulanfänger des Kindergartens Neuschönau ins Nationalparkzentrum Lusen geladen. Dort gibt es seit neuestem direkt neben dem Hans-Eisenmann-Haus eine Mooranlage. Die letzten Handgriffe, die im Rahmen der Baumaßnahme zu erledigen waren, durften die Kinder selbst übernehmen, und zwar Sonnentau pflanzen und Bergmolche einsetzen.

„Es freut mich sehr, dass Ihr heute alle da seid“, richtete sich Nationalparkleiterin Ursula Schuster an die Kinder. „Ihr seid nicht nur die ersten, die sich das fertige Moorbeet anschauen dürfen. Ihr könnt auch noch ein bisschen mithelfen, damit es den letzten Schliff bekommt, wenn ihr wollt.“ Und das ließen sich die Kinder nicht zweimal sagen. Zusammen mit Neuschönaus Bürgermeister Alfons Schinabeck wurden zuerst Bergmolche ins Moorauge, dem Teich in der Mitte des Beets, eingesetzt. „Die sollen hier künftig die Mückenlarven fressen“, erklärte Peter Karasch, der die Umsetzung des Projektes koordiniert hatte. Und damit in die braune Torfschicht auch Leben in Form von grünen Pflanzen einzieht, durften die Schulanfänger noch Sonnentau in den weichen, nassen Moorboden einsetzen. Dabei blieben die Hände nicht sauber, was der Freude am Mithelfen jedoch keinen Abbruch tat.

Freuen sich über das neue Moorbeet: Die Schulanfänger des Kindergartens Neuschönau mit Dr. Christoph Heibl (v.l.) und Nicole Graf-Kilger vom Nationalpark, Bürgermeister Alfons Schinabeck, Leiterin Ursula Schuster, den Erzieherinnen Regina Schopf und Andrea Poxleitner sowie Peter Karasch vom Nationalpark. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)

Mit der neuen Besuchereinrichtung sei das Nationalparkzentrum Lusen nun nicht nur um eine Erlebnisstation reicher, sondern auch um eine Lernstation. „Moore spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle, sie speichern Kohlenstoff und regulieren den Wasserhaushalt“, so Schuster. „Hier können künftig nicht nur die Tagesbesucher Informationen rund um diesen sensiblen Lebensraum erfahren, wir wollen das Beet auch für unsere Kindergarten- und Schulklassenprogrammen nutzen.“ Nicole Graf-Kilger, die im Hans-Eisenmann-Haus für die Umweltbildung zuständig ist, begrüßt die neue Möglichkeit sehr. „Wenn wir zum Thema Moor etwas machen wollten, mussten wir ins Klosterfilz fahren. Allein die Anfahrt hat viel Zeit in Anspruch genommen.“ Nun liege der Lebensraum Moor direkt vor der Haustüre. „Und durch den Steg und die Plattform können wir die seltenen Arten, die sich dort tummeln, aus direkter Nähe beobachten.“

Alfons Schinabeck freute sich nicht nur über die neue Attraktion in seiner Gemeinde, sondern auch über die Botschaften, die hier allen Generationen vermittelt werden. „Moore sind für uns als Gemeinschaft wichtig, weil sie Wasser speichern.“ Das Thema Wasserknappheit beschäftige Kommunen zunehmend. Deshalb sei es von großer Wichtigkeit, die Bedeutung dieses Lebensraumes Kindern wie Erwachsenen zu vermitteln.

Abschließend gab es noch Dankesworte: Zum einen von Ursula Schuster an Dr. Christoph Heibl, den Leiter des Pflanzen-Freigeländes, der die Idee für das Projekt hatte, und sein Team rund um Peter Karasch. Und zum anderen von Kindergarten-Leiterin Andrea Poxleitner an das Nationalpark-Team. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Kinder das heute erleben dürfen. Der Nationalpark ist für uns ein wahrer Segen.“ Und zum Dank sangen die Kinder ein Lied, das sie zum Holzfest der Gemeinde Neuschönau einstudiert hatten, und in dem eine Strophe ganz dem Schutzgebiet gewidmet ist.


Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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