Tourismus

JHV bei Freunden von Herrenchiemsee

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Die Anerkennung der Königsschlösser von Ludwig II. in Bayern und damit auch für die Chiemseeregion als Weltkulturerbe war nach 25 Jahren unseres Bemühens ein ganz besonderer Höhepunkt für unseren Verein. Das wollen wir feiern und behutsam in die Zukunft tragen“ – mit diesen Worten erinnerte Dr. Friedrich von Daumiller als Vorsitzender des Vereins „Freunde von Herrenchiemsee“ im voll besetzen Saal der Schlosswirtschaft auf Herrenwörth an die hohe und für den Tourismus so wichtige Auszeichnung.

Die „Freunde von Herrenchiemsee“ streben bei 15 Neuzugängen im vergangenen Jahr weitere Zuwächse an, da deren heimatgeschichtlichen Aktivitäten über die Chiemseeregion hinaus interessant sind. „Derzeit haben wir 548 Mitglieder, zu diesen gehört auch unsere Landtagspräsidentin Ilse Aigner.    Erfreulich auch, dass wir Hermann Auer, dem neuen Präsidenten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, bereits mit einer Abordnung unsere Aufwartung machen konnten“. Für den Vorsitzenden sind neben einem guten Miteinander mit den staatlichen Stellen in München und mit den Verwaltungszuständigen auf der Herreninsel auch die Fortführung wissenschaftlicher Arbeiten und die Umsetzung von deren Erkenntnissen von zentraler Bedeutung. Hierzu gehören die Ausgrabungen und Buchprojekte des verstorbenen Direktors der Prähistorischen Staatssammlungen in München, Dr. Hermann Dannheimer. Dr. Wolfgang Berka als Spezialbeauftragter des Vereins informierte über den aktuellen Stand zur Rückführung von Skeletten von Herreninsel-Persönlichkeiten aus dem 7./8. sowie 14./15. Jahrhundert und sagte: „Die Kunstschlosserei Wallner in Prien erstellt eine große Metalltruhe, in die die fünf Gefäße mit den Gebeinen der fünf wiederzubestattenden Persönlichkeiten eingelegt sind. Diese Metalltruhe dient dann für die Verwahrung im altehrwürdigen Inseldom“.

Zufriedenstellend waren die Versammlungsberichte von Schatzmeisterin Charlotte Münck (vorgetragen von Schriftführerin Andrea Hübner) sowie von den Revisoren Wolfgang Nothaft und Michaela Leidel. Bekanntgegeben wurde noch, dass der Verein für seine Mitglieder am Sonntag, 19. September eine Studienfahrt zum Schloss Linderhof und zum Kloster Ettal unternimmt.

Schwester Magdalena: „Weltkulturerbe auch für Frauenwörth“

Zu den Ehrengästen der Versammlung der „Freunde von Herrenchiemsee“ gehörte auch Schwester Magdalena vom Konvent der Benediktinerinnen Frauenwörth. Ihr Anliegen war es, dass das für Herrenchiemsee ausgesprochene Weltkulturerbe auch auf die Fraueninsel mit Kloster, Torhalle und wertvollen Reliquien ausgedehnt werden möge. In der offenen Aussprache wurde daran erinnert, dass die ursprüngliche Idee des Initiators für das Weltkulturerbeverfahren durch den damaligen Priener Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger für die gesamte Chiemseeregion mit den Inseln Frauen- und Herrenwörth angedacht war. Im Zuge der Beratungen wurde jedoch eine größte Chance einem Antrag für die Königsschlösser eingeräumt. Weitere Überlegungen – so die Diskussion weiter – sollen vorab mit dem Gemeinderat der Gemeinde Chiemsee und mit dem Förderverein für das Kloster Frauenchiemsee geführt werden. In ihren Grußworten sagten Priens Zweiter Bürgermeister Michael Anner junior und PrienPartner-Vorsitzender Dr. Herbert Reuther den „Freunden von Herrenchiemsee“ ihre weitere Unterstützung zu. Zugleich dankten sie dem Vorsitzenden Dr. Friedrich von Daumiller und seinem Vorstandsteam für deren umsichtige Vereinsführung (Über den Empfang anlässlich der Weltkulturerbe-Anerkennung und zum 65. Bestehen des Vereins im Schloss Herrenchiemsee berichten wir noch gesondert).

 Fotos: Hötzelsperger  –  Eindrücke  von der JHV der Freunde von Herrenchiemsee.   

  • Berichte bzw. Grußworte von 1. Vorsitzenden Dr. Friedrich von Daumiller, Schriftführerin Andrea Hübner, Priens 2. Bürgermeister Michael Anner junior, PrienPartner-Vorsitzender Dr. Herbert Reuther
  • Dr. Wolfgang Berka bei seinen Ausführungen zur Rückführung von Skeletten
  • Schwester Magdalena vom Kloster Frauenwörth zum Weltkulturerbe

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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