Für die Freiwillige Feuerwehr Hittenkirchen, die Hittenkirchener Dorfgemeinschaft sowie die Gemeinde Bernau am Chiemsee war es ein besonderer Tag: Mit einem Festgottesdienst, einem Kirchenzug und einem anschließenden Frühschoppen am Feuerwehrhaus wurde das neue Mittlere Löschfahrzeug Florian Hittenkirchen 47/1 feierlich eingeweiht.
Den Auftakt bildete der Gottesdienst in der Kuratiekirche St. Bartholomäus. Pfarrer Philipp Werner, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist, nahm in seiner Predigt Bezug auf die besondere Verantwortung und die Herausforderungen des Feuerwehrdienstes. Wenn der Piepser gehe, steige zunächst der Blutdruck, schilderte er aus eigener Erfahrung. Im Einsatz komme es dann jedoch auf Konzentration und das gemeinsame Handeln an. Jeder bringe das ein, was er gelernt habe und leisten könne. „Gemeinsam geht’s“, betonte Werner. Der Wunsch zu helfen und anderen beizustehen sei die Grundlage dieses Ehrenamtes, das heute keineswegs selbstverständlich sei. Die Feuerwehrleute seien damit auch Vorbilder für die Gesellschaft. Zugleich erinnerte er daran, dass die Fähigkeiten und auch der Schutz im Einsatz nicht ohne Gottes Unterstützung auskämen.
Im Anschluss formierte sich der Kirchenzug zum Feuerwehrhaus. Neben den Ortsvereinen mit ihren Fahnenabordnungen beteiligten sich auch die Nachbarfeuerwehren aus Bernau, Prien, Umrathshausen und Wildenwart an dem Festzug. Musikalisch begleitet wurde der Zug von der Fritz-Musi, die auch den weiteren Verlauf der Feier musikalisch umrahmte.
Am Feuerwehrhaus begrüßte der 1. Vorstand Johann Forstner die zahlreichen Gäste. Anschließend segnete Pfarrer Philipp Werner das neue Fahrzeug. Das MLF solle helfen, „aus jeder Not herauszufinden“, erklärte er. Zugleich bat er um „Schutz für das Fahrzeug, Schutz durch den Heiligen Florian und Schutz für alle Feuerwehrleute“.
Kommandantin Veronika Wöhrer blickte in ihrer Ansprache ausführlich auf die Entstehungsgeschichte des neuen Fahrzeuges zurück. „Schee ist das neue Auto, aber vor allem wichtig“, stellte sie gleich zu Beginn fest. Das bisherige Tragkraftspritzenfahrzeug aus dem Jahr 1993 sei nach vielen Einsätzen „in den wohlverdienten Ruhestand gegangen“. Das neue Fahrzeug sei nun offiziell in Dienst gestellt worden und stelle die Feuerwehr für kommende Anforderungen deutlich besser auf. Bei dem Fahrzeug handle es sich um ein Mittleres Löschfahrzeug der Firma Magirus mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,2 Tonnen und einem 800 Liter fassenden Löschwassertank. Besonders hob sie hervor, dass erstmals vier fest verbaute Atemschutzgeräte zur Verfügung stünden und damit eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Fahrzeug erreicht worden sei.
Der Weg bis zur Beschaffung sei lang gewesen und habe zahlreiche Gespräche und Abstimmungen mit der Gemeinde umfasst. Bereits seit mehreren Jahren habe man sich intensiv mit Planung und Beschaffung beschäftigt. Unter anderem seien mehrere Fahrten nach Ulm zur Firma Magirus notwendig gewesen. Dort habe man die Startbesprechung durchgeführt, später die Rohbauabnahme begleitet und schließlich im Oktober das fertige Fahrzeug abgeholt. Offiziell in Dienst gestellt worden sei das MLF am 1. November, den ersten Einsatz habe es allerdings bereits am Vorabend absolviert. Besonders dankte Wöhrer der Gemeinde und dem Gemeinderat für die Unterstützung, dabei nannte sie stellvertretend Martin Angerer als wichtigen Ansprechpartner zwischen Gemeinde und Feuerwehr. Ebenso richtete sie ihren Dank an die Mannschaft, ihrem Stellvertreter Sebastian Summerer sowie an ihren Vorgänger Georg Ablinger, unter dessen Verantwortung die Beschaffung begonnen worden war.
Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber sprach von einem „besonderen Tag für unsere Gemeinde und auch für die Hittenkirchner Feuerwehr“. „Mit großer Freude und auch ein wenig Stolz stehen wir hier zusammen, um unser neues Feuerwehrfahrzeug feierlich zu weihen“, erklärte sie. Der Weg dorthin habe bereits vor mehreren Jahren begonnen. Viele Gespräche und Überlegungen seien notwendig gewesen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. „Besonders erfreulich war dabei, dass der Gemeinderat geschlossen hinter dieser Entscheidung stand“, betonte die Bürgermeisterin. Die Gesamtkosten bezifferte die Bürgermeisterin auf rund 368.900 Euro, wobei Fördermittel in Höhe von 53.900 Euro gewährt worden seien. Das neue Fahrzeug sei nicht nur ein technisches Hilfsmittel, sondern zugleich ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Feuerwehrlern und eine Investition in die Sicherheit der Bürger.
Für die Kreisbrandinspektion gratulierte Franz Hochhäuser gemeinsam mit Kreisbrandmeister Stefan Pfliegl zur gelungenen Beschaffung. Das Fahrzeug sei „kein Spielzeug“, sondern das Ergebnis vieler Anstrengungen von Feuerwehr und Gemeinde. Moderne Technik allein reiche allerdings nicht aus. „Was wäre das Fahrzeug ohne die Feuerwehrler“, fragte er und ergänzte: „Das Technische ist kein Problem, aber man braucht auch die Helfer.“
Auch Stefan Huber, Kommandant der Feuerwehr Bernau, hob die Bedeutung moderner Ausrüstung hervor. „Die Einsätze werden immer vielfältiger, daher ist eine gute Ausstattung essentiell“, erklärte er. Gleichzeitig würdigte er die enge Zusammenarbeit der beiden Wehren. „Die Feuerwehren arbeiten gut und vertrauensvoll zusammen, was sie stark macht.“ Abschließend gratulierte er der Feuerwehr Hittenkirchen zum neuen Fahrzeug und lud die Mannschaft als Geschenk zu einem gemeinsamen Grillabend ein.
Im Anschluss an den offiziellen Teil klang die Fahrzeugweihe mit einem Frühschoppen mit Grillbrotzeiten, Kaffee und Kuchen sowie musikalischer Unterhaltung durch die Preaner Buam am Feuerwehrhaus aus. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen und zur Besichtigung des neuen Fahrzeuges.
Bericht und Bilder: Michael Hötzelsperger

































