Im zweiten Quartal 2026 zeigt sich weiter ein verhaltenes Bild im bayerischen Ausbaugewerbe. Insgesamt ergeben sich im Vorjahresvergleich für den Freistaat kaum merkliche Veränderungen. In vier der sieben bayerischen Regierungsbezirke steigen die Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal. In den übrigen drei Regierungsbezirken dagegen sind die Umsätze rückläufig.
Schweinfurt. Das bayerische Ausbaugewerbe erwirtschaftet im zweiten Quartal 2026 einen nominalen Umsatz von 3,58 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresergebnis entspricht das einem leichten Anstieg um 56,21 Millionen Euro beziehungsweise 1,6 Prozent. Befragt werden Betriebe von rechtlichen Einheiten mit 20 oder mehr tätigen Personen. In die aktuelle Erhebung sind 2 056 Ausbaugewerbebetriebe einbezogen und somit 33 Betriebe mehr als im Vorjahresquartal. Der durchschnittliche nominale Umsatz je Betrieb liegt trotz leichter Zunahme der Betriebszahlen unverändert bei 1,74 Millionen Euro.
Oberfranken, Mittelfranken, Schwaben und Oberbayern mit Umsatzzuwachs
Eine regionale Auswertung auf Ebene der bayerischen Regierungsbezirke zeigt: Mehr als ein Drittel des Umsatzes im Ausbaugewerbe entfällt auf Betriebe mit Sitz in Oberbayern. Die dort ansässigen ausbaugewerblichen Betriebe erzielen gegenüber dem zweiten Quartal 2025 ein nominales Umsatzplus von 1,9 Prozent. Weitere Umsatzsteigerungen zwischen 6,0 Prozent und 6,8 Prozent sind in den Regierungsbezirken Oberfranken, Mittelfranken und Schwaben zu beobachten.
In den übrigen drei bayerischen Regierungsbezirken sind die Umsätze zwischen 1,7 Prozent (Unterfranken) und 5,1 Prozent (Oberpfalz) rückläufig.
Entgelte nominal 4,8 Prozent im Plus
Zum Ende des zweiten Quartals 2026 sind in den bayerischen Ausbaugewerbebetrieben insgesamt 88 443 Personen beschäftigt. Von April bis Juni 2026 erbringen sie zusammen 24,61 Millionen Arbeitsstunden – das entspricht einer leichten Zunahme von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Entgelte steigen um 4,8 Prozent und summieren sich auf eine Milliarde Euro.
Nach Arbeitsvolumen sind die Wirtschaftszweige „Gas-, Wasser-, Heizungs- sowie Lüftungs- und Klimainstallation“ mit 8,91 Millionen Arbeitsstunden und „Elektroinstallation“ mit 8,40 Millionen Arbeitsstunden die beiden größten Wirtschaftszweigen des Ausbaugewerbes.
Mehrjährige Entwicklung des Ausbaugewerbes
Ein Blick auf die Entwicklung seit 2021 zeigt ein mittelfristig deutlich wachsendes Ausbaugewerbe: Die Zahl der Betriebe nimmt um 12,2 Prozentpunkte zu, gleichzeitig steigt der Personalstand um 11,4 Prozentpunkte. Auch das Arbeitsvolumen wächst um 6,8 Prozentpunkte.
Besonders stark entwickeln sich (nominal) im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem zweiten Quartal 2021 die Entgelte mit einem Plus um 35,5 Prozentpunkte und Umsätze um 31,7 Prozentpunkte. Real gehen die ausbaugewerblichen Umsätze jedoch um 4,4 Prozentpunkte zurück (siehe Grafik).
Hinweise:
Die Berichterstattung basiert auf den Ergebnissen der vierteljährlichen Erhebung im Ausbaugewerbe und bei Bauträgern. Im Rahmen dieser Quartalserhebung werden ausbaugewerbliche Betriebe von rechtlichen Einheiten mit 20 oder mehr tätigen Personen befragt. Von Berichtsjahr 2018 bis einschließlich Berichtsjahr 2020 lag die Berichtskreisuntergrenze bei 23 oder mehr tätigen Personen.
Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik – Foto: Hötzelsperger


