Der gemeinsame Naturschutzeinsatz von Polizei, Staatsanwaltschaft, Naturschutzbehörden, Gebietsbetreuung, Naturschutzwacht, Fischereiaufsicht sowie der Chiemsee-Ranger am Samstag, 25. Juli 2026, rund um den Chiemsee und den Simssee stieß auf ein überwiegend positives Echo in der Bevölkerung. Im Mittelpunkt der Maßnahmen standen der Schutz besonders sensibler Lebensräume, die Information der Erholungssuchenden sowie die konsequente Überwachung und Ahndung der geltenden naturschutzrechtlichen Bestimmungen.
Unter Leitung der Polizeiinspektion Prien am Chiemsee mit der Wasserschutzpolizei und Beteiligung der Polizeiinspektionen Rosenheim, Traunstein und Trostberg, dem Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei Ainring, der Polizeireiter sowie Diensthundeführer, konnte dieser gemeinsame Aktionstag bei bestem sommerlichen Wetter in den regionalen Naturschutzgebieten durchgeführt werden. Die Kontrollen fanden an Land sowie auf dem Wasser mit Unterstützung der drei Polizeiboote der Wasserschutzpolizei Prien statt. Dabei stand auch ein Streifengang auf der Krautinsel auf dem Programm der Einsatzkräfte. Aufgrund der „Chiemsee-Schutzverordnung“ ist auf der unbewohnten Insel das Zelten, Lagern, Müll zurücklassen, Lagerfeuer und Grillen sowie Drohnen wie im gesamten Landschaftsschutzgebiet Chiemsee ebenfalls strikt verboten.
Im Rahmen des Naturschutzeinsatzes am Chiemsee und Simssee kontrollierten die Einsatzkräfte zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Dabei wurden 23 Fahrradfahrer auf Fußwegen mündlich verwarnt und zum Absteigen aufgefordert. Wegen des unzulässigen Aufenthalts in ausgewiesenen Ruhezonen am Chiemsee, wurden insgesamt 7 Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet. In weiteren 20 Fällen erteilte die Polizei Platzverweise an Personen, die im Begriff waren diese zu befahren. Durch die Fischereiaufsicht wurden 2 Verstöße gegen fischereirechtliche Bestimmungen festgestellt und zur Anzeige gebracht. Darüber hinaus sprachen die Einsatzkräfte 3 mündliche Verwarnungen wegen Verstößen gegen die Leinenpflicht für Hunde aus und forderten die Hundehalter auf, ihre Tiere anzuleinen. In 25 Fällen mussten Personen wegen unerlaubten Nacktbadens am „Rottspitz“ der Gemeinde Übersee verwarnt und zum Ankleiden aufgefordert werden. Außerdem wurden 2 Personen angewiesen, zurückgelassenen Müll ordnungsgemäß zu beseitigen. Weiterhin wurden 2 Verkehrsordnungswidrigkeiten wegen des verbotswidrigen Parkens auf Grünflächen sowie 2 weitere Delikte wegen des unerlaubten Befahrens einer Naturschutzzone mit Kraftfahrzeugen festgestellt. Am Simssee wurden 5 Meldungen über Boote im Schilf- und Seerosenbereich zuständigkeitshalber an das Landratsamt Rosenheim zur weiteren Bearbeitung übergeben. Ferner wurden 2 Anzeigen wegen Badens in einer naturschutzrechtlichen Verbotszone am Simssee festgestellt. Dabei verhielt sich ein Delinquent besonders uneinsichtig. Er lachte über die Kontrollbeamten und zog die polizeilichen Maßnahmen ins Lächerliche, während er mit seinem SUP im Schilfgürtel des Naturschutzgebietes Simssee Südufer trieb und diverse Halme abknickte. In erwartet nun ein empfindliches Bußgeld. Insgesamt wurden damit mehr als 70 Verstöße geahndet
Die Polizei zieht trotz der Vielzahl an festgestellten Verstößen eine insgesamt positive Einsatzbilanz. Die überwiegende Mehrheit der angetroffenen Personen verhielt sich vorschriftsmäßig und zeigte durchwegs Verständnis und Einsicht für das Thema Naturschutz. Die Polizei weist darauf hin, dass die geltenden Regelungen dem nachhaltigen Schutz der sensiblen Tier- und Pflanzenwelt dienen. Insbesondere während der Sommermonate können Störungen erhebliche Auswirkungen auf Brut-, Rast- und Rückzugsgebiete der Tiere haben. Somit werden Polizei und die zuständigen Fachbehörden auch künftig entsprechende Naturschutzkontrollen durchführen, um die wertvollen Lebensräume in unserer Region dauerhaft zu erhalten.
Bericht und Bilder: Rieger, POKin – Wasserschutzpolizei Prien am Chiemsee
(Bild 1 und 2 – Kontrolle auf der Krautinsel, Bild 3 – Kontrolle mit Schlauchboot mit E-Motor am Simssee)




