Bei der Kapelle zur Ehren der Heiligen Anna im Priener Ortsteil Griebling wird am Freitag, 24. Juli zu einer Eucharistiefeier eingeladen. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Fotos: Rosi Hell / hö
St. Anna – Mutter Marias und Großmutter Jesu
Anna (hebräisch Ḥannah, griechisch Ἄννα) gilt in mehreren apokryphen Schriften des 2. bis 6. Jahrhunderts als Mutter der Gottesmutter Maria und damit als Großmutter Jesu Christi. In den vier kanonischen Evangelien des Neuen Testaments wird sie nicht erwähnt. Seit dem Mittelalter wird Anna als Heilige verehrt.
Leben und Legende
Die legendarische Lebensgeschichte Annas orientiert sich stark an der alttestamentlichen Erzählung von Hannah und ihrem Sohn Samuel. Nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe mit Joachim soll Anna Maria geboren haben. Nach der Lehre der römisch‑katholischen Kirche erfolgte die Empfängnis Marias als unbefleckte Empfängnis: Maria wurde zwar auf natürliche Weise von Joachim gezeugt und von Anna geboren, jedoch durch göttliche Gnade vor der Erbsünde bewahrt. Der Legende zufolge brachten Anna und Joachim ihre Tochter Maria im Alter von drei Jahren – als Erfüllung eines Gelübdes – zur Erziehung in den Tempel von Jerusalem.
Die „Dreiheirat“ und die Heilige Sippe
Im Frühmittelalter entwickelte sich, gestützt auf biblische und apokryphe Hinweise zur Verwandtschaft Jesu, die Vorstellung der sogenannten „Dreiheirat“ (trinubium) Annas. Danach soll Anna nach dem Tod Joachims noch zwei weitere Männer geheiratet haben: Kleophas und Salomas. Aus jeder dieser Ehen sei wiederum eine Tochter namens Maria hervorgegangen, die später Mütter von Aposteln und Jüngern Jesu gewesen seien. Diese erweiterte Familienstruktur wurde als „Heilige Sippe“ bezeichnet.
Genealogische Ausgestaltungen im Mittelalter
Eine besonders ausgearbeitete Fassung dieser Legende stammt von Haimo von Auxerre und wurde in die Legenda Aurea des Dominikaners Jacobus de Voragine aufgenommen. Danach waren Anna und ihre Schwester Esmeria Töchter von Susanna und Ysaschar. Esmerias Tochter Elisabet sei die Mutter Johannes des Täufers gewesen.
Die drei „Marias“ der Legende werden wie folgt zugeordnet:
- Maria Salomas: Mutter von Jakobus dem Älteren und Johannes
- Maria Kleophas: Mutter von Jakobus dem Jüngeren, Judas Taddäus, Simon Zelotes und Joseph Justus
Johannes Trithemius ordnete diese Legende später fälschlich Haimo von Halberstadt zu; dies erwies sich jedoch als unzutreffend.
Frömmigkeit und Mildtätigkeit
Mehrere apokryphe Schriften – darunter das Protoevangelium des Jakobus, das Pseudo‑Evangelium des Matthäus, die Legenda Aurea sowie Annenviten des 15. Jahrhunderts – berichten von der besonderen Mildtätigkeit Annas und Joachims. Demnach spendeten sie ein Drittel ihres Besitzes an Arme, Waisen, Witwen und Fremde in Not (lt. wikipedia und KI).



