Musik über den Wolken: „Auf da Oim” 2026 begeistert mit ausverkauftem Almtag
Frasdorf. Zum 13. Mal seit der Gründung 2012 verwandelten sich die Frasdorfer Niederalmen am 5. Juli in außergewöhnliche Konzertsäle: Bei den Kammerkonzerten „Auf da Oim”, veranstaltet von der Tourist-Info Frasdorf, trafen Musikerinnen und Musiker der Münchner Philharmoniker auf ein Publikum, das den einstündigen Fußweg bergauf nicht scheute – und wurde dafür mit einem unvergesslichen Tag zwischen Holz, Heu und Weltklasse-Musik belohnt. Mit mehr als 450 Besucherinnen und Besuchern war der Almtag restlos ausverkauft. Ein echter Geheimtipp abseits der großen Bühnen – wer ihn einmal entdeckt hat, kommt so schnell nicht mehr davon los.
Der Weg ist Teil des Konzerts
Schon bevor der erste Ton erklingt, beginnt das eigentliche Erlebnis: Wer zu „Auf da Oim” will, muss gehen. Kein Shuttle, kein Parkplatz direkt an der Alm – nur ein rund einstündiger Fußweg durch Wald und Wiesen, hinauf auf knapp 1.000 Meter. Genau das macht den besonderen Reiz aus. Die Anstrengung des Aufstiegs, das Schnaufen auf den letzten Metern, der erste Blick auf die urigen Almställe – all das gehört untrennbar zum Konzerterlebnis dazu und lässt sich mit keiner Anfahrt im Auto ersetzen. Wer oben ankommt, hat sich die Musik im wahrsten Sinne des Wortes erwandert.
Vier Konzerte, drei Almen, ein besonderer Tag
Den Auftakt machte um 11.30 Uhr die Hofalm mit der musikalischen Lesung „Dorfbanditen”: Schauspieler Gerd Anthoff entführte gemeinsam mit den Musikern der Münchner Philharmoniker Matthias Ambrosius (Klarinette) und Quirin Willert (Akkordeon) das Publikum in die Erinnerungswelt Oskar Maria Grafs – begleitet von einer eigens komponierten Mischung aus bayerischer Volksmusik, Klassik und Jazz. Die Stimmung im Stall war so ausgelassen, dass es mit mehreren Zugaben nicht getan war, ehe das Trio das Publikum schließlich ziehen ließ.
Zur gleichen Zeit eröffnete auf der Rauchalm das Celloquartett „IsarCellists” – Floris Mijnders, Sissy Schmidhuber, Sven Faulian und Manuel von der Nahmer, allesamt Cellisten der Münchner Philharmoniker – mit einem Streifzug von Barock bis Tango. Am Nachmittag folgte dort, ebenfalls auf der Rauchalm, ein Duo Percussion: Die Philharmoniker-Musiker Sebastian Förschl und Jörg Hannabach rückten mit Werken von Xenakis und Alvarez die kleine Trommel als „rhythmisches Herz des Orchesters” in den Mittelpunkt.
Parallel dazu stand die Schmiedalm im Zeichen der Bläser-Streicher-Begegnung: Solohornist Bertrand Chatenet musizierte mit vier Streichern der Münchner Philharmoniker unter dem Titel „Blech & Strings” ein Programm von Hoffmeister und Mozart bis Tschaikowski und Schostakowitsch. Den Abschluss bildete um 17 Uhr, ebenfalls auf der Schmiedalm, eine kammermusikalische Rarität: Mozarts „Don Giovanni” in der historischen Kurzfassung, gespielt von Musikern der Münchner Philharmoniker an Flöte, Violine, Viola und Cello, mit Zwischentexten von Gottfried Franz Kasparek.
Kurzer Regen, große Gastfreundschaft
Auch das Wetter hatte an diesem Tag ein Wort mitzureden – zumindest kurz: Ein Schauer trieb die Gäste zeitweise unter die Dächer der Almen. Und gerade das wurde zu einem der schönsten Momente des Tages: Wer sich unterstellte, rückte auf den Bänken zusammen, ließ sich die Wartezeit mit einer zünftigen Brotzeit versüßen und kam mit Musikern wie Mitwanderern ins Gespräch. Genau dieses gemütliche Beisammensein – nicht nur während, sondern auch zwischen den Konzerten – macht „Auf da Oim” aus. Ehe die Sonne zurückkehrte und die Konzerte ihren Lauf nahmen, zeigte sich, dass zu einem echten Almtag eben auch das Wetter dazugehört, dem man sich stellt. Über weite Strecken des Tages präsentierte sich das Chiemgauer Himmel im besten Bergwetter und schuf die passende Kulisse für ein Erlebnis, das Wandern, Musik und Geselligkeit so nah zusammenbringt wie kaum ein anderes Format.
Die Begeisterung des Publikums war den Rückmeldungen nach entsprechend groß: In allen vier Konzerten wurden die Musikerinnen und Musiker begeistert beklatscht und bejubelt. Für viele Besucherinnen und Besucher zählt genau diese Kombination – der Aufstieg zu Fuß, die unmittelbare Nähe zu den Musikern ganz ohne Bühne und Absperrung, und das gesellige Verweilen auf der Alm – zum eigentlichen Zauber von „Auf da Oim”.
Ausblick auf 2027
Mit dem restlosen Ausverkauf hat sich die Konzertreihe erneut als das bestätigt, was sie seit 2012 ist: ein Geheimtipp für alle, die Musik nicht einfach nur hören, sondern sich zu ihr auf den Weg machen wollen. Wer auch im kommenden Jahr rechtzeitig dabei sein möchte, findet Informationen zu Vorverkaufsstart, Programm und Anreise im eigens eingerichteten Newsletter sowie auf der Homepage www.auf-da-oim.de.
Text: Tobias Volke – Bilder: Tobias Volke, Andreas Walsberger



















