Solidarität & Lichtblicke

KAB: Bildung als Gerechtigkeits-Beitrag

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Bayerische Staatsregierung unterstützt ein berufsqualifizierendes Projekt für Hausangestellte in Tansania des Bildungswerks der KAB München und Freising mit 49.500 Euro. Die Übergabe des Förderschecks erfolgte am 3. Juli in Augsburg im Rahmen der „Bayerischen Eine-Welt-Tage“ durch Eric Beißwenger, den Bayerischen Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales.

 

„Durch das Projekt werden nicht nur Wissen und Kompetenz für die Berufsausübung vermittelt. Die Beschäftigten werden auch dazu ermutigt, ihre Arbeitnehmerrechte zu verteidigen“, erklärt Karl Busl, Projektbeauftragter der KAB München und Freising für die Kooperation mit Tansania.

 

In Tansania arbeiten nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO rund fünf Prozent der Bevölkerung als Hausangestellte. Die meisten davon sind Mädchen und Frauen. Einen Arbeitsvertrag mit verbrieften Rechten haben nur wenige. Viele dieser informell Beschäftigten kennen ihre Rechte deshalb gar nicht. Durch das gemeinsame Projekt von KAB-Bildungswerk und dem Christian Workers Movement (CWM) in Morogoro, Tansania sollen zunächst 280 Hausangestellte erreicht und in Workshops geschult werden. Weitere Workshops sind für Arbeitgeber vorgesehen, damit diese die Rechte ihrer Beschäftigten kennenlernen. Auch CWM-Mitglieder in den Basisvereinen und Pfarreien erfahren mehr über die Rechte und Pflichten von Hausangestellten. Treffen mit Lokalpolitikern und Kirchenvertretern sollen das Bewusstsein für die Rechte der Hausangestellten schärfen.

 

Darüber hinaus sieht das Projekt die Ausbildung von 100 Mädchen und Frauen zu zertifizierten Hausangestellten an einer staatlichen Berufsschule vor. Außerdem sind Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit in Tansania vorgesehen. Über Rundfunkbeiträge, soziale Medien sowie eine Broschüre und Plakate soll ein größerer Teil der Bevölkerung für die Rechte der Hausangestellten sensibilisiert werden.

 

Das KAB-Bildungswerk der Erzdiözese München und Fresing und das CWM in Tansania arbeiten bereits seit über zehn Jahren eng zusammen. Es gab mehrere gegenseitige Besuche zum Kennenlernen der jeweiligen Lebensrealität und zur Vertiefung von Projektkooperationen. In Bayern sind die Partnerschaftsbeauftragen des KAB-Diözesanverbands München und Freising, Karl Busl und Hannes Kreller, für die ehrenamtliche Projektbegleitung zuständig. In Tansania koordinieren das Projekt Edson Yeyeye und Angela Shirima.

 

Bericht und Foto: KAB –  Scheckübergabe im Rahmen der Bayerischen Eine-Welt-Tage am 03.07.2026 in Augsburg. Personen auf der Foto v.l.n.r.: Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales; Karl Busl, Projektbeauftragter der KAB München und Freising für die Kooperation mit Morogoro/Tansania; Gerhard Endres, Co-Vorsitzender des KAB-Bildungswerks München und Freising.  

 

Über die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)

Die KAB ist ein kirchlicher Sozial- und Berufsverband mit 175-jähriger Geschichte. Bundesweit und in internationalen Netzwerken macht sie sich für die Interessen und Rechte von Arbeitnehmer:innen stark – unabhängig von deren Konfession. Der KAB-Diözesanverband München und Freising e.V. ist Teil der KAB Deutschlands e.V. mit bundesweit rund 60.000 Mitgliedern. Das KAB-Bildungswerk des Diözesanverbands ist Träger der Erwachsenenbildung in der Erzdiözese München und Freising. Die KAB-Rechtsstelle München berät und vertritt Mitglieder im Arbeits- und Sozialrecht. Zudem wirkt die KAB in der sozialen Selbstverwaltung mit und stellt ehrenamtliche Arbeits- und Sozialrichter:innen. Für ein christliches Miteinander in der Arbeitswelt. Mehr Infos zu Aktionen und Themen unter: www.kabdvmuenchen.de

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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