Solidarität & Lichtblicke

Johanniter zur Ganztagesbetreuung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Auch in den Ferien können Schulkinder gut betreut werden   –  Schulkooperationen: Wie die Johanniter den ab 1. August geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Region umsetzen

Eltern von Grundschulkindern wünschen sich bei der Betreuung vor allem drei Dinge, sagt Susanne Autengruber, dreifache Mutter und Sachgebietsleiterin Kinder und Jugend der Johanniter-Unfall-Hilfe in München und dem südöstlichen Oberbayern: „Die Betreuung soll planbar sein, so dass ich weit im Voraus weiß, wann sie stattfindet und was inhaltlich passiert. Sie soll flexibel sein, so dass ich genügend Zeit mit meinem Kind verbringen kann – zum Beispiel an einzelnen Wochentagen oder ab einer bestimmten Uhrzeit. Und sie soll natürlich meinem Kind ein abwechslungsreiches, anregendes Programm bieten.“

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter, der ab 1. August 2026 stufenweise eingeführt wird, verspricht den Eltern zumindest Sicherheit: Zunächst haben Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse, ab Herbst 2029 alle Grundschulkinder Anspruch auf acht Stunden Betreuung an allen Schultagen sowie eine Ferienbetreuung. Letzteren deckt in München Lilalu, das Ferienprogramm der Johanniter, schon seit vielen Jahren ab, mit ganztagsbetreuten Workshops in sämtlichen Schulferien für Kinder bis 13 Jahre. 6.000 Plätze stehen hier jedes Jahr zur Verfügung, 600 davon sind als Kontingent für Erstklässlerinnen und Erstklässler reserviert.

Viele Schulen bitten um Hilfe bei der Ferienbetreuung

Viele Grundschulen stehen mit dem Rechtsanspruch nun vor der Herausforderung, in den Ferien bei entsprechendem Bedarf eine qualifizierte Betreuung anbieten zu müssen – eine Aufgabe, die bisher vor allem erfahrene Akteure wie Kindertageseinrichtungen, Mittagsbetreuungen oder freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe übernommen haben. „Wir erhalten derzeit viele Anfragen von den Schulen, die uns um Unterstützung in der Ferienbetreuung bitten“, sagt Nadine Krzywania, Teamleitung Schulkooperationen der Johanniter.

Zur Deckung des Bedarfs haben die Johanniter ein neues Angebot für die Schulen entwickelt: wöchentliche Ferienprogramme, bei denen jeweils Ausflüge sowie Kreativ- und Bastelangebote zu einem bestimmten Motto stattfinden. Das Angebot wird aus dem Ganztagsfinanzierungsgesetz finanziert, zusätzlich sind Elternbeiträge notwendig. Um kostendeckend zu arbeiten, können die Johanniter dieses Programm anbieten, sobald mehr als eine Gruppe von mindestens zwölf Kindern zusammenkommt.

Individuelle Konzepte für die Betreuung an Schultagen

Auch im Bereich Schulkooperationen sind die Johanniter in der Region aktiv: An derzeit zwölf Schulen bieten sie in München und dem südöstlichen Oberbayern abwechslungsreiche Angebote im Rahmen der Ganztagsbetreuung an – von offen bis gebunden, vom Nachmittagsangebot bis zur Projektwoche. Bislang fand die Betreuung montags bis donnerstags flexibel auch in Randzeiten statt, mit einzelnen Grundschulen wurde jetzt eine Ausweitung des Angebots auch auf freitags vereinbart. „Wir nehmen alle Anfragen von Schulen aus München und dem Umland entgegen und erarbeiten bei Bedarf ein individuelles Konzept“, sagt Autengruber.

Neues lernen, Selbstbehauptung stärken: viel mehr als nur Betreuung

„Wir wollen nicht nur helfen, den Rechtsanspruch zu erfüllen, wir sehen unsere Aufgabe darin, qualifizierte pädagogische Angebote zu machen. Damit Kinder und Jugendliche nicht nur ganztags betreut werden, sondern auch außerhalb von Kindergarten und Schule Neues lernen, ihre Fertigkeiten und Grenzen ausloten, Freundschaften knüpfen und wichtige personale Kompetenzen wie Selbstbehauptung, Kreativität und Kooperationsbereitschaft stärken können.“

Bericht und Bilder: Johanniter, Wasserburg


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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