Mit einem eindrucksvollen Festsonntag feierte die Freiwillige Feuerwehr Sachrang ihr 150‑jähriges Bestehen – gemeinsam mit zahlreichen Wehren aus Bayern und Tirol sowie vielen Gästen aus Nah und Fern. Bei strahlendem Wetter wurde das Jubiläum zu einem Tag der Dankbarkeit, der Kameradschaft und der gelebten Tradition.
Würdige Worte zum Auftakt
Vorsitzender Christian Singhartinger eröffnete die Feierlichkeiten an der Ölbergkapelle mit einer Ansprache, die den Geist der Sachranger Wehr eindrucksvoll widerspiegelte. Er erinnerte an die Gründung im Jahr 1876 und an die Generationen von Feuerwehrleuten, die über eineinhalb Jahrhunderte hinweg Verantwortung übernommen und ihren Mitmenschen in Notlagen geholfen haben – „zu jeder Uhrzeit und bei jedem Wetter“.
Besonders hob er hervor, dass sich trotz moderner Technik die Motivation der Aktiven nicht verändert habe: „I bin zur Feuerwehr gegangen und huif andere, dass mir a ghoifn wead, wenn I des moi brauch.“ Dieser einfache Satz eines jungen Kameraden stehe sinnbildlich für das Selbstverständnis der Wehr. Singhartinger dankte der Gemeinde für die verlässliche Unterstützung bei Ausstattung und Fahrzeugbeschaffung sowie der Inspektion für Rat und Begleitung. Die Sachranger Wehr, obwohl klein, sei technisch bestens aufgestellt – ein weiter Weg seit den ersten 120 Metern Schlauchleitung im Gründungsjahr.
Grenzübergreifende Kameradschaft seit über 100 Jahren
Als Grenzort lebt Sachrang seit jeher eine besondere Form der Zusammenarbeit. Nur wenige Meter südlich verläuft die Grenze zu Tirol – „ein imaginärer Strich“, wie Singhartinger betonte, wenn es um Hilfsbereitschaft und Kameradschaft geht. Seit über einem Jahrhundert unterstützen sich die Wehren beiderseits der Grenze, früher sogar mit Pferdefuhrwerken. Gemeinschaftsübungen mit den Nachbarwehren aus Aschau und Niederndorferberg sind heute selbstverständlicher Bestandteil des Jahres.
Feuerwehr als Teil des Dorflebens
Ob kirchliche oder weltliche Anlässe – die Feuerwehr Sachrang ist fest im Dorfleben verankert und erhält dafür großen Zuspruch aus der Bevölkerung. Das Jubiläumsfest selbst zeigte dies eindrucksvoll: Viele helfende Hände, große Unterstützung und eine fröhliche Festgemeinschaft prägten den Tag. Singhartinger sprach allen Mitwirkenden ein herzliches „Vergelt’s Gott“ aus.
Grußworte der Ehrengäste
Auch die weiteren Festredner würdigten die Bedeutung der Wehr:
- Bürgermeister Frank Simon lobte das Ehrenamt und betonte dessen unverzichtbare Rolle für Sicherheit und Zusammenhalt in der Gemeinde.
- Kreisbrandrat Richard Schrank erzählte eine fiktive, aber eindrucksvolle Geschichte über die Entstehung der Sachranger Feuerwehr: Nach einem Brand im Jahr 1876 hätten einige Bürger den Entschluss gefasst, eine eigene Wehr zu gründen – ein Entschluss, der bis heute nachwirkt.
- Abschnittskommandant Franz Bliem (FFW Niederndorferberg) hob die lange, freundschaftliche Verbindung zwischen Bayern und Tirol hervor. Die gegenseitige Hilfe sei seit über 100 Jahren gelebte Praxis und ein wertvolles Zeichen echter Kameradschaft.
Ein Festtag voller Freude und Dankbarkeit
Der Festsonntag zeigte sich von seiner besten Seite: ideales Wetter, zahlreiche Besucher und eine ausgelassene, herzliche Stimmung. Die Freiwillige Feuerwehr Sachrang dankt allen Gästen, Unterstützern und Helfern, die dieses Jubiläum zu einem besonderen Ereignis gemacht haben.
Den Abschluss bildet am heutigen Montag ein Kesselfleischessen, bei dem die Festgemeinschaft das Jubiläum gemütlich ausklingen lässt.
Bericht und Bilder: FFW Sachrang



